:: 170/2020

Pressemitteilung 170/2020

Stuttgart,

Kommunale Schulden: Rückgang von 1,3 % bei den Kernhaushalten

Baden-Württemberg: Leichter Anstieg der Schulden der Eigenbetriebe um 1,7 %

Wie das Statistische Landesamt im Rahmen der Schuldenstatistik feststellt, waren die Kernhaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände (Gv.) Baden-Württembergs zum Stichtag 31.12.2019 insgesamt mit rund 5 847 Millionen (Mill.) Euro beim nicht-öffentlichen Bereich verschuldet.1 Das sind rund 75 Mill. Euro Schulden weniger als ein Jahr zuvor (−1,3 %). Je Einwohner beliefen sich die Schulden der kommunalen Kernhaushalte Ende 2019 somit auf durchschnittlich 527 Euro.

Die Gemeinden/Gv. Baden-Württembergs waren beim nicht-öffentlichen Bereich ausschließlich mit Krediten sowie Kassenkrediten verschuldet. Wertpapierschulden bestanden nicht. Die Kassenkredite (Kredite zur Liquiditätssicherung) spielten mit einer Höhe von gut 218 Mill. Euro bzw. einem Anteil von 3,7 % an den Schulden, wie in den Vorjahren, anders als in anderen Bundesländern, insgesamt lediglich eine untergeordnete Rolle.

Die kreisangehörigen Gemeinden wiesen in ihren Kernhaushalten Schulden in Höhe von zusammen rund 3 372 Mill. Euro beim nicht-öffentlichen Bereich auf. Dies bedeutet einen Rückgang von rund 10 Mill. Euro im Vergleich zum Vorjahr (−0,3 %). Die Schulden der Stadtkreise (Kernhaushalte) beliefen sich auf insgesamt rund 1 400 Mill. Euro und lagen damit um rund 22 Mill. Euro unter dem Vorjahreswert (−1,6 %). Die Landkreise (Kernhaushalte) waren Ende 2019 mit insgesamt gut 1 075 Mill. Euro beim nicht-öffentlichen Bereich verschuldet. Das sind rund 42 Millionen weniger als im Vorjahr (−3,8 %).

Die rechtlich unselbstständigen Eigenbetriebe der Gemeinden/Gv. waren zum Stichtag 31.12.2019 mit rund 6 915 Mill. Euro beim nicht-öffentlichen Bereich verschuldet und damit um knapp 117 Mill. Euro mehr als ein Jahr zuvor (+1,7 %).

Der Schuldenabbau der Gemeinden und Gemeindeverbände hat sich dem Trend der letzten Jahre folgend auch 2019 fortgesetzt. Aufgrund der Corona-Krise wird aber mit einem deutlichen Anstieg der Schulden zu rechnen sein, da bereits jetzt absehbar ist, dass wichtige Einnahmequellen der Kommunen bei gleichzeitigen Mehrausgaben wegbrechen werden.

1 Die Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich umfassen Kredite und Kassenkredite bei Kreditinstituten und dem sonstigen inländischen/ausländischen Bereich sowie Wertpapierschulden. Im Folgenden werden ausschließlich die Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich betrachtet.

Tabelle 1
Schulden der Gemeinden/Gv. (Kernhaushalte) beim nicht-öffentlichen Bereich nach Gemeindearten*)
Gemeindeart 20182019Veränderung
Mill. EUR%

*) Stand jeweils zum Stichtag 31.12.

Datenquelle: Schuldenstatistik.

Gemeinden/Gv. 5.9225.847−1,3
davon
kreisangehörige Gemeinden 3.3823.372−0,3
Stadtkreise1.4231.400−1,6
Landkreise1.1171.075−3,8