:: 134/2022

Pressemitteilung 134/2022

Stuttgart,

Reallöhne im 1. Quartal 2022 um 1,2 % gesunken

Nominallöhne um 4 % gestiegen

Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg mitteilt, haben sich die Nominallöhne (Bruttomonatsverdienste inkl. Sonderzahlungen) der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Baden-Württemberg im 1. Quartal 2022 gegenüber dem Vorjahresquartal um 4,0 % erhöht. Die Verbraucherpreise legten im gleichen Zeitraum um 5,2 % zu. Da die Verbraucherpreise somit stärker angestiegen sind als die Nominallöhne, ergibt sich für die preisbereinigten Reallöhne ein Rückgang von 1,2 % für das 1. Quartal 2022.

Die starke Zunahme der Nominallöhne im 1. Quartal 2022 ist u. a. darauf zurückzuführen, dass im Vergleichszeitraum 2020 und dem 1. Quartal 2021 die Nominallöhne coronabedingt deutlich gesunken sind. Der damalige Rückgang der Nominallöhne war von der stark angestiegenen Kurzarbeit geprägt, denn Kurzarbeitergeld ist als Lohnersatzleistung in den Nominal- und Reallöhnen nicht einberechnet.

Im Laufe des Jahres 2021 sowie im 1. Quartal 2022 hat sich die Situation stabilisiert, so dass im 1. Quartal 2022 weniger Kurzarbeitergeld ausgezahlt werden musste. Damit stiegen die vom Arbeitgebenden gezahlten Nominallöhne wieder. Einen weiteren positiven Einfluss auf den Nominallohn hatten z. B. auch die Corona-Sonderzahlungen (Prämien, Boni).

Schaubild 1: Reallohnindex in Baden-Württemberg seit 2014
Schaubild 1: Reallohnindex in Baden-Württemberg seit 2014
Tabelle 1
Entwicklung der Reallöhne, der Nominallöhne und der Verbraucherpreise in Baden Württemberg seit 2014*)
Jahr/QuartalReallohn­index1)Nominal­lohn­index1)Verbraucher­preis­index
Veränderung zum Vorjahreszeitraum in %

*) Nominallöhne: Bruttomonatsverdienst inklusiv Sonderzahlungen.

1) Vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich.

2) Die VVE wurde nach dem 4. Quartal 2021 eingestellt und durch die monatliche Verdiensterhebung (VE) abgelöst. Durch die Erhebungsumstellung und damit einhergehende Änderungen gibt es einen gewissen Bruch in den Indexreihen. Eine Index-Verkettung auf Grundlage der Veränderungsraten der Indizes der letzten zehn Jahre der VVE wurde vorgenommen, dennoch handelt es sich bei dem Nominallohnindex für 2022 um einen "künstlich" erzeugten Index, so dass keine uneingeschränkte Vergleichbarkeit mit der vorherigen Zeitreihe gegeben ist. Alle Verdienstergebnisse der Berichtsquartale 2022 werden als vorläufige Ergebnisse veröffentlicht, da nach Abschluss des 4. Quartals 2022 im Jahr 2023 eine Umstellung auf den Basiszeitraum 2022=100 erfolgt und entsprechend eine vollständige Revision aller Verdienstindizes vorgenommen wird. Der Verbraucherpreisindex bleibt hiervon unberührt.

Datenquelle: Vierteljährliche Verdiensterhebung [VVE].

2014I+1,7+2,9+1,1
 II+2,3+3,4+1,0
 III+1,0+1,8+0,8
 IV+1,2+1,6+0,5
2015I+1,4+1,3
 II+1,9+2,8+0,9
 III+1,5+2,4+0,8
 IV+2,5+3,0+0,5
2016I+2,3+2,7+0,3
 II+1,6+1,8+0,2
 III+1,4+1,9+0,5
 IV+1,1+2,2+1,1
2017I+0,8+2,6+1,7
 II+1,2+2,7+1,5
 III+0,4+2,2+1,8
 IV+0,6+2,2+1,5
2018I+1,1+2,6+1,5
 II+0,7+2,7+2,0
 III+1,5+3,6+2,0
 IV+0,9+3,2+2,3
2019I+0,9+2,5+1,6
 II+0,2+2,0+1,8
 III+3,2+4,7+1,5
 IV+1,2+1,1
2020I−0,8+0,8+1,6
 II−7,2−6,4+0,8
 III−4,3−4,1+0,2
 IV−1,3−1,2+0,1
2021I−2,3−0,9+1,5
 II+4,6+7,1+2,3
 III+1,3+4,9+3,6
 IV−0,8+3,9+4,7
20222)I−1,2+4,0+5,2