:: 309/2020

Pressemitteilung 309/2020

Stuttgart,

Länderinformation Schweiz

Fakten zum Vergleich des Landes Baden-Württemberg mit dem Nachbarland Schweiz

Das Statistische Landesamt stellt zahlreiche Länderinformationen zur Verfügung. Fakten zum Vergleich mit unserem Nachbarland Schweiz zeigen in ausgewählten Bereichen folgende Ergebnisse.

Schweizer Bevölkerung jünger

In Baden-Württemberg leben derzeit 11,1 Millionen (Mill.) Menschen, in der Schweiz sind es 8,6 Mill.. Die Baden-Württemberger sind etwas älter als die Schweizer: Das Durchschnittsalter lag Ende 2019 im Südwesten bei 43,6 Jahren, die Bevölkerung in der Schweiz war zuletzt im Schnitt 42,5 Jahre alt. Dieses Ergebnis spiegelt sich beispielsweise auch beim Anteil der Älteren wider: In Baden-Württemberg liegt der Anteil der 65-Jährigen und Älteren bei 20,4 %, in der Schweiz zählen lediglich 18,7 % zu dieser Altersgruppe nach Angaben des Bundesamtes für Statistik (www.bfs.ch).

317 Kilometer: Länge der gemeinsamen Grenze

Mit der Schweiz hat Baden-Württemberg von Basel bis Kreuzlingen (Konstanzer Bucht) eine gemeinsame Grenze von 317 Kilometern Länge.

Deutlich mehr Rinder in der Schweiz

Die Zahl der Rinder in Baden-Württemberg beträgt derzeit rund 0,95 Mill. Das sind bei rund 11,1 Mill. Einwohnern knapp 9 Rinder je 100 Einwohner. In der Schweiz leben 1,52 Mill. Rinder. Bei 8,6 Mill. Einwohnern in der Schweiz sind das umgerechnet fast 18 Rinder je 100 Einwohner.

CO2-Emissionen pro Einwohner: Schweiz nur 4,3 Tonnen

Die CO2-Emissionen 2018 in Baden-Württemberg betrugen 6,3 Tonnen je Einwohner, in Deutschland 9,1 Tonnen und in der Schweiz 4,3 Tonnen je Einwohner. In allen drei Ländern sind die CO2‑Emissionen seit dem Referenzjahr 1990 deutlich zurückgegangen. Im Vergleich zu 1990 konnten die Pro-Kopf-Emissionen in Baden-Württemberg um ca. 20 %, in Deutschland um 31 % und in der Schweiz sogar um 34 % reduziert werden.

Schweizer Frauen: Deutlich weniger Unfälle in Baden-Württemberg

Im Jahr 2019 waren schweizer Staatsbürger in Baden-Württemberg insgesamt 426 Mal an Straßenverkehrsunfällen mit Personenschaden beteiligt. Die Zahl ist in den letzten Jahren tendenziell etwas angestiegen, liegt aber noch immer unter dem Wert aus 2015. Die Mehrzahl der Fälle war 2019 mit einem Pkw unterwegs (287 Unfälle), Motorräder (67 Unfälle) oder Fahrräder (47) spielten eine weniger zentrale Rolle. Unter den 426 schweizer Beteiligten war lediglich ein knappes Drittel (28 %) weiblich.

7 400 Schweizerinnen leben im Südwesten

Die Zahl der Schweizerinnen und Schweizer in Baden-Württemberg ist in den vergangenen Jahren gestiegen und zwar von rund 11 600 im Jahr 2012 auf 13 000 Ende 2019. Davon sind etwa 5 600 männlich und ca. 7 400 weiblich. Das Durchschnittsalter der Schweizer Staatsangehörigen in Baden-Württemberg liegt mit 54,5 Jahren deutlich über dem der ausländischen Bevölkerung insgesamt von 39,1 Jahren. Schweizerinnen und Schweizer leben auch bereits länger als Ausländer anderer Staatsangehörigkeiten im Südwesten, nämlich im Schnitt 22 Jahre gegenüber 17 Jahren bei allen ausländischen Staatsangehörigen. So leben die Schweizerinnen und Schweizer innerhalb Baden-Württembergs sehr häufig in den drei grenznahen Kreisen am Hochrhein: Die meisten wohnen im Landkreis Lörrach (knapp 2 200), gefolgt vom Landkreis Waldshut (2 100) und dem Landkreis Konstanz (1 300). Dagegen sind Schweizer Staatsangehörige im Nordosten des Landes kaum vertreten: Im Main-Tauber-Kreis leben lediglich 30 und im Hohelohekreis sogar nur 25 Staatsangehörige aus dem südlichen Nachbarland.

Knapp 2 800 deutsche »Auswanderer« in die Schweiz

Für »Auswanderer«1 aus Baden-Württemberg war im Jahr 2019 – wie bereits in den Vorjahren – die Schweiz bevorzugtes Zielland. In das südliche Nachbarland zogen per Saldo knapp 2 800 deutsche Staatsbürger aus Baden-Württemberg. Es folgten mit deutlichem Abstand Wanderungsverluste gegenüber Österreich (ca. −800) sowie Frankreich, Spanien und Polen (jeweils ca. −300).

864 Studierende aus der Schweiz an den Hochschulen

Im Wintersemester 2019/20 waren 864 Studierende (420 Studenten und 444 Studentinnen) aus der Schweiz an Baden-Württembergischen Hochschulen eingeschrieben. Von den männlichen Studierenden haben 13,8 % (58 Studenten) ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland erworben (sog. »Bildungsinländer«); bei den weiblichen Studierenden waren es 14,9 % (66 Studentinnen). Im Wintersemester 2019/20 nahmen 229 Schweizerinnen und Schweizer (99 Schweizer und 130 Schweizerinnen) ein Studium in Baden-Württemberg auf (1. Fach- bzw. 1. Hochschulsemester).

Pharma bestimmt den Handel

Baden-Württemberg exportierte 2019 Waren im Wert von 15,2 Milliarden (Mrd.) Euro in die Schweiz. Spitzenreiter unter den Exporten waren mit einem Wert von 4,3 Mrd. Euro pharmazeutische Erzeugnisse sowie mit 2,3 Mrd. Euro Metalle. Aus der Schweiz importiert wurden insgesamt Waren im Wert von 15,8 Mrd. Euro. Auch bei den Importen waren vor allem pharmazeutische Produkte stark gefragt (5,2 Mrd. Euro), gefolgt von Maschinen mit 1,7 Mrd. Euro. Das Handelsvolumen hat sich seit dem Jahr 2000 von 13,1 Mrd. Euro auf 31,1 Mrd. Euro im Jahr 2019 mehr als verdoppelt. Mehr in der Außenhandelsdatenbank des Statistischen Landesamtes.

1 Allerdings handelt es sich bei den Fortzügen von deutschen Staatsangehörigen sicherlich nicht immer um dauerhafte Umzüge im Sinne einer Auswanderung. Vielmehr ist ein Teil der Auslandsaufenthalte – etwa aus beruflichen Gründen – nur vorübergehend, denen nach einer gewissen Zeit eine Rückkehr nach Deutschland folgt. In der amtlichen Wanderungsstatistik liegen allerdings keine Informationen darüber vor, inwieweit die erfassten Fortzüge langfristig bzw. auf Dauer geplant sind und damit mit einer Auswanderung gleichgesetzt werden können.

Schaubild 1: Wanderungsbewegungen von Deutschen zwischen Baden-Württemberg und der Schweiz seit 2005
Schaubild 1: Wanderungsbewegungen von Deutschen zwischen Baden-Württemberg und der Schweiz seit 2005
Tabelle 1
Wanderungsbewegungen von Deutschen zwischen Baden-Württemberg und der Schweiz seit 2005
JahrZuzügeFortzügeWanderungs­saldo
Anzahl

Datenquelle: Wanderungsstatistik

20051.8634.609−2.746
20061.9575.610−3.653
20072.4157.010−4.595
20082.7198.365−5.646
20092.9157.279−4.364
20103.2396.969−3.730
20113.5867.095−3.509
20123.7946.588−2.794
20134.0506.479−2.429
20144.3166.687−2.371
20154.4605.977−1.517
20163.8146.071−2.257
20173.7626.049−2.287
20183.6366.404−2.768
20193.4786.257−2.779