:: 193/2020

Pressemitteilung 193/2020

Stuttgart,

Die meisten Zuwanderungen nach Baden-Württemberg erfolgen aus EU-28-Staaten

Die Familienzusammenführung ist der Hauptgrund für die Migration aus europäischen Ländern

Korrektur vom : In Tabelle und Diagramm wurde die bisherige Spalte "nicht durchgängig bestimmbar" mit der Spalte "Deutsche ohne eigene Migrationserfahrung" zusammengefasst.

Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg stellt auf Basis der Ergebnisse des Mikrozensus 2019 fest, dass über 2,3 Millionen Menschen in Baden-Württemberg leben, die selbst nach Deutschland eingewandert sind. Von diesen Zuwanderinnen und Zuwanderern stammen knapp 1 Million Menschen aus den EU-28-Staaten1 und weitere ca. 700 000 Menschen aus dem restlichen Europa. Damit kommen ca. 42 % der Menschen mit Migrationshintergrund der 1. Generation in Baden-Württemberg aus den 28 EU-Staaten und insgesamt 72 % aus allen europäischen Ländern. Das Hauptmotiv der Migration war für die aus Europa stammenden Mitbürgerinnen und Mitbürger die Familienzusammenführung: Über 700 000 Europäerinnen und Europäer und damit knapp 43 % sind aufgrund der Familienzusammenführung nach Deutschland eingewandert. Die in Baden-Württemberg lebenden Menschen aus den EU-28-Staaten wanderten zu knapp 39 % vor allem aufgrund der Familienzusammenführung ein.

Nach der Familienzusammenführung war die Beschäftigungsperspektive das wichtigste Hauptmotiv für die Zuwanderung nach Deutschland. Knapp 26 % aller in Baden-Württemberg lebenden Europäerinnen und Europäer nannten die Arbeitsperspektive als Hauptgrund der Einwanderung. Gut 62 % der Zuwanderinnen und Zuwanderer aus Europa, die als Hauptmotiv die Beschäftigungsaussicht nannten, hatten vor der Einreise bereits eine Stellenzusage. Die aus den EU-28-Staaten stammenden Mitbürgerinnen und Mitbürger nannten zu knapp 32 % die Arbeitsperspektive als Haupteinwanderungsgrund. Von diesen verfügten ebenfalls ungefähr 62 % bereits vor Einwanderung über eine Stellenzusage.

Auch insgesamt waren die Familienzusammenführung (41,3 %) und die Arbeitsperspektive (21,3 %) die meistgenannten Hauptmotive der Zuwanderung für die in Baden-Württemberg lebenden Menschen mit Migrationshintergrund. 12,6 % aller in Baden-Württemberg lebenden, nach Deutschland zugewanderten Menschen gaben als Hauptmotiv Flucht, Asyl oder internationaler Schutz an. 10,4 % der in Baden-Württemberg lebenden Personen mit Migrationshintergrund der 1. Generation nannten die Gründung einer Familie als Hauptmotiv der Zuwanderung und weitere 4,4 % das Studium bzw. die Aus- oder Weiterbildung.

In Baden-Württemberg lebten 2019 insgesamt rund 3,7 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Privathaushalten. Dies entsprach rund einem Drittel der Bevölkerung. Unter den Menschen mit Migrationshintergrund verfügen fast zwei Drittel über eine eigene Migrationserfahrung, das heißt sie sind selbst nach Deutschland zugewandert. 47 % der Menschen mit Migrationshintergrund im Bundesland sind Deutsche durch Geburt oder durch Einbürgerung. Als Mensch mit Migrationshintergrund gilt eine Person im Mikrozensus, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde.

1 Da der BREXIT noch nicht vollzogen wurde, wird für die Ergebnisse des Jahr 2019 die Abgrenzung der EU-28 verwendet.

Schaubild 1: Migrationshintergrund der Bevölkerung in Baden-Württemberg 2019
Schaubild 1: Migrationshintergrund der Bevölkerung in Baden-Württemberg 2019
Tabelle 1
Migrationshintergrund der Bevölkerung in Baden-Württemberg 2019
GebietBevölkerung insgesamtOhne MigrationshintergrundDeutsche mit eigener MigrationserfahrungDeutsche ohne eigene MigrationserfahrungAusländerInnen mit eigener MigrationserfahrungAusländerInnen ohne eigene Migrationserfahrung
1.000

Datenquelle: Ergebnisse des Mikrozensus 2019

Baden-Württemberg10.9637.2618981.0691.441296