:: 156/2018

Pressemitteilung 156/2018

Stuttgart,

In Baden-Württemberg leben etwas mehr Frauen als Männer

Höchster Frauenanteil in Freiburg im Breisgau, geringster in Karlsruhe

Am 30. September 2017 hatte Baden-Württemberg erstmals mehr als 11 Millionen Einwohner. Zu diesem Stichtag lag die Zahl der Frauen im Südwesten um knapp 70 000 höher als die der Männer; der Frauenanteil an der Gesamtbevölkerung betrug damit 50,3 %, so das Statistische Landesamt.1

Für den höheren Anteil der Frauen an der Gesamtbevölkerung ist deren höhere Lebenserwartung entscheidend: Ein neugeborenes Mädchen kann heute in Baden-Württemberg auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von 84 Jahren hoffen, bei den Jungen sind es im Schnitt immerhin 4,5 Jahre weniger. Allerdings hat sich die Lebenserwartung der Männer an die der Frauen in den letzten Jahrzehnten etwas angenähert – mit der Konsequenz, dass sich auch die Geschlechterproportion immer stärker angeglichen hat.

Obwohl die Männer zahlenmäßig unterrepräsentiert sind, ist dies dagegen nicht auf die langfristige Zuwanderung zurückzuführen: Seit 1975 sind aus dem Ausland oder aus dem übrigen Bundesgebiet praktisch gleich viele Frauen und Männer in den Südwesten gezogen, per Saldo jeweils rund 900 000.2

Allerdings ist das weibliche Geschlecht nicht in allen Altersklassen in der Mehrzahl: Bei den Kindern und Jugendlichen sowie im jüngeren und mittleren Erwachsenenalter dominieren in beinahe allen Altersjahren zahlenmäßig die Männer. Ursache für diese Dominanz in den jüngeren Jahren ist vor allem, dass regelmäßig mehr Jungen als Mädchen geboren werden: In Baden-Württemberg wie auch in Deutschland insgesamt stehen 1 000 Mädchengeburten immerhin rund 1 050 Geburten von Jungen gegenüber.

Ab der Altersgruppe der 58-Jährigen sind die Frauen ausnahmslos stärker vertreten, wobei diese zahlenmäßige Dominanz mit zunehmendem Alter immer ausgeprägter wird: Unter den 60- bis unter 80-jährigen Baden-Württembergern sind »nur« 53 % Frauen, bei den 80-Jährigen und Älteren dagegen bereits 62 % – und zwar nicht nur wegen ihrer höheren Lebenserwartung, sondern auch aufgrund der einschneidenden Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs, als erheblich mehr Männer als Frauen infolge des Krieges ums Leben kamen.

Innerhalb des Landes zeigen sich Unterschiede bei der Geschlechterproportion der Bevölkerung, die aber beim Vergleich der 44 Stadt- und Landkreise relativ moderat ausfallen. Anteilsmäßig am meisten Frauen gibt es in den Stadtkreisen Freiburg im Breisgau und Baden-Baden mit jeweils gut 52 %. Am geringsten ist der Frauenanteil im Stadtkreis Karlsruhe sowie im Hohenlohe- und im Alb-Donau-Kreis.

Deutlich größer ist die Spannweite bei den 1 101 Gemeinden des Landes. Den höchsten Frauenanteil mit 61 % gibt es derzeit in Untermarchtal (Alb-Donau-Kreis), den geringsten in den ebenfalls kleinen Gemeinden Bubsheim (Landkreis Tuttlingen) und Beuron (Landkreis Sigmaringen) mit jeweils 45 %.

1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit werden alle Personen männlichen bzw. weiblichen Geschlechts vereinfacht als „Männer“ bzw. „Frauen“ bezeichnet.

2 In den letzten Jahren sind allerdings deutlich mehr Männer als Frauen nach Baden-Württemberg gekommen; dagegen war es vor allem in den 1990er-Jahren und im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends noch umgekehrt.

Schaubild 1: Bevölkerung in Baden-Württemberg am 01.01.2017 nach Altersjahren und Geschlecht – Unterschiede in der Besetzungsstärke zwischen Frauen und Männern
Schaubild 1: Bevölkerung in Baden-Württemberg am 01.01.2017 nach Altersjahren und Geschlecht – Unterschiede in der Besetzungsstärke zwischen Frauen und Männern
Tabelle 1
Bevölkerung in Baden-Württemberg am 01.01.2017 nach Altersjahren und Geschlecht
AltersjahreBesetzungsstärke
männlichweiblichDifferenz
Anzahl

Datenquelle: Bevölkerungsfortschreibung.

055.04852.071−2.977
152.74750.992−1.755
252.29749.242−3.055
350.74847.747−3.001
449.88747.233−2.654
548.98546.728−2.257
650.57147.643−2.928
749.94047.376−2.564
851.07748.787−2.290
951.14449.224−1.920
1050.81948.275−2.544
1151.90649.367−2.539
1253.33350.063−3.270
1353.87350.102−3.771
1454.82951.159−3.670
1556.30652.444−3.862
1659.84755.380−4.467
1762.41455.734−6.680
1864.87758.317−6.560
1969.89261.958−7.934
2069.96462.159−7.805
2169.52762.088−7.439
2270.75763.176−7.581
2372.94965.602−7.347
2474.08566.128−7.957
2575.41568.614−6.801
2679.52272.192−7.330
2777.69770.541−7.156
2879.62471.681−7.943
2976.18369.383−6.800
3075.00869.592−5.416
3172.53267.071−5.461
3271.84067.204−4.636
3370.55867.532−3.026
3472.39069.158−3.232
3571.40169.303−2.098
3671.53869.731−1.807
3766.91266.252−660
3865.64164.423−1.218
3965.30564.207−1.098
4065.54464.067−1.477
4164.07163.360−711
4265.14365.234+91
4364.97464.854−120
4470.29470.033−261
4576.25774.933−1.324
4679.04078.043−997
4785.16583.241−1.924
4888.92087.306−1.614
4991.29188.695−2.596
5093.31190.647−2.664
5193.12189.903−3.218
5294.40791.217−3.190
5393.05190.076−2.975
5489.59587.307−2.288
5587.03786.427−610
5683.93284.090+158
5780.51080.383−127
5876.32576.368+43
5973.89774.058+161
6071.10072.713+1.613
6166.87069.043+2.173
6263.62467.631+4.007
6360.26265.162+4.900
6459.98464.858+4.874
6557.96462.651+4.687
6657.46363.282+5.819
6756.58961.499+4.910
6852.41355.988+3.575
6948.00352.248+4.245
7041.49245.742+4.250
7135.00439.455+4.451
7245.29851.102+5.804
7344.77651.947+7.171
7444.21750.144+5.927
7551.14361.195+10.052
7652.49263.643+11.151
7750.44362.243+11.800
7845.32057.564+12.244
7940.72752.054+11.327
8037.59649.058+11.462
8133.88845.483+11.595
8228.53639.806+11.270
8322.22831.919+9.691
8419.78630.117+10.331
8518.06728.671+10.604
8616.41227.790+11.378
8713.78724.777+10.990
8811.63022.126+10.496
898.95118.465+9.514
90 und älter24.32771.731+47.404
Tabelle 2
Bevölkerung in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs am 30.09.2017 nach Geschlecht
Stadtkreis (SKR)
Landkreis (LKR)
Land
Bevölkerung insgesamtDavon
MännerFrauen
Anzahl%Anzahl%

Datenquelle: Bevölkerungsfortschreibung.

Stuttgart (SKR)631.015315.42050,0315.59550,0
Böblingen LKR)388.840193.39749,7195.44350,3
Esslingen (LKR)532.043265.64949,9266.39450,1
Göppingen (LKR)255.998127.51549,8128.48350,2
Ludwigsburg (LKR)541.914268.90749,6273.00750,4
Rems-Murr-Kreis (LKR)424.557210.02249,5214.53550,5
Heilbronn (SKR)125.01062.96550,462.04549,6
Heilbronn (LKR)340.536170.97050,2169.56649,8
Hohenlohekreis (LKR)111.33056.20550,555.12549,5
Schwäbisch Hall (LKR)194.30297.49350,296.80949,8
Main-Tauber-Kreis (LKR)132.19965.82249,866.37750,2
Heidenheim (LKR)132.01465.78249,866.23250,2
Ostalbkreis (LKR)312.362155.43949,8156.92350,2
Baden-Baden (SKR)54.64526.18447,928.46152,1
Karlsruhe (SKR)311.006158.89251,1152.11448,9
Karlsruhe (LKR)442.511220.56849,8221.94350,2
Rastatt (LKR)230.175114.27349,6115.90250,4
Heidelberg (SKR)159.70977.11048,382.59951,7
Mannheim (SKR)306.846153.07849,9153.76850,1
Neckar-Odenwald-Kreis (LKR)143.40072.03150,271.36949,8
Rhein-Neckar-Kreis (LKR)546.365268.63449,2277.73150,8
Pforzheim (SKR)124.06460.89149,163.17350,9
Calw (LKR)157.28078.87950,278.40149,8
Enzkreis (LKR)198.18698.31649,699.87050,4
Freudenstadt (LKR)117.43958.61849,958.82150,1
Freiburg im Breisgau (SKR)227.940108.96147,8118.97952,2
Breisgau-Hochschwarzwald (LKR)262.190129.30049,3132.89050,7
Emmendingen (LKR)164.53981.24549,483.29450,6
Ortenaukreis (LKR)425.833211.96549,8213.86850,2
Rottweil (LKR)138.98469.43350,069.55150,0
Schwarzwald-Baar-Kreis (LKR)211.052104.94049,7106.11250,3
Tuttlingen (LKR)139.28770.01450,369.27349,7
Konstanz (LKR)283.163138.11748,8145.04651,2
Lörrach (LKR)228.375111.91949,0116.45651,0
Waldshut (LKR)170.12584.38249,685.74350,4
Reutlingen (LKR)285.559141.71149,6143.84850,4
Tübingen (LKR)225.008109.94748,9115.06151,1
Zollernalbkreis (LKR)188.29293.39449,694.89850,4
Ulm (SKR)124.97061.97749,662.99350,4
Alb-Donau-Kreis (LKR)194.46998.28950,596.18049,5
Biberach (LKR)198.04899.73050,498.31849,6
Bodenseekreis (LKR)215.010105.95549,3109.05550,7
Ravensburg (LKR)283.253141.26549,9141.98850,1
Sigmaringen (LKR)130.35965.39950,264.96049,8
Baden-Württemberg11.010.2025.471.00349,75.539.19950,3