:: 8/2021

Pressemitteilung 8/2021

Stuttgart,

Landwirtschaftliche Klärschlammverwertung ist die Ausnahme

Baden-Württemberg: In der Mehrzahl der Kreise wurde der gesamte Klärschlamm verbrannt

Im Jahr 2019 gingen rund 99 % des insgesamt im Land erzeugten Klärschlamms in die Mit- oder Monoverbrennung.1 Nach Angaben des Statistischen Landesamtes entfielen davon drei Viertel auf die Verwendung als Ersatzbrennstoff – zum Beispiel in Zementwerken oder Kohlekraftwerken – und rund ein Viertel auf die Monoverbrennung an Standorten kommunaler Kläranlagen und industrieller Klärschlamm-Verbrennungsanlagen. Dagegen waren bis Anfang der 2000er-Jahre die stoffliche Verwertung in der Landwirtschaft und im Landschaftsbau sowie die Deponierung die dominierenden Entsorgungswege.

Die Quote für die stoffliche Verwertung betrug 2019 rund 1 % der erzeugten Schlammmenge und erreichte damit in eine ähnliche Größenordnung wie 2018. In 10 der insgesamt 44 baden-württembergischen Stadt- und Landkreise fand eine Abgabe von Klärschlamm zur stofflichen Verwertung auf landwirtschaftlichen Flächen oder im Landschaftsbau statt; sie lag ausnahmslos unter 10 % der jeweiligen Schlammmenge im Kreis. Die Kreise mit den höchsten Quoten waren der Rems-Murr-Kreis und der Landkreis Karlsruhe. In 31 Kreisen wurde der gesamte Klärschlamm verbrannt. In 3 Stadtkreisen – Baden-Baden, Freiburg im Breisgau und Ulm – wird das Abwasser im Nachbarkreis gereinigt und der erzeugte Schlamm geht dort in das Kreisergebnis ein.2

Knapp ein Drittel des im Land erzeugten Klärschlamms wurde 2019 außerhalb Baden-Württembergs entsorgt. Davon wurde der überwiegende Teil – gut 26 % – an Industrieanlagen und Kraftwerke in anderen Bundesländern und ein kleinerer Teil – rund 1 % – ins Ausland abgegeben.3 Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg weiter feststellt, wurde in 12 Stadt- und Landkreisen mehr als die Hälfte des Klärschlamms in anderen Bundesländern oder im Ausland entsorgt. Gut 4 % des Klärschlamms aus 7 Landkreisen, insbesondere der gesamte im Landkreis Biberach und der größte Teil des im Alb-Donau-Kreis erzeugten Schlamms, ging an kommunale Kläranlagen in Bayern. Der Anteil des außerhalb der Landesgrenzen entsorgten Klärschlamms bewegte sich 2019 in ähnlicher Größenordnung wie in den Vorjahren.

1 Einschließlich Klärschlammvergasung mit einer vergleichsweise geringen Menge.

2 Das Abwasser von Ulm wird in einer Kläranlage mit Standort in Neu-Ulm gereinigt. Der entstehende Schlamm wird vom Bayerischen Landesamt für Statistik erhoben.

3 Einschließlich Abgabe zur Verwertung in der Landwirtschaft und im Landbau.