Newsletter für Kommunen
31. Oktober 2025 - Nr. 3/2025
Sehr geehrte Damen und Herren, in unserem dritten »Newsletter für Kommunen« im Jahr 2025 möchten wir Sie auf folgende Themen aufmerksam machen:
Aktuelle Daten und Informationen
Baden-Württemberg: 5,8 Milliarden Euro Kreisumlage für 2025 erwartet
33 von 35 Landkreisen haben in Baden-Württemberg ihre Kreisumlagehebesätze für das Jahr 2025 erhöht, lediglich zwei Landkreise beließen ihre Sätze auf dem Niveau von 2024. Der durchschnittliche Kreisumlagehebesatz stieg erneut von 30,49 % im Vorjahr auf 33,13 % (+2,64 Prozentpunkte) an. Dies ist der höchste Anstieg seit 2013.
Wassergebühren: Gebührenanstieg übertrifft die Inflationsrate
Die Wasser- und Schmutzwassergebühr legte zwischen 2024 und 2025 (Stichtag 1. Januar) im Landesdurchschnitt um jeweils gut +5 % zu, die Grundgebühr für die Wasserversorgung um rund +9 % und die Niederschlagswassergebühr um knapp +3 % zu. Die Inflationsrate lag zwischen 2024 und 2025 (Januar) bei +2,3 %. Wasser und Schmutzwasser, im Schnitt die beiden Hauptkomponenten der Gebührenbescheide bzw. Wasserrechnungen im Land, kosten 2025 zusammen rund 0,5 Cent je Liter.
Trinkwasser: Verbundversorgung von Belang, da lokale Wasservorkommen vielerorts nicht ausreichen
84 % der Gemeindeunternehmen bezogen Trinkwasser von anderen Wasserversorgern. Lediglich 16 % der Gemeindeunternehmen deckten den Wasserbedarf von Bevölkerung und Wirtschaft ausschließlich aus Eigenwasser. Dabei gibt es große regionale Unterschiede. Im Regierungsbezirk Freiburg versorgten sich deutlich mehr Gemeindeunternehmen ausschließlich aus lokalen Vorkommen als im Regierungsbezirk Stuttgart. Eine Analyse zur Struktur der öffentlichen Wasserversorgung finden Sie im Monatsheftbeitrag „Woher kommt unser Trinkwasser?“ und in einer Pressemitteilung:
- Pressemitteilung 197/2025: Wasserversorgung 2022 in Baden-Württemberg: Lokale Wasservorkommen reichen vielerorts nicht aus
- Themenseite: Wasser
Bürgermeisterwahlen in Baden-Württemberg
Erstmals wurden vom Statistischen Landesamt landesweite Daten zu den Bürgermeisterwahlen in Baden-Württemberg erhoben und ausgewertet. Betrachtet werden die jeweils zuletzt durchgeführten Bürgermeisterwahlen aller Gemeinden bis zum Stichtag 31.12.2024. Im Durchschnitt beteiligten sich 52,6 % der Wahlberechtigten an Bürgermeisterwahlen im Land. Die Daten zeigen Statistiken u.a. zur Wahlbeteiligung, zu den Kandidierenden, sowie den Stimmanteilen, dem Alter und dem Geschlecht der Gewählten. Detaillierte Tabellen zu diesen Themen finden sich im Statistischen Bericht.
Repräsentative Wahlstatistik zur Bundestagswahl 2025 für Baden-Württemberg
Die repräsentativen Wahlstatistik liefert Ergebnisse nach Alter und Geschlecht zur Wahlbeteiligung und zur Stimmabgabe. Die Ergebnisse zur Bundestagswahl 2025 für Baden-Württemberg zeigen vor allem deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen: CDU und die SPD erhielten den stärksten Zuspruch bei den Älteren, die AfD bei den 35-44-Jährigen, die GRÜNEN in der Altersgruppe von 25-34 Jahren, während die FDP, die Linke und das BSW jeweils bei den 18-24-jährigen ihr bestes Ergebnis erzielten.
Kommunaler Finanzausgleich 2024: 15,4 Milliarden Euro an Zuweisungen für den kommunalen Bereich
Nach Angaben des Statistischen Landesamtes erhielt der kommunale Bereich in Baden-Württemberg Zuweisungen in Höhe von insgesamt rund 15,4 Milliarden (Mrd.) Euro aus dem kommunalen Finanzausgleich. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um mehr als 1 Mrd. Euro bzw. +7,5 %.
Ende 2024 waren im Südwesten 97 Gemeinden ohne Schulden
Zum 31.12.2024 waren nach den Ergebnissen der Schuldenstatistik des Statistischen Landesamtes 97 der 1 101 kreisangehörigen Gemeinden Baden-Württembergs schuldenfrei. Schuldenfrei bedeutet, dass weder Kernhaushalt noch Eigenbetriebe einer Gemeinde Kredite, Kassenkredite oder Wertpapierschulden beim öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich aufweisen.
Kommunale Schulden 2024: Anstieg der Verschuldung von 20,6 % bei den Kernhaushalten
Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg im Rahmen der Schuldenstatistik feststellt, waren die Kernhaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände Baden-Württembergs zum Stichtag 31.12.2024 insgesamt mit knapp 9 185 Millionen (Mio.) Euro beim nicht-öffentlichen Bereich verschuldet. Das sind annähernd 1 567 Mio. Euro Schulden mehr als ein Jahr zuvor (+20,6 %). Somit beliefen sich die Schulden der kommunalen Kernhaushalte Ende 2024 auf durchschnittlich 817 Euro pro Kopf.
2024 übersteigen kommunale Auszahlungen die Einzahlungen
Die Gemeinden und Gemeindeverbände in Baden-Württemberg konnten 2024 zusammengenommen nur 94,7 % ihrer Auszahlungen durch Einzahlungen decken. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, entsprach dies in absoluten Zahlen einer Unterdeckung in Höhe von 3,1 Milliarden Euro.
Geburtenziffer in Baden-Württemberg weiter rückläufig
Im Jahr 2024 ist die Geburtenziffer auf 1,39 Kinder je Frau gesunken. Innerhalb des Landes zeigen sich durchaus beachtliche Unterschiede bei der durchschnittlichen Kinderzahl je Frau: Spitzenreiter ist der Landkreis Tübingen und Schlusslicht der Stadtkreis Heidelberg.
Frauen leben im Schnitt gut 4 Jahre länger als Männer
Ein neugeborener Junge kann heute in Baden-Württemberg auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von 79,9 Jahren hoffen. Ein neugeborenes Mädchen in Baden-Württemberg hat sogar eine durchschnittliche Lebenserwartung von 84,1 Jahren. Den Sterbetafelberechnungen 2022-2024 für die Stadt- und Landkreise kann entnommen werden, dass Frauen in Tübingen sowie Männer in Tübingen und Böblingen am längsten leben.
