:: 8/2021

Statistisches Monatsheft August 2021

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die Frage nach der Herkunft der Studierenden wird üblicherweise mit dem Verweis auf die Staatsbürgerschaft der Studierenden beantwortet. Damit sind jedoch Probleme verbunden. Unter anderem ist mit dem Merkmal der Staatsbürgerschaft keine weitere Differenzierung bezüglich des Herkunftsortes der Studierenden aus Deutschland möglich. Viktoria Bauer und Uwe Ruß-Obajtek analysieren in ihrem Artikel daher die Herkunft der Studierenden in Baden-Württemberg anhand des Ortes des Erwerbs der Hochschulzugangsberechtigung. Hierbei wurde deutlich, dass die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger im Wintersemester 2020/21, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erwarben – vermutlich coronabedingt – um 30,5 % zurückging.

Die Alltagswege vieler Familien umfassen neben dem regelmäßigen Pendeln zu Arbeitsplatz, Nahversorgungseinrichtungen und Dienstleistern, Freizeitaktivitäten und ehrenamtlichen Tätigkeiten auch die Begleitung ihrer Kinder zu Kindertageseinrichtungen und Schulen sowie zu deren Hobbys. Diese komplexen Mobilitätsmuster weisen darauf hin, dass Alleinerziehende sowie Eltern in Paarfamilien in ihrem Alltag hochmobil sind. Dr. Romy Escher beschäftigt sich in ihrem Beitrag mit der Alltagsmobilität von Familien in Baden-Württemberg und zeigt auf, wie unterschiedliche Faktoren die Wahl der Verkehrsmittel beeinflussen.

Ich wünsche Ihnen viele neue Erkenntnisse für Ihre Arbeit.

Dr. Anke Rigbers, Präsidentin

Woher kommen die Studierenden in Baden-Württemberg?

Eine Analyse auf Basis der Hochschulzugangsberechtigung der Studierenden im Wintersemester 2020/21

Zwei Drittel der Studierenden an den baden-württembergischen Hochschulen kamen aus Baden-Württemberg, ein Viertel aus einem anderen Bundesland und gut 10 % aus dem Ausland. Während vor allem die Pädagogischen Hochschulen und die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) ihre Studierenden aus Baden-Württemberg rekrutierten, ist die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) auch bei Studierenden aus anderen Bundesländern sehr beliebt. Die größten Anteile internationaler Studierender fanden sich an den Kunsthochschulen und an den Universitäten. Dennoch rekrutierten auch die Universitäten ihre Studierenden vorrangig regional. Dabei blieb die Zusammensetzung der Studierendenschaft trotz steigender Studierendenzahlen relativ konstant. Daran konnte auch die Corona-Pandemie nur wenig ändern. Einen starken Rückgang gab es jedoch bei den Studienanfängerinnen und -anfängern im ersten Hochschulsemester, insbesondere bei denjenigen aus dem Ausland.

Mittelstädte in Baden-Württemberg

Zur Bevölkerungsentwicklung in Kommunen mit 20 000 bis 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern

»Deutsche Städte locken« oder »Die Bürger zieht es in die Städte« – so oder so ähnlich lauteten Schlagzeilen in den vergangenen Jahren. Dabei standen die Großstädte, also die Städte mit mehr als 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern, bei der Beschreibung dieses »Trends in die Stadt« im Fokus. Dagegen wurden sogenannte Mittelstädte mit 20 000 bis 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern von der Wissenschaft, der Politik und den Medien weniger beachtet, obwohl sie als Wohnstandorte und Versorgungszentren von großer Bedeutung sind. Immerhin fast ein Drittel der Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger lebt in Städten dieser Größenordnung.

Die Alltagsmobilität von Familien in Baden-Württemberg: Eltern

In Baden-Württemberg sind Alleinerziehende sowie Eltern in Paarfamilien in ihrem Alltag hochmobil. Dies resultiert aus den komplexen Mobilitätsmustern ihres Alltags. Ihre regelmäßigen Wege umfassen neben dem Pendeln zu Arbeitsplatz, Nahversorgungseinrichtungen und Dienstleistern, Freizeitaktivitäten und ehrenamtlichen Tätigkeiten auch die Begleitung ihrer Kinder zu Kindertageseinrichtungen und Schulen sowie zu deren Hobbys. Gleichzeitig gehören sie zu der Bevölkerungsgruppe, die in ihrer Alltagsmobilität am häufigsten das Auto verwendet. Aufgrund ihres Zeit- und Flexibilitätsdrucks verzichten Alleinerziehende sowie Paarfamilien seltener als Personen ohne Kinder auf das Auto. Allgemein sind das Mobilitätsverhalten und die Verkehrsmittelwahl von Eltern abhängig von dem Betreuungsbedarf ihrer Kinder, dem Umfang ihrer Erwerbstätigkeit und ihren finanziellen Möglichkeiten. Die Alltagsmobilität von Eltern wird allerdings auch von den Erreichbarkeiten ihrer Ziele bestimmt. Mütter und Väter in ländlichen Regionen weisen auch aufgrund eines Mangels an Alternativen zum Auto eine höhere Pkw-Abhängigkeit in ihrer Alltagsmobilität auf als Eltern in urbanen Regionen. Allgemein sind geringe Entfernungen zu Nahversorgungseinrichtungen und Dienstleistern sowie eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel damit verbunden, dass Familien in ihrem Alltag mehr nachhaltige Verkehrsmittel nutzen.

Verdienste in Baden-Württemberg im Corona-Jahr 2020

Ergebnisse der Vierteljährlichen Verdiensterhebung

Wie wirkte sich die Corona-Krise auf die Verdienste der Beschäftigten in Baden-Württemberg in 2020 aus? Die Frage nach der Verdienst- und Arbeitszeitentwicklung unter Corona-Bedingungen stellt sich dabei nicht nur aus rein ökonomischen Gesichtspunkten. Viele Menschen verbringen normalerweise einen großen Teil ihres Tages mit und in der Arbeit. Wie viel Geld einer Person letztlich zur Verfügung steht, beeinflusst zudem maßgeblich das tägliche Leben in vielen Bereichen bis hin zum persönlichen (Sicherheits-)Empfinden. Damit haben Arbeitszeit und Verdienst einen nicht unerheblichen Einfluss auf das gesellschaftliche, soziale und wirtschaftliche Leben des/der Einzelnen als auch gesamtgesellschaftlich gesehen. Gleiches gilt, wenn sich Arbeitszeit und Verdienste ändern. Anhand der Ergebnisse der Vierteljährlichen Verdiensterhebung sollen daher im Folgenden Verdienste und Arbeitszeit der Arbeitnehmenden im Land für das Jahr 2020 näher betrachtet werden.

Baden-Württemberg vor der Bundestagswahl 2021

Rückblick auf die Ergebnisse der Bundestagswahl 2017

Am 26. September 2021 sind die Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland wieder dazu aufgerufen, einen neuen Bundestag zu wählen. Wie die Mehrheitsverhältnisse nach dieser Wahl aussehen werden, kann aktuell nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden. In Vorbereitung auf die anstehende Bundestagswahl erfolgt daher ein Blick zurück auf die Ergebnisse der Bundestagswahl 2017. Die Ergebnisse dieser Wahl sind insofern besonders, dass erstmal seit vielen Jahren wieder eine neue Partei den Sprung ins Parlament schaffte. Neben der wiedereingezogenen FDP gelang zudem der noch relativ neuen Partei AfD der Einzug ins Parlament. Während die kleineren Parteien bei den Wählerinnen und Wählern punkten konnten, mussten sowohl CDU/CSU als auch die SPD deutliche Verluste hinnehmen.

Preisverleihung zum 26. Schülerwettbewerb »Baden-Württemberg – Wir in Europa«

Bereits zum 26. Mal haben sich Schülerinnen und Schüler aus ganz Baden-Württemberg am EU-Schülerquiz beteiligen können. Das Quiz rund um das Thema Europa wurde wie in den vergangenen Jahren vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Ministerium der Justiz und für Europa aufgelegt. Die Gewinnerinnen und Gewinner wurden im Rahmen einer Preisverleihung auf Schloss Solitude geehrt.

Karte des Monats: Ehescheidungen in den Regionen Baden-Württembergs 2017 bis 2020

Mit der Karte des Monats werden regelmäßig besondere Themen kartografisch aufgegriffen.

Diese und viele weitere Karten stehen für Sie zum kostenlosen Download bereit oder können auf Wunsch auch als Poster in verschiedenen Größen bestellt werden.

Darüber hinaus bieten wir mit unserem interaktiven Kartenangebot auch die Möglichkeit, Karten verschiedener Themen der amtlichen Statistik nach eigenem Bedarf zusammenzustellen. Die interaktiven Karten greifen auf einen umfangreichen Datenpool für kartografische Analysen zurück. Sie sind ebenso in verschiedenen Dateiformaten zum kostenlosen Download verfügbar.

Gerne erstellen wir für Sie auch Karten auf Wunsch. Dazu steht uns das gesamte Datenangebot des Landesinformationssystems zur Verfügung. Wenden Sie sich für Ihre Bestellung oder weiterführende Informationen telefonisch (Sabine Maurer, +49 711 641-2836) oder per E-Mail an »Kartenbestellung« an uns.