:: 184/2021

Pressemitteilung 184/2021

Stuttgart,

Neues aus dem Portal Gesellschaftsmonitoring BW

Baden-Württemberg: Modul »Armut und Reichtum« aktualisiert

Das Gesellschaftsmonitoring Baden-Württemberg (GeMo BW) stellt Kennzahlen für Baden-Württemberg zu zehn Themenfeldern der Sozial- und Gesellschaftspolitik zur Verfügung. Die jährlich aktualisierten Indikatoren liefern aktuelle Informationen zu den wichtigen sozialen Fragestellungen und zeigen gesellschaftliche Entwicklungen und Trends auf. Das Modul »Armut und Reichtum« ist eines der Kernmodule. Es knüpft inhaltlich an den »Ersten Armuts- und Reichtumsbericht Baden-Württemberg« an, der im Jahr 2015 veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse werden fortgeschrieben und teilweise durch neue Aspekte erweitert. Das Modul umfasst die Themenbereiche

  • Einkommensentwicklung,
  • Armutsgefährdung,
  • Leistungen der sozialen Sicherung,
  • Kinderarmut,
  • Überschuldung,
  • Reichtum sowie
  • Lebenslagen und soziale Exklusion.

Anhand von 40 Indikatoren wird die soziale Lage von Menschen in Baden-Württemberg abgebildet. So genannte »Basisinformationen« stellen außerdem nochmal kurz relevante Entwicklungen innerhalb des Moduls dar. Die Indikatoren basieren vorwiegend auf Daten amtlichen Statistik des Statistischen Landesamts, werden aber ergänzt um weitere für das Thema relevante Datenquellen zu bspw. subjektiven Indikatoren. Die Daten für das Jahr 2019 sind jetzt im Portal aktualisiert.

Danach ist in den vergangenen zehn Jahren (seit 2009) das preisbereinigte monatliche Nettoäquivalenzeinkommen im Südwesten insgesamt kontinuierlich angestiegen und lag 2019 im Median bei 1.694 Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 8,0 %. Dabei hat sowohl das Einkommen der oberen 10 % der Einkommen zugenommen als auch das der unteren 10 %. Diese Entwicklung hängt u.a. mit dem gleichzeitigen Anstieg der Bruttolöhne und – gehälter in Baden-Württemberg zusammen. Im beobachteten Zeitraum ist der preisbereinigte durchschnittliche Stundenlohn um 3,38 Euro angestiegen. Allerdings profitieren die oberen und die unteren 10 % der Einkommen nicht gleichermaßen vom Anstieg. Das Einkommen der oberen 10 % der Einkommensbeziehenden Personen hat um 10,5% auf 3.155 Euro zugenommen. Das Einkommen der unteren 10 % der Einkommensbeziehenden Personen hat um 3,3 % auf 872 Euro zugelegt. Personen, die dem untersten Einkommensbereich angehören, hatten damit 2019 nur 27,6 % (2009: 29,5 %) des obersten Einkommensbereich zur Verfügung. Die Ungleichheit in der Einkommenslage hat damit in Baden-Württemberg seit 2009 leicht zugenommen – trotz allgemeinem Anstieg der Einkommen in der Bevölkerung.

Online: Diese und weitere Daten rund um das Thema "Armut und Reichtum" können im Gesellschaftsmonitoring BW abgerufen werden.