:: 126/2018

Pressemitteilung 126/2018

Stuttgart,

Nachhaltige Entwicklung: Rohstoffproduktivität gestiegen

Zu den Nachhaltigkeitstagen Baden-Württemberg vom 7. bis 10. Juni 2018

Die Rohstoffproduktivität in Baden-Württemberg liegt bei annähernd 3 500 Euro je Tonne (t). Nach Angaben des Statistischen Landesamtes ist sie damit im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 6 Prozentpunkte angestiegen.

Gleichzeitig ging der Rohstoffverbrauch um rund 670 000 t leicht zurück. Dies zeigt, dass weiterhin eine Entkoppelung von Rohstoffverbrauch und Wirtschaftswachstum stattfindet. Das Niveau der Rohstoffproduktivität streut zwischen den Bundesländern erheblich. Die Ursache dafür ist die unterschiedliche Wirtschaftsstruktur. In Baden-Württemberg liegt die Rohstoffproduktivität leicht über dem Bundesdurchschnitt.

Im Vergleich zum Jahr 1994 ist den Angaben des Statistischen Landesamtes zufolge ein Anstieg der Rohstoffproduktivität im Land um insgesamt 66 % zu verzeichnen. Bereits bis zum Jahr 2003 wurde eine Zunahme um mehr als 40 % erreicht. Seither war die Steigerung verlangsamt, in einzelnen Jahren gab es gegenüber dem Vorjahr sogar Abnahmen. Maßgeblichen Einfluss auf den Rohstoffverbrauch haben die Entnahme von Baumineralien im Land sowie die Höhe der Einfuhr nicht erneuerbarer Rohstoffe aus dem Ausland, vor allem von Energieträgern.

Die Rohstoffproduktivität drückt aus, welche Wirtschaftsleistung, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, je Tonne nicht erneuerbarer Rohstoffe erzeugt wird (Euro/t). Je höher der Wert der Rohstoffproduktivität, desto effizienter ist die Volkswirtschaft bei der Nutzung ihrer Ressourcen. Der Schutz und eine nachhaltige Inanspruchnahme der Natur sind wichtige politische und gesellschaftliche Ziele.

Das Land Baden-Württemberg unterstützt das mit der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie vorgegebene Ziel der Bundesregierung, die Rohstoffproduktivität bis zum Jahr 2020 bezogen auf das Basisjahr 1994 zu verdoppeln.

Von den Vereinten Nationen wurde 2015 die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Bestandteil der Agenda sind 17 internationale Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs). Der Indikator »Rohstoffproduktivität« berührt zwei dieser Nachhaltigkeitsziele:

  • 8. Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern.
  • 9. Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen.
  • 12. Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen.
Schaubild 1: Rohstoffverbrauch und Rohstoffproduktivität in Baden-Württemberg
Schaubild 1: Rohstoffverbrauch und Rohstoffproduktivität in Baden-Württemberg
Tabelle 1
Rohstoffverbrauch und Rohstoffproduktivität in Baden-Württemberg 1994 bis 2015
JahrRohstoff-
produktivität1)
Bruttoinlands­ produkt2)Rohstoff-
verbrauch
Rohstoff-
verbrauch
1994=1001.000 t

1) Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts zum Verbrauch an nicht erneuerbaren Rohstoffen.

2) Preisbereinigt und verkettet.

Datenquelle: Arbeitskreis "Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder".

1994100,0100100,0156.928
1995103,210298,7154.911
1996109,210394,2147.740
1997111,110594,3147.965
1998113,910794,1147.725
1999111,411098,7154.859
2000110,0114103,4162.283
2001124,911794,1147.584
2002132,111688,1138.258
2003142,611681,4127.771
2004142,711681,6127.993
2005136,811785,6134.370
2006135,312491,9144.206
2007142,512990,6142.220
2008146,213088,7139.137
2009148,711879,3124.401
2010157,912780,4126.141
2011153,513386,6135.871
2012162,813381,9128.569
2013156,113485,8134.576
2014159,613685,1133.506
2015165,914084,7132.835