36 % der 25- bis 64-Jährigen verfügen über einen hohen Bildungsstand
Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich 2023 erschienen
Die Menschen in Baden-Württemberg besitzen mehrheitlich einen mittleren bis hohen Bildungsstand. Der Bildungsstand wird ausgedrückt durch den jeweils höchsten Bildungsabschluss, z. B. Masterabschluss für einen hohen oder Lehrausbildung für einen mittleren Bildungstand. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes verfügten im Jahr 2022 knapp 36 % der 25- bis 64-Jährigen Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger über einen hohen Bildungsstand. 2010 lag die Quote noch bei gut 29 %. Einen mittleren Bildungsstand konnten gut 47 % nachweisen, im Vergleich zu 55 % im Jahr 2010. Der Anteil der 25- bis 64-Jährigen mit niedrigem Bildungsstand lag bei gut 17 % und stieg somit leicht an (2010: 16 %).
Der Bildungsstand beeinflusst den Beschäftigungsstatus. Die höchste Beschäftigungsquote mit knapp 90 % weisen in Baden-Württemberg die 25- bis 64-Jährigen mit hohem Bildungsstand auf, 2010 lag sie bei gut 88 %. Die Beschäftigungsquote der betreffenden Altersgruppe mit mittlerem Bildungsstand stieg im selben Zeitraum von 80 % (2010) auf nunmehr gut 84 %. Die Beschäftigungsquote der 25- bis 64-Jährigen mit niedrigem Bildungsstand weist gut 72 % auf - ein deutlicher Anstieg von ausgehend knapp 62 % im Jahr 2010.
Dass die Chance auf Beschäftigung mit niedrigem Bildungsstand innerhalb des betrachteten Zeitraums gestiegen ist, zeigt auch die Erwerbslosenquote derselben Altersgruppe mit niedrigem Bildungsstand. Diese sank im selben Zeitraum von 11 % im Jahr 2010 auf noch gut 4 % im Jahr 2022. Bei Personen mit mittlerem Bildungsstand verringerte sich die Erwerbslosenquote von gut 4 % (2010) auf 2 % (2022). Kaum verändert hat sich hingegen die Erwerbslosenquote der 25- bis 64-Jährigen mit hohem Bildungsstand. Sie lag seit 2010 nahezu unverändert bei rund 2 %.
Der heute erschienene Tabellenband »Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich« präsentiert weitere ausgewählte OECD-Bildungsindikatoren für die einzelnen Bundesländer. Dabei werden alle Bildungsbereiche von der frühkindlichen Bildung über die Schulen und Hochschulen bis hin zum lebenslangen Lernen abgebildet. Der Tabellenband ist eine Gemeinschaftsveröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder und ergänzt die gestern vorgestellte OECD-Veröffentlichung »Bildung auf einen Blick«.
Weitere Informationen
Hoher Bildungsstand (Tertiärbereich)
Meisterausbildung, Technikerausbildung, Abschluss an Ausbildungsstätte/Schule für Erzieher, Dualer Hochschulabschluss, Abschluss an Verwaltungsfachhochschulen, Masterabschluss oder Promotion.
Mittlerer Bildungsstand (Sekundarbereich II und postsekundärer nicht-tertiärer Bereich)
Fachhochschulreife/Hochschulreife und ohne beruflichen Abschluss, Fachhochschulreife/Hochschulreife und/oder Lehrausbildung, Abschluss an Berufsfachschulen, Abschluss eines kurzen Bildungsgangs an Ausbildungsstätte oder Abschluss des Vorbereitungsdienstes für den mittleren Dienst, Abschluss eines 2- oder 3‑jährigen Bildungsganges an einer Ausbildungsstätte und ohne Fachhochschulreife/Hochschulreife.
Niedriger Bildungsstand (Unterhalb Sekundarbereich II)
Ohne allgemeinen Schulabschluss und ohne beruflichen Abschluss, Abschluss nach höchstens 7 Jahren und ohne beruflichen Schulabschluss, Hauptschul-/Realschulabschluss/POS und Anlernausbildung, Berufliches Praktikum oder Berufsvorbereitungsjahr, Anlernausbildung, Berufliches Praktikum oder Berufsvorbereitung und ohne Hauptschulabschluss.
Beschäftigte
Personen im Alter von mindestens 15 Jahren, die mindestens eine Stunde in der Bezugswoche für ein Gehalt (Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer) oder für einen Gewinn (Selbstständige und unentgeltlich mithelfende Familienangehörige) arbeiten.
Beschäftigtenquote
Anzahl der Beschäftigten geteilt durch die Gesamtzahl der betreffenden Bevölkerung (Beschäftigte, Erwerbslose und Nichterwerbspersonen).
Erwerbslose
Personen im Alter von mindestens 15 Jahren, die ohne Arbeit und arbeitssuchend sind und derzeit dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
Erwerbslosenquote
Anzahl der Erwerbslosen geteilt durch die Anzahl der Erwerbspersonen.
Erwerbspersonen
Beschäftigte + Erwerbslose