:: 2/2019

Statistisches Monatsheft Februar 2019

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

1964 war das Jahr mit der bislang höchsten Geborenenzahl von 161 000 Babys in Baden‑Württemberg. Kein Altersjahrgang der Generation der sogenannten »Babyboomer« war so groß. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 wurden lediglich rund 90 000 Kinder geboren, die niedrigste Zahl an Geborenen seit 1952. Aktuell ist wieder von einem Anstieg der Geborenenzahl die Rede, der vor allem in einem Zeitraum von 5 Jahren seit 2012 zu beobachten ist. Mehr zur Entwicklung der Geburtenhäufigkeit lesen Sie in unserem Titelbeitrag.

Am 26. Mai 2019 finden die Kommunalwahlen in Baden‑Württemberg statt. Ein Rückblick auf die Ergebnisse der letzten Wahl vom 25. Mai 2014 zeigt, dass zwischen den Gemeinden und Kreisen des Landes mitunter deutliche Unterschiede bestehen. Insbesondere die Präsenz von Frauen in den Kommunalparlamenten, die Wahlbeteiligung und die Stimmabgabe variieren erheblich. Mehr dazu im Beitrag von Elisabeth Glück.

Ich wünsche Ihnen viele neue Erkenntnisse für Ihre Arbeit.

Dr. Carmina Brenner, Präsidentin

Babyboom in Baden-Württemberg?

Zur Entwicklung der Geburtenhäufigkeit im Südwesten

2009 niedrigste Zahl an Geborenen seit 1952. So lautete im Jahr 2010 eine Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes. Lediglich rund 90 000 Kinder wurden in jenem Jahr und auch noch zu Beginn dieses Jahrzehnts per anno in Baden-Württemberg geboren. 1952, dem Gründungsjahr des Südweststaats, waren es bei einer wesentlich geringeren Einwohnerzahl noch 109 000, im Jahr 1964, dem Jahr mit der bislang höchsten Geborenenzahl, sogar 161 000 Babys. Diese heute 54- bzw. 55-jährigen Frauen und Männer zählen zur Generation der so genannten Babyboomer.

Aber auch aktuell ist wieder von einem Babyboom in Baden-Württemberg und auch in Deutschland insgesamt die Rede. Tatsächlich ist die Zahl der lebendgeborenen Kinder im Südwesten von lediglich knapp 90 000 im Jahr 2012 innerhalb von 5 Jahren auf über 107 000 gestiegen. Im folgenden Beitrag sollen deshalb die Gründe für diesen Anstieg analysiert und abschließend auch der Frage nachgegangen werden, ob dieses relativ hohe Geburtenniveau von Dauer sein wird.

Berufspendler im Bundesländervergleich

Morgens in aller Frühe auf die Autobahn oder in den Zug, abends erst spät wieder zuhause ankommen – für Millionen Bundesbürgerinnen und Bundesbürger gehört Pendeln zum Alltag. Allen Bundesländern gemeinsam ist, dass die jeweils häufigste einfache Pendeldistanz unter 10 km liegt und das Auto, außer in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg mit ihrem gut ausgebauten Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln, das mit Abstand bevorzugte Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit ist.

Baden-Württemberg vor den Kommunalwahlen 2019

Rückblick auf die Ergebnisse der Kommunalwahlen 2014

Vor 5 Jahren – am 25. Mai 2014 – fanden in Baden-Württemberg die Kommunalwahlen (zeitgleich mit der 8. Direktwahl zum Europäischen Parlament) statt. Nach der manuellen Erfassung von mehr als 2 700 schriftlichen Ergebnisberichten der Gemeinden und Landkreise zu den Kreistagswahlen, den Gemeinderatswahlen sowie den Ortschaftsratswahlen durch das Statistische Landesamt standen die endgültigen landesweiten Ergebnisse fest. Am 26. Mai 2019 werden die Kommunalwahlen zusammen mit der Wahl zum Europäischen Parlament erneut durchgeführt. Im Vorfeld anstehender Wahlen lohnt sich der Blick zurück auf die Ergebnisse der vorangegangenen Abstimmung. Dabei wird deutlich, dass zwischen den Gemeinden und Kreisen des Landes mitunter deutliche Unterschiede bestehen. Insbesondere die Präsenz von Frauen in den Kommunalparlamenten, die Wahlbeteiligung und die Stimmabgabe können je nach betrachtetem Gebiet erheblich variieren.

Bürgermeisterwahlen in Baden-Württemberg 2010 bis 2017

Teil 1: Grundsätze und Entwicklungen

Stets stoßen (Ober-)Bürgermeisterwahlen auf ein großes mediales und öffentliches Interesse in den Städten und Gemeinden im Land. Dieses Interesse steigert sich vor allem dann, wenn der bisherige Amtsinhaber nicht mehr zur Wahl steht, was zunehmend der Fall ist, wie im Folgenden noch ausgeführt wird. Betrachtet man die besondere Stellung des (Ober-)Bürgermeisters in der baden-württembergischen Kommunalverfassung (Gemeindeordnung), so wird dies schnell nachvollziehbar. (Ober-)Bürgermeister sind im Konzert der kommunalpolitischen Akteure, um im Bilde zu bleiben, die Dirigenten, die an der Spitze und im Blickpunkt stehen und den Takt angeben.

Der vorliegende Aufsatz befasst sich mit den Grundsätzen und Entwicklungen der baden-württembergischen (Ober-)Bürgermeisterwahlen im Zeitraum von 2010 bis 2017, also einer kompletten achtjährigen Amtsperiode. Ein zweiter Aufsatz, bei dem die Analyse der Wahlbeteiligung bei Bürgermeisterwahlen im Fokus steht, schließt sich in der nächsten Ausgabe der Reihe an.

Im Blickpunkt: Die Stadt Freudenstadt

In der Serie Im Blickpunkt steht dieses Mal die Stadt Freudenstadt im gleichnamigen Kreis. Aus dem Landesinformationssystem Baden-Württemberg (LIS) lassen sich für Freudenstadt wie für jede andere Gemeinde des Landes interessante Erkenntnisse zur Struktur und Entwicklung gewinnen. Besonders herausgehoben werden an dieser Stelle die Bevölkerungsentwicklung, die Wohn- und die Beschäftigtensituation.