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Statistisches Monatsheft Januar 2019

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Die Ergebnisse des Innovationsindex 2018 zeigen: Innerhalb der Europäischen Union ist Baden‑Württemberg als Region erneut Spitzenreiter im Hinblick auf die aktuell höchste Innovationsfähigkeit. Ausschlaggebend hierfür sind unter anderem hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung. Auf Länderebene führt Schweden die Spitzengruppe im EU 28-Vergleich an, gefolgt von Dänemark und Finnland. Deutschland belegt 2018 weiterhin den vierten Platz. Mehr zum Innovationsindex 2018 im europäischen Vergleich lesen Sie in unserem Titelbeitrag.

Im Jahr 2015 wurden in Baden‑Württemberg rund 33 000 Unternehmen gegründet, gegenüber einer Anzahl von etwa 466 000 bereits bestehenden Unternehmen. Unternehmensgründungen tragen zum Wettbewerb in einer Volkswirtschaft bei, daher besteht auch seitens der Politik konkreter Bedarf an harmonisierten Daten zum Gründungsgeschehen. Der Beitrag von Volker Schneider informiert über die Statistik der Unternehmensdemografie und bietet Ergebnisse zu Gründungs-, Schließungs- und Überlebensraten in den Jahren 2010 bis 2015.

Ich wünsche Ihnen viele neue Erkenntnisse für Ihre Arbeit.

Dr. Carmina Brenner, Präsidentin

Innovationsindex 2018: Baden-Württemberg im europäischen Vergleich

Für eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte müssen in Baden-Württemberg auch zukünftig neue innovative Produkte und Dienstleistungen generiert werden. Die Politik kann durch Gestaltung von günstigen Rahmenbedingungen unterstützen, benötigt hierfür jedoch fundierte Kenntnisse über die aktuelle Innovationsfähigkeit des Landes im Vergleich mit anderen Wirtschaftsräumen. Aus diesem Grund wurde vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg ein Innovationsindex entwickelt, der im 2-jährigen Turnus berechnet wird. In diesen Innovationsvergleich werden 86 Regionen einbezogen, und zwar die 28 EU-Mitgliedstaaten und 58 Regionen auf NUTS-1-Ebene. Bei der Analyse der Ergebnisse stehen folgende Fragen im Vordergrund: Wie hoch ist die Innovationsfähigkeit der betrachteten Länder bzw. Regionen? Wie hat sich deren Innovationsfähigkeit in den vergangenen Jahren entwickelt? Wo steht Baden-Württemberg im europäischen Innovationsvergleich? Im nachfolgenden Beitrag werden die Ergebnisse der Berechnung 2018 vorgestellt.

Welcher Lehramtsstudiengang schneidet bei den Studierenden am besten ab?

Ergebnisse der Absolventenbefragung 2018 an den Pädagogischen Hochschulen

Wie zufrieden waren die Absolventinnen und Absolventen mit ihrem Studium an einer Pädagogischen Hochschule in Baden-Württemberg? Würden sie erneut ein pädagogisches Studium wählen? Wie gut bereitete ihr Studium sie auf ihre erste berufliche Tätigkeit vor? Diese und weitere Fragen beantworten die Ergebnisse der fünften Absolventenbefragung an fünf Pädagogischen Hochschulen des Landes. Die Befragung zeigt: Sieben von zehn Lehramtsabsolventinnen und -absolventen bewerteten ihr Studium retrospektiv positiv und zeigten sich zufrieden bzw. sehr zufrieden. Der Übergang ins Berufsleben verlief überwiegend problemlos und mit den Inhalten ihrer beruflichen Tätigkeit sind die Absolventinnen und Absolventen ebenfalls (sehr) zufrieden.

Unternehmensgründungen und ihre wirtschaftliche Entwicklung – Methodik und erste Ergebnisse

Vorstellung der Statistik der Unternehmensdemografie

Unternehmensgründungen erfüllen in wettbewerbsgeprägten Wirtschaftssystemen eine wichtige Funktion. Jede Unternehmensgründung konkurriert mit etablierten Unternehmen um Marktanteile und stärkt damit den Wettbewerb an sich. Immer wieder stechen aber auch besonders innovative Gründungen hervor, denen es mit neuen Geschäftsmodellen oder Produkten gelingt, ganze Märkte neu zu definieren.

Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung stehen Unternehmensgründungen im Fokus europäischer, nationaler und regionaler Wirtschaftspolitik. Private Akteure, Verbände, Landesregierungen, die Bundesregierung und die europäische Union fördern Unternehmensgründungen finanziell beispielsweise über Förderprogramme, strukturell durch den Abbau von administrativen Hürden und ideell durch Ehrungen im Rahmen von Veranstaltungen, Beratungsangeboten oder Vernetzungsaktivitäten. Befeuert durch besonders herausragende Gründungen steigt aber auch das öffentliche und mediale Interesse am Thema. So gibt es Webseiten, Zeitschriften und Fernsehsendungen, die in verschiedensten Formaten das Thema Gründung behandeln.

Seitens der Politik besteht konkreter Bedarf an harmonisierten Daten zum Gründungsgeschehen. Der Beitrag informiert über die Statistik der Unternehmensdemografie und bietet Ergebnisse zu Gründungs-, Schließungs- und Überlebensraten in den Jahren 2010 bis 2015.

Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Stellenangeboten in Baden-Württemberg

Eine langfristige Untersuchung anhand der Beveridge-Kurve

Im Herbst 2018 prägte eine niedrige Arbeitslosigkeit und eine hohe Anzahl gemeldeter Stellen die Arbeitsmarktlage im Südwesten. Auch Jahre nach den Krisen der jüngsten Vergangenheit (Finanz- und Eurokrise) sinkt die Arbeitslosigkeit weiter. Damit steigt nach einer wirtschaftlichen Krise die Sockelarbeitslosigkeit nicht an, wie es in den 1970er- und 1980er-Jahren üblich war. Der folgende Beitrag beleuchtet das Zusammenspiel aus Arbeitslosigkeit und gemeldeten Stellenangeboten auf Grundlage der Beveridge-Kurve für den Südwesten und Deutschland. Auf diese Weise lassen sich strukturelle Probleme am Arbeitsmarkt erkennen und beobachten, wie sich diese über die Zeit hinweg verändert haben. Die Gründe für die auch historisch sehr günstige Arbeitsmarktlage sind vielschichtig und reichen von den Hartz-Gesetzen über eine dynamische Weltkonjunktur sowie eine bis 2008 anhaltende Lohnzurückhaltung bis zu veränderten institutionellen Bedingungen am Arbeitsmarkt. Auch aus der europäischen Sichtweise befindet sich der deutsche und baden-württembergische Arbeitsmarkt in glänzender Verfassung. Trotz sinkender Arbeitslosigkeit bewegt sich die Erwerbslosenquote in Italien, Spanien, aber auch Frankreich immer noch auf vergleichsweise hohem Niveau.

Im Blickpunkt: Die Stadt Ludwigsburg

In der Serie Im Blickpunkt steht dieses Mal die Stadt Ludwigsburg im gleichnamigen Kreis. Aus dem Landesinformationssystem Baden-Württemberg (LIS) lassen sich für Ludwigsburg wie für jede andere Gemeinde des Landes interessante Erkenntnisse zur Struktur und Entwicklung gewinnen. Besonders herausgehoben werden an dieser Stelle die Bevölkerungsentwicklung, die Wohn- und die Beschäftigtensituation.

Der Zensus vor dem Bundesverfassungsgericht

Das Urteil vom 19. September 2018

Das Bundesverfassungsgericht hat im Urteil vom 19. September 2018 den registergestützten Zensus 2011 ohne Abstriche für verfassungsgemäß erklärt. Das Urteil hat für die amtliche Statistik in Bund und Ländern und für künftige Zensen große Bedeutung. Deshalb werden die wichtigsten Aussagen des Urteils hier zusammengefasst; eine kurze Bewertung und ein Ausblick schließen den Beitrag ab.