:: 216/2020

Pressemitteilung 216/2020

Stuttgart,

1. Halbjahr 2020: Südwest-Exporte 11 % unter Vorjahresniveau

Ausfuhren nach China lassen Corona-Krise hinter sich

Die Südwest-Exporte lagen im 1. Halbjahr 2020 mit einem Wert von 90,6 Milliarden (Mrd.) Euro 11,5 % unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Wie das Statistische Landesamt nach vorläufigen Ergebnissen der Außenhandelsstatistik feststellt, erholen sich die Auslandsgeschäfte der baden-württembergischen Unternehmen jedoch allmählich von den starken Einschnitten der Corona-Pandemie. Während die Ausfuhren im Lockdown-Monat April sowie im Mai ihre jeweiligen Vorjahreswerte noch um mehr als ein Drittel bzw. mehr als ein Viertel verfehlt hatten (April 2020: −34,5 %, Mai 2020: −26,8 %), lagen die Exporte im Juni lediglich 5,7 % unter ihrem Vorjahresniveau. Mit Ausnahme des Monats April (Deutschland: −31,1 %) fiel die Exportentwicklung in Baden-Württemberg in allen Monaten der ersten Jahreshälfte günstiger aus als im Durchschnitt aller Bundesländer, sodass die Ausfuhren Baden-Württembergs im 1. Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahr weniger stark zurückgingen (Deutschland: 576,8 Mrd. Euro bzw. −13,4 %). Auch bei den Südwest-Importen (86,3 Mrd. Euro) fiel der Rückgang in der ersten Jahreshälfte 2020 mit 7,2 % moderater aus (Deutschland: 501,4 Mrd. Euro bzw. −10,3 %).

Eine allmähliche Normalisierungstendenz der Handelsbeziehungen Baden-Württembergs war zuletzt bei allen wichtigen Handelspartnern zu beobachten, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Besonders stark war die Erholung im Exportgeschäft mit China, dem zweitwichtigsten Zielland der Südwest-Ausfuhren. Die dort nach der Corona-Krise wieder anziehende Konjunktur und Nachholeffekte dürften dafür ausschlaggebend gewesen sein, dass die Ausfuhren in das Reich der Mitte im Juni 2020 ihren Vorjahreswert um fast 60 % übertrafen. Dies führte dazu, dass die Bilanz des Exportgeschäfts mit China im 1. Halbjahr 2020 trotz des starken Einbruchs im Monat April (−16,4 %) positiv ausfiel (8,0 Mrd. Euro bzw. +1,9 %). Auch die Ausfuhren in die benachbarte Schweiz und in die Niederlande nahmen im Juni 2020 verglichen zum Vorjahr zu, blieben im 1. Halbjahr 2020 aber noch 2,1 % bzw. 3,6 % hinter ihrem entsprechenden Vorjahresergebnis zurück. Ein deutlicher Rückgang war dagegen im Exportgeschäft mit dem wichtigsten Handelspartner Vereinigte Staaten zu beobachten (1. Halbjahr 2020: 10,8 Mrd. Euro bzw. −11,7 %). Dort ist die Corona-Pandemie noch voll im Gange, sodass die Nachfrage nach baden-württembergischen Waren bis in den Juni hinein stark rückläufig war (−24,5 %). Die Exporte in die EU beliefen sich im 1. Halbjahr 2020 auf 42,1 Mrd. Euro und lagen sogar 13,2 % unter ihrem entsprechenden Vorjahreswert.

Unter den wichtigsten Exportgütern Baden-Württembergs verbuchten die Kraftwagen und Kraftwagenteile in der ersten Jahreshälfte 2020 die stärksten Einbußen. Der Kfz-Ausfuhrwert betrug von Januar bis Juni 2020 lediglich 17,5 Mrd. Euro und lag gut ein Viertel unter ihrem Vorjahreswert (−25,8 %). Ein Blick auf die Monatsergebnisse zeigt jedoch, dass sich diese Halbjahresbilanz aus einem sehr tiefen Fall in den Monaten April (−80 %) und Mai (−45 %) und einer sich anschließenden starken Erholung im Monat Juni ergibt (+12,7 %). Ausschlaggebend für dieses positive Ergebnis war die starke Nachfrage Chinas nach Autos aus baden-württembergischer Produktion. Damit waren Kraftwagen und Kraftwagenteile im Juni 2020 wieder das Exportgut Nr. 1 im Südwesten, nachdem diese im April auf Rang 5 zurückgefallen waren. Beim Export von Maschinen fiel das Halbjahresergebnis 2020 mit 18,1 Mrd. Euro bzw. −14,9 % zwar besser aus als bei den Kfz-Ausfuhren, dieser lag aber bis in den Juni hinein zweistellig im Minus (−11,1 %). International stark gefragt waren dagegen insbesondere zu Jahresbeginn pharmazeutische Erzeugnisse aus baden-württembergischer Produktion, sodass deren Ausfuhrwert im 1. Halbjahr 13,1 Mrd. Euro betrug und 11,0 % höher lag als im Vorjahr.

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Schaubild 1: Außenhandel Baden-Württembergs von Januar 2019 bis Juni 2020
Schaubild 1: Außenhandel Baden-Württembergs von Januar 2019 bis Juni 2020
Tabelle 1
Außenhandel Baden-Württembergs von Januar 2019 bis Juni 2020*)
MonatImporteExporte
Mill. EuroVeränderung zum
Vorjahreszeitraum in %
Mill. EuroVeränderung zum
Vorjahreszeitraum in %

*) Vorläufige Ergebnisse, Stand: August 2020.

Datenquelle: Außenhandelsstatistik.

Jan. 1915.743+8,216.935+3,6
Feb. 1915.518+8,416.877+2,7
Mrz. 1915.396+2,017.930−3,2
Apr. 1915.731+6,017.062+0,9
Mai 1915.526+8,917.493+7,5
Jun. 1915.066−0,716.013−9,6
Jul. 1916.556+0,718.556+5,4
Aug. 1914.106−2,316.011−0,5
Sep. 1914.740+1,417.926+7,8
Okt. 1916.395+4,418.358+1,1
Nov. 1915.361−0,517.617−1,7
Dez. 1913.025−3,414.336−0,3
Jan. 2015.537−1,316.743−1,1
Feb. 2015.035−3,117.509+3,7
Mrz. 2015.933+3,517.238−3,9
Apr. 2012.464−20,811.183−34,5
Mai 2012.592−18,912.806−26,8
Jun. 2014.703−2,415.099−5,7
Schaubild 2: Ausfuhr Baden-Württembergs und Deutschlands von Januar bis Juni 2020 nach den wichtigsten Bestimmungsländern
Schaubild 2: Ausfuhr Baden-Württembergs und Deutschlands von Januar bis Juni 2020 nach den wichtigsten Bestimmungsländern
Tabelle 2
Ausfuhr Baden-Württembergs und Deutschlands von Januar bis Juni 2020 nach Kontinenten und den wichtigsten Bestimmungsländern*)
BestimmungslandBaden-WürttembergDeutschland
Januar–Juni 2020Veränderung zum VorjahreszeitraumJanuar–Juni 2020Veränderung zum Vorjahreszeitraum
Jan.–JunidarunterJan.–Junidarunter
MärzAprilMaiJuniMärzAprilMaiJuni
Mill. EUR%%Mill. EUR%%

*) Vorläufige Ergebnisse, Stand: August 2020.

Datenquelle: Außenhandelsstatistik.

Exporte insgesamt90.577100,0−11,5−3,9−34,5−26,8−5,7576.822100,0−13,4−7,9−31,1−29,8−9,4
darunter
Afrika1.1071,2−30,7−18,9−48,3−49,9−40,310.0281,7−16,2−7,3−24,4−44,3−16,1
Amerika13.48614,9−14,3+15,3−44,9−34,1−25,667.14111,6−17,7−6,0−36,5−39,1−21,9
Asien17.78419,6−4,3+2,1−29,3−17,9+22,698.77917,1−8,3−4,6−19,6−23,3+2,3
Australien, Ozeanien und übrige Gebiete7780,9−9,6−5,8−30,7−27,7+28,65.2160,9−7,0−7,4−41,9+32,4−5,9
Europa57.42163,4−12,4−9,6−33,1−27,1−7,6394.76868,4−13,7−8,9−32,8−29,8−9,5
darunter
Europäische Union (EU-27)42.13446,5−13,2−8,9−34,0−29,9−10,3303.88752,7−14,3−10,9−34,7−29,1−11,1
nachrichtlich: EU-2846.38251,2−13,9−10,8−34,8−29,1−10,2335.30058,1−15,2−10,6−35,3−30,9−11,5
Eurozone30.91834,1−12,5−9,4−33,1−28,0−8,8212.27236,8−15,7−13,8−36,7−29,2−11,0
Nicht-Eurozone11.21612,4−15,1−7,5−36,4−34,9−14,191.61515,9−10,8−3,7−29,9−28,7−11,2
wichtigste Zielländer
Vereinigte Staaten10.78911,9−11,7+23,3−46,1−31,1−24,548.8478,5−16,3−3,8−35,8−36,5−20,7
China8.0308,9+1,9−3,6−16,4−2,7+57,744.2197,7−6,2−9,5−12,6−12,3+15,4
Schweiz7.2868,0−2,1−4,8−20,7−10,5+6,528.4764,9+1,9+4,2−8,8−10,5+14,2
Niederlande6.8917,6−3,6+7,8−11,5−23,1+0,441.0077,1−11,5−9,5−22,7−22,4−5,6
Frankreich6.6387,3−18,5−21,7−45,5−34,0−16,344.2277,7−19,3−18,7−48,0−31,7−10,8
Österreich4.4114,9−7,6−4,4−23,3−17,2−3,628.9355,0−14,7−12,4−32,2−27,0−11,1
Vereinigtes Königreich4.2474,7−20,0−25,0−43,8−20,0−9,431.4135,4−23,1−8,4−41,3−47,2−15,7
Italien3.9034,3−21,6−22,0−44,7−37,1−15,629.0335,0−17,4−20,1−40,3−26,7−15,2
Polen2.9053,2−11,2−5,9−30,2−37,1−1,929.9455,2−7,3+0,1−26,1−26,9−9,7
Belgien2.8253,1+6,4+13,9−20,7−11,4+9,220.7513,6−11,9−8,1−28,6−31,4−6,0
Schaubild 3: Ausfuhr Baden-Württembergs und Deutschlands von Januar bis Juni 2020 nach den 10 wichtigsten Gütergruppen
Schaubild 3: Ausfuhr Baden-Württembergs und Deutschlands von Januar bis Juni 2020 nach den 10 wichtigsten Gütergruppen
Tabelle 3
Ausfuhr Baden-Württembergs und Deutschlands von Januar bis Juni 2020 nach den 10 wichtigsten Gütergruppen*)
Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken, Ausgabe 2019 (GP 2019)Baden-WürttembergDeutschland
Januar bis Juni 2020Veränderung zum
Vorjahreszeitraum
Januar bis Juni 2020Veränderung zum
Vorjahreszeitraum
Mill. EUR%Mill. EUR%

*) Vorläufige Ergebnisse, Stand August 2020; Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken, Ausgabe 2019 (GP 2019).

Datenquelle: Außenhandelsstatistik.

Ausfuhr insgesamt90.577100,0 −11,5576.822100,0 −13,4
Maschinen18.08120,0 −14,983.63014,5 −14,8
Kraftwagen und Kraftwagenteile17.50319,3 −25,880.78214,0 −30,0
Pharmazeutische u.ä. Erzeugnisse13.08814,4 +11,044.4877,7 +9,9
Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse6.6427,3 −10,051.7099,0 −10,4
Elektrische Ausrüstungen6.4257,1 −11,339.7526,9 −11,1
Chemische Erzeugnisse4.6375,1 −6,455.4499,6 −9,5
Metallerzeugnisse3.6614,0 −17,319.0783,3 −16,6
Metalle3.2193,6 +4,326.9164,7 −8,7
Gummi- und Kunststoffwaren2.8093,1 −9,121.0393,6 −12,2
Nahrungs- und Futtermittel2.0272,2 −2,127.6224,8 +1,0