Newsletter für die Wissenschaft 3/2025
15. September 2025 - Nr. 03/2025
Der dritte „Newsletter für die Wissenschaft“ in diesem Jahr enthält Hinweise auf aktuelle Analysen und Veröffentlichungen zu folgenden Bereichen:
Gesellschaft, Familie und Soziales
Bundestagswahl 2025: Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik für Baden-Württemberg veröffentlicht – Höchste Wahlbeteiligung bei den 60- bis 69-Jährigen
Bei der Bundestagswahl 2025 gaben in Baden-Württemberg 83,4 % der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Dies stellt die höchste Wahlbeteiligung seit über 40 Jahren dar. Im Vergleich zu 2021 stieg die Beteiligungsquote im Land von 77,8 % um 5,6 Prozentpunkte. Detailliertere Ergebnisse nach Alter und Geschlecht liefert die repräsentative Wahlstatistik.
Rückgang der Gesundheitsausgaben gegenüber dem Vorjahr in Baden-Württemberg in 2023
Im Jahr 2023 wurden in Baden-Württemberg rund 63,296 Milliarden Euro für Gesundheit ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr verringerten sich die Gesundheitsausgaben damit geringfügig um 0,1 % (Bundeswert: −0,1 %). Dies stellt ein Novum dar: Seit Beginn der Zeitreihe ab 2008 ist dies der erste für Baden-Württemberg ermittelte Rückgang der Gesundheitsausgaben gegenüber einem Vorjahr. Die Abnahme ist dabei auf den Träger »Öffentliche Haushalte« (−48,6 % gegenüber dem Vorjahr) zurückzuführen. Ursächlich hierfür sind die auslaufenden Corona-Maßnahmen im Jahr 2023.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Konjunktur Südwest – Wirtschaft bleibt unter Druck
Die Südwestkonjunktur bleibt unter Druck. Ersten vorläufigen Berechnungen des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) zufolge, sank die Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2025 um 0,4 % zum Vorjahresquartal und saison- und arbeitstäglich bereinigt um 0,1 % zum Vorquartal.
- Pressemitteilung 180/2025: Konjunktur Südwest – Wirtschaft bleibt unter Druck
- Konjunktur – Südwest, 2. Ausgabe 2025 – Wirtschaft bleibt unter Druck
Pro-Kopf-Einkommen in Baden-Württemberg auf 30.242 Euro gestiegen
Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte in Baden-Württemberg ist im Jahr 2023 deutlich gestiegen. Die Pro-Kopf-Einkommen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr nominal um 6,0 % auf durchschnittlich 30.242 Euro. Demgegenüber steht ein merklicher Anstieg bei den Verbraucherpreisen um 6,3 % in 2023, der sich entsprechend dämpfend auf die reale Einkommensentwicklung auswirkte bzw. bei der Pro-Kopf-Betrachtung real zu leicht rückläufigen Ergebnissen führte.
Neues Dashboard zeigt regionale Wirtschaftskennzahlen – In Baden-Württemberg wurden 2024 durchschnittlich 57.294 Euro pro Kopf erwirtschaftet
Wie stark unterscheidet sich heute die Wirtschaftskraft zwischen den Bundesländern – und wie hat sich das Sparen der privaten Haushalte seit der Wiedervereinigung entwickelt? Antworten auf diese und viele weitere Fragen liefert der neue »VGR Monitor der Länder«: ein interaktives Datenangebot des Arbeitskreises »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder«. Zum Start stehen die Themenbereiche »Bruttoinlandsprodukt und Bruttowertschöpfung« sowie »Konsum und Sparen« zur Verfügung. Weitere Themenbereiche sind bereits in Planung.
- Pressemitteilung 142/2025: Neues Dashboard zeigt regionale Wirtschaftskennzahlen
- Dashboard VGR Monitor der Länder
2024: Südwesten mit deutschlandweit niedrigster Arbeitslosenquote unter Hochqualifizierten
2024 waren in Baden-Württemberg insgesamt rund 270.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Davon konnten 140.000 Personen und damit mehr als die Hälfte (51,9 %) keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen. Knapp 94.000 arbeitslos gemeldete Personen (34,6 %) verfügten über eine betriebliche oder schulische Ausbildung und fast 32 000 waren hochqualifizierte Arbeitslose mit einem akademischen Abschluss (11,8 %). Für die restlichen 5.000 Personen (1,7 %) lagen keine Angaben zur Berufsausbildung vor. Ostalbkreis, Enzkreis und Biberach verzeichnen die geringste Akademiker-Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg.
Bürokratiekostenentlastung in der Außenhandelsstatistik – Rückwirkende Anhebung der Meldeschwellen ab Januar 2025 führt zur spürbaren Entlastung von Unternehmen
Mit der Novellierung des Außenhandelsstatistikgesetzes wurden die Anmeldeschwellen zur Intrahandelsstatistik rückwirkend zum 1. Januar 2025 deutlich angehoben. So sind infolgedessen Unternehmen bei Importen aus anderen EU-Mitgliedstaaten in Höhe von bis zu drei Millionen Euro (zuvor 800.000 Euro) von der Meldepflicht befreit. Bei Exporten innerhalb des EU-Binnenmarktes greift die Meldebefreiung bis zu einem Ausfuhrwert von einer Million Euro (vorher 500.000 Euro).
Januar bis April 2025: Baden-Württembergs Ausfuhren von Eisen und Stahl in die USA mit überdurchschnittlich starkem Rückgang
Die Vereinigten Staaten hatten am 12. März 2025 Zusatzzölle in Höhe von 25 % auf Einfuhren von Eisen, Stahl, Aluminium und Waren daraus in Kraft gesetzt, bevor am 4. Juni 2025 eine weitere Erhöhung auf 50 % erfolgte. Im Zeitraum Januar bis April 2025 wurden Eisen und Stahl sowie Waren daraus im Wert von 96,3 Millionen Euro aus dem Südwesten in die Vereinigten Staaten exportiert. Dabei sank der Wert gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 21,0 % um über ein Fünftel.
Arbeitsvolumen stieg gegenüber dem Vorjahr in vielen Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs an
Das Arbeitsvolumen, also die Summe der von allen Erwerbstätigen geleisteten Arbeitsstunden, nahm 2023 in 33 der 44 Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs gegenüber 2022 zu. Der Anstieg des Arbeitsvolumens fiel 2023 mit jeweils 2,2 % gegenüber dem Vorjahr im Stadtkreis Heidelberg und im Landkreis Ludwigsburg landesweit am stärksten aus. Die höchste durchschnittliche jährliche Arbeitszeit je erwerbstätiger Person wurde für das Jahr 2023 für den Stadtkreis Stuttgart mit 1.373 Stunden ermittelt. Auf Rang zwei und drei folgten der Hohenlohekreis (1.371 Stunden) und der Landkreis Heilbronn (1.364 Stunden). Am unteren Ende der Skala lag der Landkreis Tübingen (1.265 Stunden).
Umwelt und Verkehr
Woher kommt unser Trinkwasser? – Zur Struktur der öffentlichen Wasserversorgung in Baden-Württemberg
84 % der Gemeindeunternehmen bezogen Trinkwasser von anderen Wasserversorgern. Lediglich 16 % der Gemeindeunternehmen deckten den Wasserbedarf von Bevölkerung und Wirtschaft ausschließlich aus Eigenwasser. Dabei gibt es große regionale Unterschiede. Im Regierungsbezirk Freiburg versorgten sich deutlich mehr Gemeindeunternehmen ausschließlich aus lokalen Vorkommen als im Regierungsbezirk Stuttgart.
Wasserversorgung 2022 in Baden-Württemberg: Lokale Wasservorkommen reichen vielerorts nicht aus
Das Verbundsystem sichert dort die Versorgung mit Trinkwasser. Die öffentliche Wasserversorgung stützt sich auf ein dreistufiges Verbundsystem aus Gemeindeunternehmen (Wasserversorger vor Ort), regionalen Wasserversorgern und der Fernwasserversorgung. 43 % der Gemeindeunternehmen hatten 2022 keine eigene Gewinnung und bezogen das Wasser vollständig von einem anderen Versorger, meist als Mitglied eines Zweckverbands.
Klimabilanz 2024: Treibhausgasemissionen um 3,6 % gesunken.
Im Jahr 2024 wurden in Baden-Württemberg nach ersten Schätzungen des Statistischen Landesamtes 61,1 Millionen Tonnen Treibhausgase ausgestoßen. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Treibhausgasemissionen um 3,6 % zurück. Damit sanken sie das dritte Jahr in Folge und erreichten einen neuen historischen Tiefstand.
Die Entwicklung der Umweltschutzwirtschaft: Green Jobs und erneuerbare Energien im Fokus
Seit 2021 wächst die Umweltschutzwirtschaft in Baden-Württemberg stark an. Der Umsatz mit Gütern und Leistungen für den Umweltschutz ist von 2020 auf 2022 um über 30 % gewachsen. Auch die Zahl der Beschäftigten für den Umweltschutz – die sogenannten »Green Jobs« – sind im gleichen Zeitraum um fast 27 % gestiegen. Jedoch bleibt Baden-Württemberg hinter der dynamischen Entwicklung anderer Bundesländer zurück.
Umsatzwachstum in der baden-württembergischen Umweltschutzwirtschaft, aber sinkende Exportquote
Im Jahr 2023 erzielten Betriebe in Baden-Württemberg Umsätze mit Gütern und Leistungen für den Umweltschutz in Höhe von rund 19,3 Mrd. Euro. Dies entsprach einem Wachstum von 14 % im Vergleich zum Vorjahreswert von 16,9 Mrd. Euro und weist auf die wachsende Bedeutung der Umweltschutzwirtschaft hin.
Energiebericht kompakt 2025 veröffentlicht – Entwicklung des Energieverbrauchs in Baden-Württemberg im Überblick
Der Energiebericht präsentiert aktuelle Daten zum Energieverbrauch und zur Energieversorgung in Baden-Württemberg und zeigt Entwicklungen im Bereich Energieeffizienz und erneuerbarer Energien. Der Primärenergieverbrauch betrug in Baden-Württemberg 2023 rund 1.136 Petajoule und ist damit gegenüber dem Vorjahr um 12,2 % gesunken. Parallel dazu ist die Energieproduktivität – das Verhältnis von preisbereinigtem Bruttoinlandsprodukt zur eingesetzten Primärenergie – weiter gestiegen.
Bildung, Wissenschaft und Forschung
Forschungsintensität in Baden-Württemberg bei 5,7 % – Baden-Württemberg und Bayern: größter Zuwachs bei den FuE-Investitionen im Bundesländervergleich
Im Jahr 2023 stiegen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) in den Forschungsstätten der Wirtschaft, an den Hochschulen und in den öffentlich geförderten FuE-Einrichtungen außerhalb der Hochschulen (Staatssektor) in Baden-Württemberg auf insgesamt rund 36,1 Milliarden (Mrd.) Euro.
Regionale Analysen und Daten
Neue Broschüre mit Daten zur internationalen Bodenseeregion 2025 – Rund 22 Millionen Übernachtungen am Bodensee 2024
Wie hat sich die Bevölkerung in den letzten Jahren in der Bodenseeregion entwickelt? Wie viele Menschen könnten im Jahr 2040 in der Bodenseeregion leben? Wie viele Erwerbstätige gibt es in der Bodenseeregion und in welchen Sektoren arbeiten sie? Was sind die wichtigsten Herkunftsländer der Hotelleriegäste aus dem Ausland? Hier finden Sie Antworten auf diese und viele weitere Fragen.
- Pressemitteilung 147/2025: Neue Broschüre mit Daten zur internationalen Bodenseeregion 2025
- Internetportal der Statistikplattform Bodensee
Statistik Kommunal 2025 erschienen – Umfangreiche Datensammlung für Ihre Gemeinde
Wie viele Menschen leben derzeit in meiner Gemeinde und welche Entwicklungen sind bis 2045 zu erwarten? Wie alt sind die Einwohner im Durchschnitt? Wie viele Personen in meiner Gemeinde haben eine Einwanderungsgeschichte? Antworten auf diese und viele weitere Fragen liefert die aktuell erschienene Publikation „Statistik Kommunal“ des Statistischen Landesamtes. Neben dem Themenbereich Bevölkerung finden Sie wie gewohnt umfangreiches Datenmaterial der Bereiche Gebiet und Fläche, Bildung und Arbeitsmarkt, Bauen und Wohnen, Gemeindefinanzen, Umwelt und Verkehr sowie die Ergebnisse der Bundestagswahl vom 23. Februar 2025 für Ihre Gemeinde.
Karten im Statistischen Landesamt
In Form von Karten lässt sich die räumliche Verteilung statistischer Daten in leicht verständlicher Form darstellen. Das Angebot des Statistischen Landesamtes umfasst eine Vielzahl thematischer Karten zu den verschiedensten Statistikbereichen. In unserem Kartenverzeichnis finden Sie eine Übersicht der zur Verfügung stehenden Karten. Diese können heruntergeladen oder als Ausdruck bei uns bestellt werden.
- Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Akademikerinnen in den Stadt- und Landkreisen 2004 und 2024
- Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frauen nach Berufsabschluss in den Bundesländern 2024
- Karte des Monats: Erwerbslosenquote in Europa 2024 und ihre Veränderung seit 2014
- Karte des Monats: Standorte kommunaler Kläranlagen in Baden-Württemberg 2022
- Thematische Karten
Forschungsdatenzentrum/Familienforschung
Die FaFo (Familienforschung) im Statistischen Landesamt hat im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg einen neuen GesellschaftsReport BW veröffentlicht.
Überschuldung junger Menschen in Baden-Württemberg
In dem GesellschaftsReport wird mit Daten des Statistischen Bundesamtes aufgezeigt, wie sich die Überschuldungssituation junger Menschen in Baden-Württemberg gestaltet. Durch qualitative Interviews werden sowohl die Ursachen und Folgen einer Überschuldung erörtert, als auch wesentliche Anforderungen an die Beratung und Prävention von Überschuldung junger Menschen herausgearbeitet. Ergänzend werden eine Übersicht über die Präventionsangebote und konkrete Praxisbeispiele aus Baden-Württemberg dargestellt.
Die FaFo im Statistischen Landesamt hat im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg eine neue Kurzanalyse veröffentlicht.
Kinderarmut in Baden-Württemberg: Ist die Kinderarmut in Baden-Württemberg seit 2021 zurückgegangen
Die Kurzanalyse geht der Frage nach, ob das Absinken der Armutsgefährdungsquote als ein Rückgang der Armut aller Kinder und Jugendlichen in Baden-Württemberg interpretiert werden kann oder ob dies bei differenzierter Betrachtung relativiert werden muss und auch davon abhängt, welche Maßzahlen für die Armutsmessung herangezogen werden. Die Kurzanalysen im Gesellschaftsmonitoring sind Teil der modularen Armutsberichterstattung des Landes
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