:: 107/2018

Pressemitteilung 107/2018

Stuttgart,

Binnenschifffahrt 2017: Güterumschlag um 6 Prozent gestiegen

38 000 Schiffe auf nutzbarem Wassernetz in Baden-Württemberg unterwegs – Mannheim meldet Plus bei Umschlägen – Stuttgart spürbares Minus

Im Jahr 2017 wurden in baden-württembergischen Häfen sowie an Lösch- und Ladeplätzen insgesamt 32,1 Millionen Tonnen (Mill. t) Güter im Binnenschiffsverkehr umgeschlagen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes entspricht dies einem Plus von 6,3 % oder 1,9 Mill. t gegenüber 2016. Damit setzte sich der bereits im vergangenen Jahr begonnene Aufschwung der Gütertransporte fort. Zum Vergleich: Bundesweit wurden in der Binnenschifffahrt mit 222,7 Mill. t 0,6 % mehr Güter als im Vorjahr befördert. Auch im baden-württembergischen Containerverkehr war 2017 eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Nach 2 Jahren rückläufiger Gütertransporte, wurden im vergangenen Jahr 243 863 TEU1 auf Binnenschiffen befördert (+3,1 %).

Das für die gewerbliche Binnenschifffahrt nutzbare Wassernetz Baden-Württembergs umfasst eine Gesamtlänge von rund 550 Kilometern. Auf diesen Wasserstraßen waren 2017 rund 38 000 Schiffe unterwegs, das waren etwa 3 000 mehr als 2016. Der Anteil der Fahrten ohne Ladung lag bei rund 25 % und reduzierte sich damit gegenüber dem Vorjahr, mit einem Anteil von rund einem Drittel. Dabei fuhr mehr als die Hälfte der Schiffe unter niederländischer Flagge, dicht gefolgt – mit einem Anteil von 36 % – von deutschen Schiffen.

2017 war in alIen Verkehrsrelationen eine positive Entwicklung des Güterumschlags zu beobachten. Der Auslandsempfang, die mit 12 Mill. t bedeutendste Verkehrsbeziehung, erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 10,4 %. Gleichfalls positiv entwickelte sich der Versand in ausländische Häfen (6,9 Mill. t bzw. +5,9 %). Nach Einbußen im vergangenen Jahr wurden 2017 mit plus 3,7 % sowohl wieder mehr Waren aus Deutschland empfangen (4,8 Mill. t) als auch in deutsche Häfen versandt (+2,7 % auf 8,5 Mill. t).

Auch Baden-Württembergs Güterumschlag mit den Seehäfen erfuhr einen deutlichen Zuwachs. Der Seehafenhinterlandverkehr nahm um 6,9 % auf 10,8 Mill. t zu. Hier sind vor allem die Transportrelationen mit den über den Rhein angebundenen ARA-Häfen (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) von Bedeutung. Der Empfang macht hier in der Regel zwei Drittel des Gesamtumschlags aus.

Die beiden umschlagstärksten Güterabteilungen entwickelten sich überdurchschnittlich. Sowohl in der Güterposition »Erze, Steine und Erden« (8,6 Mill. t) als auch in der Position »Kokerei- und Mineralölerzeugnisse« (6,6 Mill. t) wurde mit einem Plus von 11,9 % bzw. 12,3 % das Vorjahresergebnis deutlich übertroffen. Auch der im letzten Jahr rückläufige Güterumschlag im Bereich »Kohle, rohes Erdöl und Erdgas« legte 2017 stark zu (+6,6 % auf 4,9 Mill. t).

Auf Baden-Württembergs Wasserstraßen wurden mit 7,2 Mill. t 15,9 % mehr Gefahrgüter transportiert als im Vorjahr.

Die Umschlagbilanzen der baden-württembergischen Häfen fielen auch im Jahr 2017 sehr unterschiedlich aus. So meldete Mannheim – der umschlagstärkste Hafen - ein deutliches Plus des Güterumschlags von 11,4 % auf 9,6 Mill. t. Auch im Hafen Karlsruhe (7,3 Mill. t) wurden mit +8,7 % wesentlich mehr Güter als 2016 umgeschlagen. Der Hafen Kehl (4,1 Mill. t) übertraf das letztjährige Ergebnis um 1 %. Während im Hafen Heilbronn die Umschlagmenge mit 2,5 Mill. t stagnierte, sank das Lade- und Löschvolumen im Hafen Stuttgart (1 Mill. t) mit minus 8,3 % spürbar. Eine mögliche Erklärung dafür war sicher die Beeinträchtigung der Neckarschifffahrt durch wiederholte Schleusensperrungen im Jahr 2017.

1 TEU = ein 20-Fuß-Standardcontainer

Schaubild 1: Güterumschlag der Binnenschifffahrt in ausgewählten Häfen Baden-Württembergs seit 1990
Schaubild 1: Güterumschlag der Binnenschifffahrt in ausgewählten Häfen Baden-Württembergs seit 1990
Tabelle 1
Güterumschlag der Binnenschifffahrt in ausgewählten Häfen Baden-Württembergs seit 1990
JahrUmschlag
insgesamt
Darunter
MannheimKarlsruheKehlHeilbronnStuttgart
in 1.000 t

Datenquelle: Güterverkehrsstatistik der Binnenschifffahrt.

199044.4397.77411.8262.4405.9181.602
199142.7588.13011.3402.5915.2811.756
199243.8017.53911.0492.6105.8071.967
199341.6096.94612.5542.5794.9681.671
199441.1537.05911.2862.8894.8601.635
199540.5027.81710.3343.0844.8271.511
199640.4177.93810.3102.8745.1271.697
199737.8027.8548.3902.8774.8521.697
199837.0598.0456.0233.0505.3571.561
199935.7457.7625.5212.9155.3011.405
200037.3407.9246.7283.3174.4361.690
200135.9458.3416.2133.2684.3351.403
200235.4977.9576.8743.3654.9291.147
200331.5706.9506.2273.2534.2071.071
200433.0967.6826.6983.5464.2551.124
200533.2508.1076.5143.3374.3941.134
200634.2107.9497.1133.1524.6601.037
200733.2948.3526.3853.3393.8001.096
200834.0408.7456.4753.5803.9301.076
200931.2767.8776.2813.8823.607874
201031.0787.6666.0623.8193.9761.069
201128.7826.5845.9553.9523.615966
201232.6377.9966.8454.1143.8221.036
201333.3338.7906.8954.3724.0451.082
201431.6258.4707.0483.8443.0801.152
201529.5868.1337.0723.7832.7981.025
201630.2358.6106.6924.0652.4621.085
201732.1439.5947.2724.1062.460995
Tabelle 2
Güterumschlag der Binnenschifffahrt in Baden-Württemberg 2017 und 2016 nach Güterabteilungen*)
Güterabteilungen20162017Veränderung
in 1.000 tin %

*) Güterumschlag mit Containergewicht.

1) Einheitliches Güterverzeichnis für die Verkehrsstatistik - 2007 (NST 2007).

Datenquelle: Güterverkehrsstatistik der Binnenschifffahrt.

Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei1.3271.285−3,2
Kohle, rohes Erdöl und Erdgas4.5794.880+6,6
Erze, Steine und Erden, sonstige Bergbauerzeugnisse7.6608.571+11,9
Nahrungs- und Genussmittel1.8161.465−19,3
Textilien, Bekleidung, Leder und Lederwaren88
Holzwaren, Papier, Pappe, Druckerzeugnisse453478+5,6
Kokerei- und Mineralölerzeugnisse5.8796.604+12,3
Chemische Erzeugnisse etc.1.7732.203+24,3
Sonstige Mineralerzeugnisse (Glas, Zement, Gips etc.)340355+4,4
Metalle und Metallerzeugnisse1.8151.716−5,5
Maschinen und Ausrüstungen, Haushaltsgeräte etc.140164+17,0
Fahrzeuge473486+2,7
Möbel, Schmuck, Musikinstrumente, Sportgeräte etc.4341−4,9
Sekundärrohstoffe, Abfälle3.1343.153+0,6
Geräte und Material für die Güterbeförderung161164+2,1
Gutart unbekannt634569−10,3
Insgesamt30.23532.143+6,3
Schaubild 2: Containerumschlag in der Binnenschifffahrt Baden-Württembergs seit 1995
Schaubild 2: Containerumschlag in der Binnenschifffahrt Baden-Württembergs seit 1995
Tabelle 3
Containerumschlag in der Binnenschifffahrt Baden-Württembergs seit 1995
JahrContainer (TEU1))
Anzahl

1) TEU = ein 20-Fuß-Standardcontainer.

Datenquelle: Güterverkehrsstatistik der Binnenschifffahrt.

199585.228
1996102.523
1997120.132
1998122.180
1999150.879
2000174.230
2001181.749
2002189.658
2003182.464
2004209.215
2005237.147
2006211.633
2007212.185
2008206.211
2009174.730
2010223.517
2011197.898
2012210.222
2013235.373
2014263.367
2015249.829
2016236.559
2017243.863