:: 236/2021

Pressemitteilung 236/2021

Stuttgart,

Getreideernte in Baden-Württemberg voraussichtlich schlechter als erwartet

Wintergerste schneidet vergleichsweise gut ab

Häufige und starke Niederschläge, nasse Böden und kühle Temperaturen stellen in diesem Jahr eine Herausforderung für die Getreideernte dar. Durch den späten Erntestart sind zudem in vielen Regionen die Bestände noch nicht gedroschen, weshalb eine zuverlässige Prognose schwierig ist.

Das Statistische Landesamt erwartet zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine unterdurchschnittliche Getreideernte (ohne Körnermais) von voraussichtlich 2,68 Millionen (Mill.) Tonnen. Damit würde das Vorjahresergebnis um −7 % und das Mittel der Jahre 2015 bis 2020 um −8 % unterschritten.

Insbesondere bei Winterweizen wurden die ersten Schätzungen nicht bestätigt. Die aktuellen Flächenerträge aus der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung weisen im Landesschnitt 6,8 Tonnen/Hektar (t/ha) auf. Das sind rund 15 % weniger als im Vorjahr und −10 % unterhalb des Durchschnitts der letzten 6 Jahre. Trotz des größeren Anbauumfangs werden die schwächeren Erträge nur teilweise kompensiert, weshalb sich die gesamte Erntemenge von 1,47 Mill. t voraussichtlich rund 10 % unter dem mehrjährigen Mittel einpendeln wird.

Dagegen kann bei Wintergerste nach den frostbedingten Schäden des vergangenen Jahres wieder mit einem zufriedenstellenden Ernteergebnis von 7,3 t/ha (+17 % zum Vorjahr) gerechnet werden. Die geringere Wintergerstenfläche sorgt jedoch dafür, dass in der Summe (595 000 t) das langjährige Mittel (−4 %) verfehlt wird. Auch wenn bei Sommergerste die Ergebnisgrundlage noch nicht sehr belastbar ist, deuten die Werte in diesem Jahr auf ein durchschnittliches Ergebnis hin. Mit prognostizierten 5,9 t/ha dürfte sich der Hektarertrag zwar unter dem Vorjahr, jedoch über dem 6-Jährigen Schnitt befinden. Merkliche Einbußen ergeben sich jedoch durch den starken Rückgang in der Anbaufläche, wodurch mit lediglich 292 000 t (−21 % zum Vorjahr und −10 % zum langjährigen Mittel) Sommergerste aus heimischer Produktion gerechnet werden kann.

Mit den feuchten Bedingungen hatte nach den bisherigen Resultaten auch Triticale Schwierigkeiten. Im Landesschnitt dürften die Erträge von 6,6 t/ha ungefähr 8 % niedriger ausfallen als im Vorjahr. In der Summe könnte mit 132 000 t Triticale (−11 %) gerechnet werden. Dagegen schneidet Roggen mit einem Durchschnittsertrag von 5,2 t/ha (+2 %) besser ab, bleibt aber auch um 5 % unter dem Mittel der letzten Jahre. Bei nahezu konstanter Anbaufläche könnten rund 47 000 t Roggen gedroschen werden. Derzeit wird bei Hafer noch von einem mittleren Ertrag von 5,3 t/ha ausgegangen, was leicht über 2020 liegen würde. Durch die nochmalige Zunahme der Haferflächen (+10 %) sind aus der diesjährigen Ernte ungefähr 108 000 t (+12 %) Hafer zu erwarten.

Winterraps kämpft immer noch mit dem Einbruch der Anbaufläche 2019, auch wenn inzwischen wieder mehr Rapsflächen zu sehen sind. Obwohl noch einige Ergebnisse ausstehen, lässt sich absehen, dass durch Staunässe, Hagelschäden und Auswuchs mit unterdurchschnittlichen Erträgen von 3,7 t/ha (−11 % zum Vorjahr) zu rechnen ist. In der Summe würde sich die Rapsernte auf 154 000 t belaufen und damit immer noch um 13 % das langjährige Mittel verfehlen.