Modulare Armutsberichterstattung

Auch in Baden-Württemberg ist Armut Realität. Wer zu wenig Geld hat, kann an vielem nicht teilhaben. Armut ist ein Mangel an Teilhabechancen.
Wichtig sind passgenaue, nicht-stigmatisierende und gut erreichbare Unterstützungsangebote für die Betroffenen. Dazu braucht es eine aussagekräftige Datengrundlage.
Die modulare Armutsberichterstattung besteht aus fünf Modulen und ermöglicht es, sowohl regelmäßig wichtige Kennzahlen im Bereich Armut und Reichtum bereitzustellen als auch tiefere Analysen zu einzelnen thematischen Schwerpunkten durchzuführen sowie kurzfristig aktuelle Themen aufzugreifen. Jährlich findet ein Fachtag statt, um Ergebnisse aus der Berichterstattung und den Fördermaßnahmen des Landes mit der Öffentlichkeit zu diskutieren sowie Menschen mit Armutserfahrung in diese Prozesse einzubeziehen.
Module der Armutsberichterstattung
Im Gesellschaftsmonitoring BW werden 40 Indikatoren zu Armut und Reichtum jährlich fortgeschrieben. Die Fortschreibung geht vom Ersten Armuts- und Reichtumsbericht Baden-Württemberg 2015 aus. Einmal jährlich werden Basisinformationen dazu im Überblick veröffentlicht.
Kurzanalysen bieten die Möglichkeit einer kurzen, vertiefenden Analyse. Ausgewählte Ergebnisse und Entwicklungen, die sich im Gesellschaftsmonitoring BW zeigen, sollen in den Blick genommen oder weitergehende Fragestellungen, die vom Landesbeirat für Armutsbekämpfung und Prävention eingebracht werden, sollen hier analysiert werden. Das sind Themen wie working poor oder Energiearmut.
Einmal jährlich wird ein Thema aus dem Bereich Armut und Reichtum als Gesellschaftsreport BW bearbeitet. Dabei wird eine sozialwissenschaftliche Datenanalyse mit good practice ergänzt und es werden Schlussfolgerungen für die Praxis gezogen. Die Ergebnisse können im Rahmen eines Förderaufrufs erprobt werden. Hier wurden bereits Themen wie politische und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Armutserfahrung oder Auswirkungen von Überschuldung auf Kinder und Jugendliche erarbeitet.
Die Berichte zur gesellschaftlichen Teilhabe beinhalten eine Datenanalyse, orientiert am Lebenslagenkonzept, daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen von Vertretungen des Landesbeirats für Armutsbekämpfung und Prävention sowie einen Beitrag des Sozialministeriums. Zu jedem Bericht findet in der Analysephase ein Fachgespräch statt, in dem erste Ergebnisse diskutiert werden. Die Berichte beschäftigen sich mit Themen wie Altersarmut oder der Wohnsituation armutsgefährdeter Menschen.
Der Fachtag ist eine in der Regel jährlich stattfindende repräsentative Plattform, um Ergebnisse der modularen Armutsberichterstattung und daran anschließende Fördermaßnahmen des Sozialministeriums der Fachöffentlichkeit vorzustellen und mit ihr zu diskutieren. In diese Prozesse werden auch Menschen mit Armutserfahrung einbezogen.
Die einzelnen Berichte und Kurzanalysen finden Sie bei den Veröffentlichungen der FaFo hier.
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