:: 265/2020

Pressemitteilung 265/2020

Stuttgart,

Energiebericht 2020 erschienen

Baden-Württemberg: Umfangreiches Datenangebot zur Energieversorgung

Der Primärenergieverbrauch in Baden-Württemberg lag 2018 nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes mit 1 418,9 Petajoule (PJ) leicht unter dem Vorjahreswert (-0,5 %). Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt ist hingegen im Vergleich zu 2017 um 2,3 % gestiegen. Damit war das gesamtwirtschaftliche Wachstum Baden-Württembergs im Jahr 2018 positiv, während der Verbrauch an Primärenergie zurückging. Dementsprechend stieg die Energieproduktivität1 im Land gegenüber dem Vorjahr um 4,3 Indexpunkte an. Im Jahr 2018 lag die Energieproduktivität bezogen auf das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt um 58,3 Indexpunkte höher als 1991 (Index = 100). »Bei der gesamtwirtschaftlichen Energieeffizienz im Land ist somit weiterhin ein positiver Trend erkennbar«, so der stellvertretende Präsident des Statistischen Landesamtes, Dr. Martin Votteler.

In den vergangenen Jahren hat die Bedeutung der erneuerbaren Energien deutlich zugenommen. »Diese positive Entwicklung ist sehr erfreulich. Seit dem Jahr 2003 hat sich der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung mehr als verdreifacht und liegt im Jahr 2018 bei 27,4 %«, so Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller »Auch hat ihr Anteil am Bruttoendenergieverbrauch in den drei Sektoren Strom, Wärme und Verkehr mit 15 % einen neuen Höchststand im Jahr 2018 erreicht. Dies zeigt, dass die Energiewende von allen Nutzungsbereichen getragen wird«, so Untersteller weiter.

Der Endenergieverbrauch privater Haushalte in Baden-Württemberg ist seit 1991 mit einigen Schwankungen von 30,6 Gigajoule (GJ) auf 26,1 GJ je Einwohner im Jahr 2018 zurückgegangen. Damit verbrauchten private Haushalte je Einwohner knapp 15 % weniger Endenergie als noch 1991. Im Bereich der Raumwärme- und Warmwasserbereitung sank der Endenergieverbrauch privater Haushalte im Verhältnis zur Wohnfläche zwischen 1991 und 2018 von 67,7 GJ auf 45,1 GJ je 100 m2 Wohnfläche. Dies entspricht einem Rückgang von gut 33 %. Temperaturbereinigt entwickelte sich der Endenergieverbrauch in diesem Zeitraum von 64,8 GJ auf 50,8 GJ je 100 m2 Wohnfläche (-22 %).

Im Jahr 2018 lag der Bruttostromverbrauch im Südwesten bei 71,4 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh). Das waren 1,1 % weniger als im Vorjahr. Gegenüber 1991 ist der Bruttostromverbrauch um 9,3 % gestiegen. Die Produktivität des Bruttostromverbrauchs2 lag 2018 um 4,5 Indexpunkte höher als 2017. Seit 1991 (Index = 100) konnte die Produktivität des Bruttostromverbrauchs um 35,7 Indexpunkte gesteigert werden. Die Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe, im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden verbrauchten im Jahr 2018 rund 38,1 % des Stroms, Haushaltskunden 22,2 %. Neben dem Verbrauch der Endverbraucher umfasst der Gesamtbruttostromverbrauch den Verbrauch im Umwandlungsbereich, den Umwandlungseinsatz (z. B. Pumpstromverbrauch) und die Netzverluste. Erzeugt wurden in Baden-Württemberg 2018 insgesamt 62,2 Mrd. kWh Strom. Gut 87 % des verbrauchten Stroms wurden somit im Land selbst erzeugt. Die übrigen knapp 13 % wurden per Saldo von anderen Bundesländern und dem Ausland eingeführt.

Energiebericht 2020: Diese und viele weitere Informationen zur Energieversorgung in Baden-Württemberg finden Sie im Energiebericht 2020, der gemeinsam vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und dem Statistischen Landesamt herausgegeben wurde. Die Broschüre bietet einen Überblick über das umfangreiche Datenangebot zur Energieerzeugung, -verbrauch und -verwendung in Baden-Württemberg im nationalen und internationalen Vergleich.

Bestellung: Der Energiebericht 2020 steht kostenlos auf den Homepages des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und des Statistischen Landesamtes zum Download bereit. Außerdem können auch Druckexemplare beim Vertrieb angefordert werden.

1 Die Energieproduktivität ist ein Maß für die Effizienz einer Volkswirtschaft im Umgang mit den Energieressourcen. Sie gibt an, wie viele Einheiten des Bruttoinlandsproduktes jeweils mit einer Einheit Primärenergie erwirtschaftet werden. Je höher die volkswirtschaftliche Gesamtleistung je Einheit eingesetzter Primärenergie, desto effizienter nutzt die Volkswirtschaft die Primärenergie.

2 Bruttoinlandsprodukt je Einheit Bruttostromverbrauch.