:: 259/2022

Pressemitteilung 259/2022

Stuttgart,

Südwestwirtschaft legt leicht zu

Baden-Württembergs Wirtschaftsleistung stieg im ersten Halbjahr 2022 preisbereinigt um 1,8 %

Nach dem starken Einbruch des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2020 (−5,4 %), bedingt durch die Corona-Pandemie, stieg die Wirtschaftsleistung in Baden-Württemberg im Jahr 2021 wieder an (+3,4 %). Auch im ersten Halbjahr 2022 setzte sich dieser Zuwachs fort, wenn auch mit abgeschwächter Dynamik. So nahm das preisbereinigte BIP Baden-Württembergs von Januar bis Juni 2022 um 1,8 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum zu. Dies zeigen die heute vom Arbeitskreis »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder« unter Vorsitz von Frau Präsidentin Dr. Anke Rigbers veröffentlichten vorläufigen Wirtschaftsdaten auf Länderebene für das erste Halbjahr 2022.

Die Wirtschaftsleistung im Südwesten stieg damit in der ersten Jahreshälfte 2022 geringer als im Durchschnitt aller Bundesländer. Für Deutschland weist das preisbereinigte BIP eine Steigerung von 2,8 % zum Vorjahresniveau aus. Im Bundesländervergleich zeigt sich überall eine positive Entwicklung, die von 1,1 % in Niedersachsen bis zu 6,4 % in Rheinland-Pfalz reicht. Die Wirtschaftsentwicklung in Baden-Württemberg lag damit in den ersten sechs Monaten 2022 im unteren Drittel.

Geprägt war das Wirtschaftswachstum im Südwesten insbesondere durch die Dienstleistungsbereiche. Die Aufhebung fast aller Corona-Beschränkungen Ende März 2022 trug zu einer Zunahme der Bruttowertschöpfung vor allem im Bereich der sonstigen Dienstleister bei, zu dem unter anderem Kunst, Unterhaltung und Erholung zählen. Aber auch im Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr gab es insgesamt einen kräftigen Anstieg, insbesondere zurückzuführen auf den starken Zuwachs im Gastgewerbe. Im Verarbeitenden Gewerbe, einem der bisherigen Wachstumsmotoren Baden-Württembergs, ging die Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr 2022 leicht zurück. Insgesamt verbuchte die baden-württembergische Industrie preis- und arbeitstäglich bereinigt ein Auftragsminus von 0,7 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, eine um 0,4 % niedrigere Industrieproduktion sowie ein Umsatzminus von 0,1 %. Während die reale Wirtschaftsleistung im Baugewerbe ebenfalls zurück ging, verzeichnete die nominale Bruttowertschöpfung einen starken Zuwachs, was unter anderem an den besonders starken Preissteigerungen in diesem Bereich liegt.

Schaubild 1: Wirtschaftswachstum 1. Halbjahr 2022 nach Bundesländern
Schaubild 1: Wirtschaftswachstum 1. Halbjahr 2022 nach Bundesländern
Tabelle 1
Bruttoinlandsprodukt in den Bundesländern
– Entwicklung im 1. Halbjahr 2022 gegenüber dem 1. Halbjahr 2021 –
Land
Gebiet
Bruttoinlandsprodukt
in jeweiligen Preisenpreisbereinigt
%

Datenquelle: Arbeitskreis »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder«, Berechnungsstand: August 2022 - vorläufige Ergebnisse.

Baden-Württemberg+6,8+1,8
Bayern+8,5+2,9
Berlin+7,3+3,7
Brandenburg+10,2+3,1
Bremen+11,1+5,0
Hamburg+10,8+3,5
Hessen+8,8+3,6
Mecklenburg-Vorpommern+13,1+5,2
Niedersachsen+7,9+1,1
Nordrhein-Westfalen+6,0+2,5
Rheinland-Pfalz+13,3+6,4
Saarland+8,7+3,3
Sachsen+9,0+3,0
Sachsen-Anhalt+13,9+4,5
Schleswig-Holstein+8,6+1,6
Thüringen+8,2+1,9
Deutschland+8,2+2,8
darunter nachrichtlich:
Westdeutschland
mit Berlin+7,9+2,7
ohne Berlin+7,9+2,7
Ostdeutschland
mit Berlin+9,5+3,5
ohne Berlin+10,4+3,4