:: 38/2021

Pressemitteilung 38/2021

Stuttgart,

Südwest-Exporte gingen im Corona-Jahr 2020 um 7,3 % zurück

Export nach China dank höherer Kfz-Nachfrage gestiegen

Die weltweite Corona-Pandemie hinterließ im Jahr 2020 durch den damit verbundenen Nachfragerückgang sowie die Beeinträchtigung internationaler Lieferketten deutliche Spuren im baden-württembergischen Außenhandel. Wie das Statistische Landesamt ersten Berechnungen zufolge mitteilt, exportierten die Unternehmen im Südwesten im Jahr 2020 Waren im Wert von 190,0 Milliarden (Mrd.) Euro und somit 7,3 % weniger als ein Jahr zuvor. Erstmals seit dem Jahr 2016 fiel der Ausfuhrwert Baden-Württembergs damit wieder unter die Marke von 200 Mrd. Euro.

Die Südwest-Importe sanken 2020 um 5,2 % auf 174,4 Mrd. Euro. Im Vergleich zu anderen Bundesländern schnitt der Südwesten damit noch gut ab und blieb 2020 exportstärkstes Bundesland vor Nordrhein-Westfalen und Bayern. Bei den Importen lag Baden-Württemberg hinter Nordrhein-Westfalen und Bayern auf Rang 3. Bundesweit gingen 2020 die Exporte um 9,3 % auf 1 205 Mrd. Euro und die Importe um 7,3 % auf 1 029 Mrd. Euro zurück.

Auch nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs war die Europäische Union (EU-27) 2020 der wichtigste Partner Baden-Württembergs im Auslandsgeschäft. Die Südwest-Ausfuhren dorthin nahm zwar um 8,0 % ab, dennoch verdienten die exportorientierten Unternehmen hierzulande nahezu jeden zweiten Euro im Exportgeschäft mit den EU-Mitgliedstaaten (87,6 Mrd. Euro, Anteil am Gesamtexport: 46,1 %). Im Jahr 2020 rutschten die baden-württembergischen Exporte in zahlreiche Zielländer teilweise kräftig ins Minus. Unter den wichtigsten Zielländern sanken die Exporte in die Vereinigten Staaten, dem wichtigsten Abnehmerland von Waren aus baden-württembergischer Produktion, um 7,7 % auf 23,3 Mrd. Euro. Die Ausfuhren in die drittplatzierte Schweiz waren nur leicht rückläufig (14,7 Mrd. Euro bzw. −3,8 %), in das benachbarte Frankreich (14,0 Mrd. Euro bzw. −12,5 %) sowie Italien (8,2 Mrd. Euro bzw. −14,8 %) waren die Abnahmeraten dagegen zweistellig. Noch stärker brach das Auslandsgeschäft im Brexit-Jahr 2020 mit dem Vereinigten Königreich ein (8,7 Mrd. Euro bzw. −16,8 %).

Entgegen dem vorherrschenden Trend stiegen die Exporte nach China, dem zweitwichtigsten Zielland der Südwest-Exporte, um 3,8 % auf 17,0 Mrd. Euro. Insbesondere die baden-württembergischen Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen profitierten von der höheren Nachfrage aus China (6,4 Mrd. Euro bzw. +15,1 %). Damit entfielen 2020 bereits 38 % aller Südwest-Exporte nach China auf diese Gütergruppe. China lag im Jahr 2020 mit einem Anteil von 15,8 % nur noch knapp hinter den Vereinigten Staaten (16,3 %) auf Rang 2 der wichtigsten Auslandskunden baden-württembergischer Kraftwagen und Kraftwagenteile (2019: Vereinigte Staaten 17,2 %, China 12,0 %).

Auch beim Gesamtexport Baden-Württembergs standen Kraftwagen und Kraftwagenteile beim Waren-Ranking an erster Stelle, verbuchten 2020 jedoch ein dickes Minus. Die gesamten Kfz-Exporte sanken im vergangenen Jahr um 12,8 % auf 40,4 Mrd. Euro und verzeichneten unter den wichtigsten Exportgütern Baden-Württembergs die stärkste Abnahmerate. Bei Maschinen, der zweitwichtigsten Exportgütergruppe, fiel die Jahresbilanz 2020 mit 37,7 Mrd. Euro bzw. −11,6 % nur geringfügig besser aus als bei den Kfz-Ausfuhren. Die Hersteller von Pharma-Produkten profitierten 2020 dagegen von der stärkeren Auslandsnachfrage. In dieser Warengruppe übertrafen die Exporte ihren Vorjahreswert um 3,3 %.

Trotz der negativen Jahresbilanz 2020 ist in der unterjährigen Betrachtung nach Quartalen seit der Jahresmitte 2020 eine Erholungstendenz im baden-württembergischen Exportgeschäft zu beobachten. Die Exporte waren nach einem leichten Rückgang im 1. Quartal 2020 (−0,3 % gegenüber dem Vorjahresquartal) durch den Lockdown in zahlreichen Ländern im 2. Quartal 2020 stark eingebrochen (−23,1 % gegenüber dem Vorjahresquartal). Im 3. Quartal 2020 verringerte sich der Exportrückstand gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich auf 8,5 %. Im Schlussquartal lagen die Exporte bereits 2,7 % über dem entsprechenden Vorjahresquartal. Noch deutlicher als im Vorjahresvergleich zeigt sich die Erholung der Exporte im Vorquartalsvergleich. So verbuchten die baden-württembergischen Unternehmen bereits im 3. Quartal 2020 saison- und arbeitstäglich bereinigt einen Zuwachs im Exportgeschäft von 14,8 % gegenüber dem 2. Quartal 2020 und im Schlussquartal ein Plus von 4,9 % gegenüber dem 3. Quartal 2020.

Schaubild 1: Außenhandel Baden-Württembergs 2008 bis 2020
Schaubild 1: Außenhandel Baden-Württembergs 2008 bis 2020
Tabelle 1
Außenhandel Baden-Württembergs und Deutschlands 2008 bis 2020*)
JahrExportImport
Baden-WürttembergDeutschlandBaden-WürttembergDeutschland
Mill. EURVeränderung zum Vorjahr in %Mill. EURVeränderung zum Vorjahr in %Mill. EURVeränderung zum Vorjahr in %Mill. EURVeränderung zum Vorjahr in %

*) 2020: Vorläufige Ergebnisse, Stand: Februar 2021.

Datenquelle: Außenhandelsstatistik.

2008149.338−0,3984.140+2,0127.737+4,8810.187+4,8
2009123.301−17,4803.312−18,4107.008−16,2667.391−17,6
2010152.722+23,9951.959+18,5126.295+18,0801.442+20,1
2011171.910+12,61.061.225+11,5143.408+13,6908.034+13,3
2012175.104+1,91.092.627+3,0139.427−2,8904.864−0,3
2013173.299−1,01.088.025−0,4137.148−1,6895.951−1,0
2014180.729+4,31.123.746+3,3145.435+6,0915.559+2,2
2015195.988+8,41.193.555+6,2155.748+7,1954.735+4,3
2016190.747−2,71.203.833+0,9161.120+3,4960.268+0,6
2017200.235+5,01.278.958+6,2170.036+5,51.037.394+8,0
2018203.004+1,41.317.440+3,0178.259+4,81.094.769+5,5
2019204.895+0,91.328.152+0,8184.068+3,31.109.201+1,3
2020189.992−7,31.205.045−9,3174.425−5,21.028.770−7,3
Schaubild 2: Ausfuhr Baden-Württembergs und Deutschlands im Jahr 2020 nach den wichtigsten Bestimmungsländern
Schaubild 2: Ausfuhr Baden-Württembergs und Deutschlands im Jahr 2020 nach den wichtigsten Bestimmungsländern
Tabelle 2
Ausfuhr Baden-Württembergs und Deutschlands im Jahr 2020 nach Kontinenten und den wichtigsten Bestimmungsländern*)
BestimmungslandBaden-WürttembergDeutschland
Jahr 2020Veränderung zum
Vorjahreszeitraum
Jahr 2020Veränderung zum
Vorjahreszeitraum
Jahr1. Quartal2. Quartal3. Quartal4. QuartalJahr1. Quartal2. Quartal3. Quartal4. Quartal
Mill. EUR%Mill. EUR%

*) 2020: Vorläufige Ergebnisse, Stand: Februar 2021.

Datenquelle: Außenhandelsstatistik.

Exporte insgesamt189.992100,0−7,3−0,3−23,1−8,5+2,71.205.045100,0−9,3−3,3−23,7−8,3−1,9
darunter
Afrika2.2761,2−23,9−7,4−46,4−27,5−12,420.0711,7−15,1−2,0−29,0−22,5−6,2
Amerika28.97915,3−10,3+6,9−35,2−17,4+5,5141.69911,8−14,4−2,7−32,9−16,6−5,5
Asien37.61819,8−2,0+1,6−10,3−8,2+8,8207.62117,2−6,2−2,2−14,4−6,7−1,6
Australien, Ozeanien und übrige Gebiete1.8050,9+3,6−7,2−12,9+22,3+11,610.6590,9−5,0−8,0−6,1−8,7+3,5
Europa119.11262,7−8,0−2,3−23,3−6,1−0,3823.29068,3−8,8−3,6−24,2−6,4−1,1
darunter
Europäische Union (EU-27)87.60346,1−8,0−1,5−25,3−4,5−0,2634.64652,7−9,1−3,8−25,0−6,6−1,0
nachrichtlich: EU-2896.32150,7−8,9−3,3−25,4−6,1−0,7701.54358,2−9,8−5,0−26,0−6,9−1,2
Eurozone63.73133,5−8,1−1,6−24,1−4,7−1,6441.00536,6−10,4−6,0−25,8−7,6−1,9
Nicht-Eurozone23.87312,6−7,8−1,3−28,6−4,0+3,4193.64116,1−6,0+1,8−23,1−4,0+1,3
wichtigste Zielländer
Vereinigte Staaten23.27312,2−7,7+11,2−34,2−15,4+8,6103.8228,6−12,5−1,3−31,2−14,8−2,6
China17.0189,0+3,8−4,8+9,1−6,2+19,595.8748,0−0,1−8,3−4,4+3,0+8,6
Schweiz14.6597,7−3,8+4,4−8,8−7,0−3,956.2834,7−0,1+6,2−2,4−3,2−1,0
Frankreich14.0317,4−12,5−4,6−31,9−5,8−7,191.0547,6−14,6−8,4−30,7−12,0−7,0
Niederlande13.3927,0−4,8+3,9−13,1−9,1−0,684.3687,0−7,8−6,1−16,2−8,6−0,4
Österreich9.0564,8−4,6−0,3−14,9−2,7−0,959.9445,0−9,3−5,5−23,2−6,1−1,7
Vereinigtes Königreich8.7174,6−16,8−17,4−26,3−19,3−4,766.8975,6−15,5−14,0−35,6−10,2−3,4
Italien8.1674,3−14,8−9,7−32,7−11,5−3,460.5765,0−10,8−7,6−27,5−6,5−1,0
Polen6.2023,3−5,0+1,1−23,5−0,9+3,564.6985,4−1,7+7,0−20,7−0,1+6,7
Belgien5.9193,1+7,9+20,4−14,8+18,7+9,543.2583,6−6,5−1,4−23,1−4,6+4,2
Schaubild 3: Ausfuhr Baden-Württembergs und Deutschlands im Jahr 2020 nach den 10 wichtigsten Gütergruppen
Schaubild 3: Ausfuhr Baden-Württembergs und Deutschlands im Jahr 2020 nach den 10 wichtigsten Gütergruppen
Tabelle 3
Ausfuhr Baden-Württembergs und Deutschlands im Jahr 2020 nach den 10 wichtigsten Gütergruppen*)
Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken, Ausgabe 2019 (GP 2019)Baden-WürttembergDeutschland
Jahr 2020Veränderung zum VorjahreszeitraumJahr 2020Veränderung zum Vorjahreszeitraum
Jahr1. Quartal2. Quartal3. Quartal4. QuartalJahr1. Quartal2. Quartal3. Quartal4. Quartal
Mill. EUR%Mill. EUR%

*) Vorläufige Ergebnisse, Stand: Februar 2021; Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken, Ausgabe 2019 (GP 2019).

Datenquelle: Außenhandelsstatistik.

© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2021.

Vervielfältigung und Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet.

Ausfuhr insgesamt189.992100,0 −7,3−0,3−23,1−8,5+2,71.205.045100,0 −9,3−3,3−23,7−8,3−1,9
Kraftwagen und Kraftwagenteile40.37921,3 −12,8−10,2−41,7−12,9+15,2186.74215,5 −16,9−10,5−49,0−10,0+3,6
Maschinen37.69219,8 −11,6−4,8−23,8−10,7−7,1174.10814,4 −11,4−5,2−23,0−10,8−6,2
Pharmazeutische u.ä. Erzeugnisse24.82713,1 +3,3+27,0−5,5−5,0−1,688.1657,3 +5,8+13,5+6,2+1,2+2,9
Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse14.1507,4 −7,3−3,3−15,9−6,3−4,0109.3029,1 −8,0−3,5−15,9−8,4−4,8
Elektrische Ausrüstungen13.9287,3 −4,7−2,3−18,2−3,7+5,285.0367,1 −5,3−2,0−18,3−3,5+2,6
Chemische Erzeugnisse9.6105,1 −2,3+2,5−12,8−4,7+5,9111.1209,2 −6,3−1,4−16,7−8,9+1,8
Metallerzeugnisse7.5894,0 −11,9−4,3−28,0−9,9−4,940.0713,3 −10,4−5,5−24,5−8,4−2,8
Metalle6.7383,5 −0,4+17,5−8,1−11,4+3,354.4864,5 −5,3+0,7−16,0−9,0+4,0
Gummi- und Kunststoffwaren5.8643,1 −3,2+0,1−14,5−1,7+3,744.0963,7 −6,0−2,4−19,0−3,3+1,3
Nahrungs- und Futtermittel4.1432,2 −2,1+4,4−6,6−0,6−5,856.1814,7 −0,9+7,3−2,2−1,5−6,9