:: 13/2020

Pressemitteilung 13/2020

Stuttgart,

Rund 1,7 Millionen Ausländerinnen und Ausländer leben in Baden-Württemberg

Am häufigsten sind türkische Staatsangehörige – US-Amerikaner bilden die stärkste Bevölkerungsgruppe des amerikanischen Kontinents

In Baden-Württemberg lebten am 31.12.2018 etwas mehr als 1,7 Millionen Ausländerinnen und Ausländer. Deren Anteil an der Gesamtbevölkerung lag damit nach Angaben des Statistischen Landesamtes bei 15,5 %. Von den Flächenländern Deutschlands hatte lediglich Hessen einen noch etwas höheren Anteil (16,2 %). Im Bundesdurchschnitt waren 12,2 % der Bevölkerung ausländische Staatsangehörige.1

Türkische Staatsangehörige sind im Südwesten die größte ausländische Bevölkerungsgruppe (255 000). Mit deutlichem Abstand folgen Staatsangehörige aus Italien (184 300). Ebenfalls stark vertreten sind Personen aus anderen europäischen Staaten, nämlich Rumänien, Kroatien, Polen und Griechenland. US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner bilden mit 17 400 Personen die stärkste Bevölkerungsgruppe des amerikanischen Kontinents. Von den asiatischen Staaten sind Angehörige aus Syrien mit 78 100 Staatsangehörigen, aus dem Irak (30 200) und aus Afghanistan (23 500) am stärksten vertreten; außerdem leben in Baden-Württemberg unter anderem auch rund 10 000 Personen mit einer iranischen Staatsangehörigkeit.2

Die ausländischen Frauen und Männer in Baden-Württemberg waren Ende 2018 im Durchschnitt 39 Jahre alt und damit wesentlich jünger als die deutsche Bevölkerung mit rund 44 Jahren, so das Statistische Landesamt weiter. Je nach Nationalität unterscheidet sich die Altersstruktur der ausländischen Staatsangehörigen allerdings stark. So lag beispielsweise das Durchschnittsalter der iranischen Staatsangehörigen in Baden-Württemberg zuletzt bei knapp 35 Jahren. Deutlich höher war es bei den US-Amerikanern mit annähernd 45 Jahren. Zu den ältesten Nationalitäten zählen Staatsangehörige aus den Nachbarstaaten Schweiz und Österreich mit im Schnitt 54 Jahren bzw. 53 Jahren.

Die Ausländerinnen und Ausländer leben im Schnitt bereits seit 17 Jahren in Baden-Württemberg bzw. in Deutschland; dieser Wert gilt auch für die US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner. Dagegen liegt beispielsweise die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Iranerinnen und Iraner bei lediglich knapp 8 Jahren.

Innerhalb des Landes verteilt sich die ausländische Bevölkerung sehr ungleichmäßig; es ist vor allem weiterhin ein ausgeprägtes Stadt-Land-Gefälle feststellbar: Am höchsten ist der Ausländeranteil in den Stadtkreisen Pforzheim, Heilbronn und Stuttgart, in denen jeder vierte Einwohner keinen deutschen Pass besitzt. Dagegen liegt dieser Anteil in den ländlich geprägten Landkreisen Main-Tauber- und Neckar-Odenwald-Kreis bei lediglich knapp 10 %.

Türkische Staatsangehörige stellen in 26 der 44 Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs die größte ausländische Bevölkerungsgruppe. In 12 Kreisen bilden Staatsangehörige aus Rumänien sowie in 6 Kreisen Staatsangehörige aus Italien die zahlenmäßig stärkste ausländische Bevölkerungsgruppe. Iranische und auch US-amerikanische Staatsangehörige sind in der Landeshauptstadt am stärksten vertreten (1 150 bzw. 2 030). Am zweithäufigsten leben Iraner in Heidelberg (715) und US-Amerikaner im Rhein-Neckar-Kreis (1 380).

1 Ergebnisse der Bevölkerungsfortschreibung, ebenso die Angaben zu den Ausländeranteilen in den Stadt- und Landkreisen.

2 Ergebnisse des Ausländerzentralregisters, ebenso weitere Angaben zu einzelnen Staatsangehörigkeiten; alle Angaben sind auf 100 Personen auf- bzw. abgerundet.