:: 179/2021

Pressemitteilung 179/2021

Stuttgart,

Starker Rückgang der Zahl der Rinder- und Schweinehalter in den letzten zehn Jahren

Rinder und Schweine stehen überwiegend in großen Beständen

Im Jahr 2020 gab es in Baden-Württemberg 21 757 Betriebe mit Viehhaltung. Damit gab es in den letzten zehn Jahren einen Rückgang um über 6 400 viehhaltende Betriebe (−23 %). Das geht aus den endgültigen Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 hervor, so das Statistische Landesamt Baden-Württemberg

Die Haltung von Rindern erfolgte im Jahr 2020 auf insgesamt 13 343 Höfen in Baden-Württemberg und in 92 % der Gemeinden im Land waren rinderhaltende Betriebe vorzufinden. Keine andere landwirtschaftliche Nutztierart ist so stark im Land verbreitet. Die Zahl der Rinderhalter ist jedoch seit 2010 um mehr als ein Viertel (−26 %) zurückgegangen. Die Milchviehhaltung wurde in diesem Zeitraum sogar in 44 % der Betriebe eingestellt. Nur noch 6 082 Betriebe hielten in 2020 Milchkühe. Der Rinderbestand insgesamt (928 755) sowie die Anzahl an Milchkühen (325 232) wurden gleichermaßen um 8 % abgebaut. Im Ergebnis zeigt sich, dass die verbleibenden Betriebe ihre Bestände vergrößert haben. Nahezu zwei Drittel (65 %) der Rinder werden in Herden mit 100 und mehr Rindern gehalten.

In der Schweinehaltung ist das Ausmaß der Veränderung unter den verschiedenen Zweigen der Tierhaltung am größten. Bei nur noch 4 010 schweinehaltenden Betrieben im Jahr 2020 ist seit 2010 mehr als jeder zweite Betrieb ausgestiegen. Auch in der Fläche zeigt sich dieser Wandel: In 305 von 1101 Gemeinden im Land gibt es keine Schweinehaltung mehr. Der Schweinebestand in Baden-Württemberg betrug im Jahr 2020 noch 1,7 Millionen Tiere, dies ist ein Rückgang um über 462 000 Schweine (−22 %) innerhalb eines Jahrzehnts. Wie bei der Rinderhaltung haben auch hier die verbliebenen Betriebe ihre Bestände deutlich aufgestockt. In Schweinebetreiben mit einem Bestand von 1 000 und mehr Tieren stehen fast zwei Drittel des gesamten Schweinebestands im Land.

Eine leicht rückläufige Entwicklung zeigt sich in der Schafhaltung. Seit 2010 sind sowohl die Halterzahlen (−6 % auf 2 750) wie auch die Bestandszahlen (−3 % auf 240 971) gesunken.

Positive Bestandsentwicklungen im Vergleich zu 2010 können vor allem in der Haltung von Legehennen (+44 % auf 3,2 Millionen Tiere) sowie von Ziegen (+33 % auf 33 648) festgestellt werden. Da die Zahl der Legehennenbetriebe gleichzeitig um fast ein Viertel (−23 %) abgenommen hat, wuchs der rechnerische Durchschnittsbestand von 234 auf 441 Tiere je Betrieb an. Die Zahl der Ziegenhalter verblieb bei etwa 2 600 Betrieben, sodass sich hier ebenfalls eine Vergrößerung der durchschnittlichen Herden ergab.

Regional betrachtet konnte die größte Rinderdichte im Landkreis Ravensburg (158 Rinder je 100 ha) und die größte Schweinedichte in Schwäbisch Hall (527 Schweine je 100 ha) festgestellt werden. Diese und noch weitere Daten zur Viehhaltung auf Kreis- und Gemeindeebene stehen im Internetangebot des Statistischen Landesamts unter Regionaldaten zur Verfügung. Informationen zu den bundesweiten Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 sind im gemeinsamen Statistikportal des Bundes und der Länder zu finden. Unter anderem werden die Ergebnisse in Form einer interaktiven StoryMap mit dem Titel »Viehbestände in Deutschland« dargestellt.