:: 193/2021

Pressemitteilung 193/2021

Stuttgart,

Landwirtschaftliche Pachtpreise steigen weiterhin

Baden-Württemberg: Preis für Ackerland nun bei 291 Euro je Hektar

Die Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 zeigen, dass sich der Strukturwandel verlangsamt hat und die Abnahmerate der Betriebszahlen zurückgegangen ist, so das Statistische Landesamt Baden-Württemberg (vgl. Pressemitteilung vom 21. Juni 2021). Wenn weniger Landwirte und Landwirtinnen ihre Fläche reduzieren bzw. ihren Betrieb komplett aufgeben, wird auch weniger Fläche für wachstumswillige Betriebe frei. Deswegen stagniert die Pachtquote seit 2010 bei etwa 60 %. Aufgrund des geringen Angebots auf dem Pachtmarkt steigen jedoch die Pachtentgelte an.

Im Jahr 2020 wurden von 39 085 Betrieben insgesamt eine landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) von 1 408 063 ha bewirtschaftet. Davon waren 849 408 ha bzw. 60,3 % Pachtfläche, 500 234 ha bzw. 35,5 % selbstbewirtschaftete Eigenflächen sowie 58 421 ha (4,1 %), Flächen die den Betrieben unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurden.

Da Pachtflächen begehrt sind, zeigt sich erneut ein Anstieg des durchschnittlichen Pachtentgelts. Im Jahr 2020 betrug es 259 Euro je Hektar (EUR/ha) und lag damit 31 % über dem Niveau von vor zehn Jahren. Der Pachtpreis für Ackerland stieg um 70 EUR auf 291 EUR/ha und der für Dauergrünland um 37 EUR auf 154 EUR/ha. In beiden Fällen ist das Entgelt um beinahe ein Drittel seit 2010 gestiegen. Die Entwicklung der durchschnittlichen Pachtentgelte für alle Pachtungen (Bestands- und Neupachtungen) gibt allerdings die Dynamik der aktuellen Preisentwicklung nicht vollständig wieder. Neupachtungen innerhalb der letzten zwei Jahre ergaben im Durchschnitt einen Pachtpreis für Ackerland von 395 EUR/ha und für Dauergrünland von 222 EUR/ha. Im Vergleich zu den mittleren Pachtentgelten war das Preisniveau neu abgeschlossener Pachtverträge um 36 % (Ackerland) bzw. 44 % (Dauergrünland) höher.

Das Pachtentgelt weist regional deutliche Unterschied auf. In den veredelungsstarken Kreisen Schwäbisch Hall und Hohenlohekreis sowie den rinderstarken Kreisen Biberach und Ravensburg wurden im Mittel zwischen 360 und 400 EUR/ha und mehr gezahlt. Den Gegenpol dazu stellen die Regionen Nordschwarzwald und mittlerer Oberrhein dar. Hier wurden durchschnittliche Entgelte von deutlich unter 200 EUR/ha festgestellt.

Bundesweite Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 sind im gemeinsamen Statistikportal des Bundes und der Länder zu finden. Unter anderem werden die Ergebnisse in Form einer interaktiven StoryMap mit dem Titel »Wem gehört die Landwirtschaft« dargestellt.

Schaubild 1: Pachtquote und Pachtentgelt in Baden-Württemberg 1991 bis 2020
Schaubild 1: Pachtquote und Pachtentgelt in Baden-Württemberg 1991 bis 2020
Tabelle 1
Besitz- und Pachtverhältnisse landwirtschaftlicher Betriebe*) in Baden-Württemberg seit 1991
MerkmalEinheit199119992010201320162020

*) Seit 1991 gab es mehrfach Anhebungen der Erfassungsgrenzen sowie Änderungen in der Methodik. Die Vergleichbarkeit der Angaben ist daher eingeschränkt.

Ab 2010: Landwirtschaftliche Betriebe ab 5 ha LF oder mit Mindesterzeugungseinheiten .

Pachtflächenanteil an der LF insgesamt%45,354,659,760,160,360,3
Jahrespachtentgelt für gepachtete LF insgesamtEUR/ha167172197216237259