:: 61/2020

Pressemitteilung 61/2020

Stuttgart,

Binnenschifffahrt 2019: Güterumschlag um 14,1 % gestiegen

Umschlagsniveau aus 2017 noch nicht wieder erreicht

Im Jahr 2019 wurden in baden-württembergischen Häfen sowie an Lösch- und Ladeplätzen insgesamt 30,8 Millionen Tonnen (Mill. t) Güter im Binnenschiffsverkehr umgeschlagen.1 Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stieg der Güterumschlag 2019 gegenüber dem sehr niedrigen Vorjahreswert damit um 14,1 % (+ 3,8 Mill. t). Aufgrund niedriger Flusspegel und der dadurch eingeschränkten Schiffbarkeit wurde 2018 das geringste Umschlagsvolumen seit 1960 verzeichnet. Das Niveau des überwiegend einschränkungsfrei schiffbaren Jahres 2017 erreichte der Güterumschlag 2019 hingegen noch nicht. Damals wurden 32,1 Mill. t und damit 4,5 % mehr Güter als 2019 umgeschlagen.

Auf dem etwa 550 Kilometer langen Wassernetz, das für die gewerbliche Binnenschifffahrt in Baden-Württemberg nutzbar ist, waren 2019 rund 36 600 Schiffe2 unterwegs. Das waren knapp 1 300 Schiffe mehr als im Vorjahr (+ 3,6 %). Dabei lag der Anteil an Fahrten ohne Ladung mit 31,6 % leicht über dem Vorjahreswert (+ 1,6 Prozentpunkte), der Auslastungsgrad der beladenen Schiffe stieg hingegen deutlich von 46,0 % auf 52,2 %.3 Mehr als die Hälfte der Schiffe (52,1 %) fuhr unter niederländischer Flagge, deutsche Schiffe rangierten mit einem Anteil von 38,4 % auf Platz zwei.

Der Umschlag mit dem Ausland verzeichnete 2019 mit einem Plus von 2,2 Mill. t (+ 14,9 %) auf insgesamt 17,0 Mill. t einen etwas stärkeren Zuwachs als der Inlandsumschlag (+ 13,1 % auf 13,8 Mill. t).
Ausschlaggebend war dabei der Versand ins Ausland, der um deutliche 21,6 % auf 6,8 Mill. t zulegte. Nicht ganz so dynamisch entwickelte sich der Zuwachs an Gütern, die aus dem Ausland nach Baden-Württemberg versendet wurden. Nachdem diese bedeutende Verkehrsrelation 2018 um starke 23,6 % bzw.  – 2,8 Mill. t zurückgegangen war, stieg sie 2019 um lediglich 1,0 Mill. t an (+ 10,9 %). Dennoch war der Auslandsversand mit 10,1 Mill. t. auch 2019 die umschlagsstärkste Verkehrsrelation.
Beim Verkehr innerhalb Deutschlands verzeichneten Versand und Empfang fast gleich starke Zuwachsraten. Mit einem Plus von 13,1 % erreichte der Inlandsversand ein Volumen von 8,3 Mill. t. Der Inlandsempfang bildete mit einer Steigerung von 13,2 % auf 5,5 Mill. t nach wie vor die umschlagschwächste der vier Verkehrsrelationen.

Innerhalb der Güterabteilungen verzeichnete die baden-württembergische Binnenschifffahrt 2019 eine überwiegend aufwärts gerichtete Entwicklung. Die umschlagstärkste Güterabteilung »Erze, Steine und Erden, sonstige Bergbauerzeugnisse« verzeichnete 2019 mit einem Plus von 24,9 % auf 9,0 Mill. t. überdurchschnittlich hohe Zuwachsraten. Auch die nächst stärkere Güterabteilung «Kokerei- und Mineralölerzeugnisse” legte mit einem Plus von 20,1 % überdurchschnittlich stark zu. Dagegen war der Umschlag der drittstärksten Güterabteilung «Kohle, rohes Öl und Erdgas” erneut rückläufig. Gegenüber dem Vorjahr nahm der Umschlag um 12,2 % auf 3,8 Mill. t ab.
Verglichen mit dem Umschlagsniveau aus 2017 fällt die Bilanz auf Ebene der Güterabteilungen durchwachsen aus. Lediglich vier der 16 umschlagstärksten Güterabteilungen konnten 2019 an das Niveau von 2017 anknüpfen.

Der Umschlag mit Gefahrgütern entwickelte sich 2019 aufwärtsgerichtet. Mit einem Plus von + 18,7 % auf 7,1 Mill. t lag das Umschlagsvolumen jedoch auch in dieser Kategorie 2019 unter dem Niveau aus 2017.

Die Umschlagsbilanzen der fünf größten baden-württembergischen Häfen verzeichneten 2019 allesamt ein Plus zum Vorjahr. Den stärksten absoluten Zuwachs verzeichnete der Hafen Karlsruhe mit einem Zuwachs von + 0,5 Mill. t auf 7,0 Mill. t, während der Hafen Stuttgart prozentual am stärksten zulegte (+ 53,5 % auf 1,1 Mill. t). Weniger stark stieg der Umschlag in Baden-Württembergs umschlagstärkstem Hafen Mannheim. Mit einem Plus von 5,3 % auf 7,8 Mill. t wurde hier die niedrigste Zuwachsrate unter den fünf großen Häfen verzeichnet. Entsprechend lag das Umschlagsvolumen im Hafen Mannheim – aber auch in den Häfen Heilbronn und Karlsruhe – 2019 noch unter dem Niveau des Jahres 2017, während die Häfen Stuttgart und Kehl gegenüber 2017 bereits ein Umschlagsplus verzeichneten.

1 Güterumschlag inklusive Containergewicht.

2 Schiffe mit und ohne eigenem Antrieb.

3 Anteil der beförderten Gütermenge an der gemeldeten Tragfähigkeit.

Schaubild 1: Güterumschlag der Binnenschifffahrt in ausgewählten Häfen Baden-Württembergs seit 1990
Schaubild 1: Güterumschlag der Binnenschifffahrt in ausgewählten Häfen Baden-Württembergs seit 1990
Tabelle 1
Güterumschlag der Binnenschifffahrt insgesamt sowie in den umschlagstärksten Häfen Baden-Württembergs seit 1990*)
JahrUmschlag
insgesamt
Darunter
MannheimKarlsruheKehlHeilbronnStuttgart
in 1.000 t

*) Güterumschlag inklusive Containergewicht.

Datenquelle: Güterverkehrsstatistik der Binnenschifffahrt.

199044.4397.77411.8262.4405.9181.602
199142.7588.13011.3402.5915.2811.756
199243.8017.53911.0492.6105.8071.967
199341.6096.94612.5542.5794.9681.671
199441.1537.05911.2862.8894.8601.635
199540.5027.81710.3343.0844.8271.511
199640.4177.93810.3102.8745.1271.697
199737.8027.8548.3902.8774.8521.697
199837.0598.0456.0233.0505.3571.561
199935.7457.7625.5212.9155.3011.405
200037.3407.9246.7283.3174.4361.690
200135.9458.3416.2133.2684.3351.403
200235.4977.9576.8743.3654.9291.147
200331.5706.9506.2273.2534.2071.071
200433.0967.6826.6983.5464.2551.124
200533.2508.1076.5143.3374.3941.134
200634.2107.9497.1133.1524.6601.037
200733.2948.3526.3853.3393.8001.096
200834.0408.7456.4753.5803.9301.076
200931.2767.8776.2813.8823.607874
201031.0787.6666.0623.8193.9761.069
201128.7826.5845.9553.9523.615966
201232.6377.9966.8454.1143.8221.036
201333.3338.7906.8954.3724.0451.082
201431.6258.4707.0483.8443.0801.152
201529.5868.1337.0723.7832.7981.054
201630.2358.6106.6924.0652.4621.085
201732.1439.5947.2724.1062.460995
201826.9587.4046.4543.9522.179746
201930.7647.7956.9524.2812.3291.146
Tabelle 2
Güterumschlag der Binnenschifffahrt in Baden-Württemberg 2017 bis 2019 nach Güterabteilungen*)
Güterabteilungen201720182019Veränderung 2019 zu 2018
in 1.000 tin %

*) Güterumschlag inklusive Containergewicht.

Datenquelle: Güterverkehrsstatistik der Binnenschifffahrt.

01Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei1.2851.0591.35928,3%
02Kohle, rohes Erdöl und Erdgas4.8814.2953.773-12,2%
03Erze, Steine und Erden, sonstige Bergbauerzeugnisse8.5717.1828.97224,9%
04Nahrungs- und Genussmittel1.4651.3461.4679,0%
05Textilien, Bekleidung, Leder und Lederwaren854-18,5%
06Holzwaren, Papier, Pappe, Druckerzeugnisse4783663732,1%
07Kokerei- und Mineralölerzeugnisse6.6055.2746.33420,1%
08Chemische Erzeugnisse etc.2.2031.4131.63715,8%
09Sonstige Mineralerzeugnisse (Glas, Zement, Gips etc.)3552873046,0%
10Metalle und Metallerzeugnisse1.7161.2901.60124,1%
11Maschinen und Ausrüstungen, Haushaltsgeräte etc.164138136-1,1%
12Fahrzeuge48635548335,9%
13Möbel, Schmuck, Musikinstrumente, Sportgeräte etc.413631-12,4%
14Sekundärrohstoffe, Abfälle3.1533.3203.6048,5%
16Geräte und Material für die Güterbeförderung1641401464,1%
19Gutart unbekannt56945254019,6%
 Insgesamt32.14326.95830.76414,1%