Ackerflächen 2026: Etwas mehr Winterkulturen
Deutlich weniger Anbaufläche von Sommergerste, Kartoffeln und Zuckerrüben.
Auf den Ackerflächen in Baden-Württemberg sind die im letzten Herbst ausgesäten Winterkulturen weitestgehend gut durch den Winter gekommen. Vereinzelt wurden durch Staunässe oder Schädlingsbefall verursachte Schäden gemeldet, vor allem bei Winterraps und Winterweizen. Bei beiden Fruchtarten wurde daher jeweils etwa 1 % der Fläche umgebrochen.
Wie aus den aktuellen Meldungen der Ernteberichterstattung des Statistischen Landesamtes hervorgeht, vergrößert sich die geschätzte Anbaufläche von Winterweizen (einschließlich Dinkel und Einkorn) auf rund 221.800 ha (+4 %). Die Zunahme ist vor allem auf den verstärkten Anbau von Dinkel zurückzuführen, der in diesem Jahr erstmalig separat erhoben wird. Während sich der Wintergerstenanbau weiterhin gut behaupten kann und die Anbaufläche voraussichtlich um rund 2 % ausgeweitet wird (81.100 ha), ist der Sommergerstenanbau deutlich reduziert worden und beläuft sich auf nur noch etwa 48.100 ha (−8 %).
Die wichtigste Ölfrucht Winterraps ist wieder stärker im Anbau vertreten. Bei einem Umfang von 54.300 ha würde die Fläche um knapp 3 % zunehmen.
Bei Kartoffeln bricht der Anbau deutlich ein, die Schätzungen belaufen sich auf 3.800 ha, das wären fast 30 % weniger als im Vorjahr. Grund hierfür dürfte die Rekordernte und das daraus resultierende Überangebot mit entsprechend schlechten Preisen 2025 sein. Auch Zuckerrüben werden dieses Jahr nach den Prognosen in geringerem Umfang (14.900 ha, −20 %) kultiviert.
Der Maisanbau legt nur leicht zu und liegt laut der Meldungen rund 1 % über dem Vorjahr. Ursächlich dafür ist die deutliche Ausweitung der Körnermaisfläche auf rund 61.200 ha, die damit fast 8 % höher liegt als 2025. Silomais scheint mit 129.400 ha etwas schwächer abzuschneiden und könnte sich geringfügig unter dem Vorjahreswert einpendeln.
Nach den bisherigen Meldungen könnte der Anbau von Körnerleguminosen zunehmen. Die Sojabohne bleibt demnach auf Platz 1 und wird auf 7.700 ha angebaut (+4 %).
Weitere Informationen
Die obigen Angaben beruhen auf den Mitteilungen einer begrenzten Anzahl freiwilliger Berichterstatter/-innen und müssen deshalb als vorläufige Anbautendenzen angesehen werden. Auf breiter statistischer Basis abgesicherte Daten über den tatsächlichen Anbau auf dem Ackerland liefert die Erhebung der Bodennutzung 2026, deren erste Ergebnisse voraussichtlich Ende Juli vorliegen werden.
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