Arbeitslosenquote 2025 auch unter Hochqualifizierten in allen Bundesländern gestiegen
Die Zahl arbeitsloser Personen mit Hochschulabschluss lag im Südwesten um 20,3 % höher als im Vorjahr.
Das Risiko, arbeitslos zu werden und zu bleiben, wird stark von der beruflichen Qualifikation der Erwerbspersonen beeinflusst. Personen, die keinen beruflichen Bildungsabschluss vorweisen können, haben das größte Risiko, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein. Wie das Statistische Landesamt nach Auswertung der Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit mitteilt, waren im Jahresdurchschnitt 2025 in Baden-Württemberg insgesamt fast 294.000 Menschen arbeitslos gemeldet, knapp 24.000 bzw. 8,8 % mehr als im Vorjahr. Rund 149.000 Personen und damit mehr als die Hälfte (50,6 %) aller Arbeitslosen konnten 2025 keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen (+9.000 bzw. +6,2 %). Knapp 104.000 arbeitslos gemeldete Personen und damit mehr als ein Drittel (35,3 %) verfügten 2025 über eine betriebliche oder schulische Ausbildung (+10.000 bzw. +10,7 %). Die Zahl der hochqualifizierten Arbeitslosen stieg derweil um gut 6.000 auf rund 38.000 – damit war der prozentuale Anstieg bei den Akademikerinnen und Akademikern mit einem Plus von 20,3 % am stärksten. Der Anteil der Hochqualifizierten an allen Arbeitslosen erhöhte sich dadurch im Südwesten um 1,2 Prozentpunkte auf 13,0 %.
Akademiker-Arbeitslosenquote steigt in Baden-Württemberg um 0,4 Prozentpunkte auf 2,6 %
Die qualifikationsspezifische Arbeitslosenquote, bei der die Zahl der Arbeitslosen auf die jeweilige Gruppe der Erwerbspersonen bezogen wird, stieg 2025 bei den Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung um 0,7 Prozentpunkte auf 14,7 % und lag damit mehr als drei Mal so hoch wie die allgemeine Arbeitslosenquote (4,6 %). Die Arbeitslosenquote der Personen mit betrieblichem/schulischem Abschluss stieg in Baden-Württemberg um 0,2 Prozentpunkte auf 2,8 %. Aufgrund der anhaltend schwierigen Arbeitsmarktlage hat sich auch die Arbeitslosenquote der Hochqualifizierten um 0,4 Prozentpunkte auf 2,6 % erhöht. Dieser relativ starke Anstieg basiert jedoch ganz wesentlich auf der noch immer verhältnismäßig geringen Anzahl von hochqualifizierten Arbeitslosen.
Arbeitslosenquote bei Hochqualifizierten in Baden-Württemberg und Hessen mit jeweils 2,6 % am niedrigsten
Im Jahresdurchschnitt 2025 waren bundesweit insgesamt 6,3 % der Erwerbspersonen arbeitslos. Auch die spezifischen Arbeitslosenquoten der Akademikerinnen und Akademiker mit 3,3 % und jene der Personen mit betrieblicher/schulischer Ausbildung mit 3,6 % lagen auf Bundesebene spürbar höher als im Südwesten. In der Gruppe der Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung lag die Arbeitslosenquote in Deutschland mit 21,3 % fast anderthalb Mal so hoch wie in Baden‑Württemberg. Im Bundesländervergleich war die Arbeitslosenquote von Akademikerinnen und Akademikern in Baden-Württemberg, zusammen mit Hessen mit jeweils mit 2,6 % am niedrigsten. Dahinter reihten sich Bayern (2,7 %), Brandenburg (2,9 %) sowie Niedersachsen und Rheinland-Pfalz mit jeweils 3,0 % ein. Die scheinbar schlechtesten Chancen für arbeitslose Hochqualifizierte gab es am Arbeitsmarkt in den Stadtstaaten Berlin (5,6 %), Bremen (4,8 %) und Hamburg (4,3 %). Allerdings müssen diese recht hohen Quoten nicht zwingend auf ungünstigere Beschäftigungsmöglichkeiten schließen lassen, sondern können unter anderem auch auf den hohen Anteil zuziehender Akademikerinnen und Akademiker sowie auf Besonderheiten der regionalen Arbeitsmärkte zurückzuführen sein.

Weitere Informationen
Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht monatlich die offizielle Zahl der Arbeitslosen, die in den Arbeitsagenturen und Jobcentern erhoben wird.
Arbeitslosenquoten zeigen die relative Unterauslastung des Arbeitskräfteangebots an, indem sie die (registrierten) Arbeitslosen zu den Erwerbspersonen (EP = Erwerbstätige + Arbeitslose) in Beziehung setzen. Die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen stellt den Anteil der Arbeitslosen an der Summe aus allen zivilen Erwerbstätigen (abhängige zivile Erwerbstätige sowie Selbstständige und mithelfende Familienangehörige) und den Arbeitslosen dar. Die abhängigen zivilen Erwerbstätigen setzen sich zusammen aus den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (inkl. Auszubildenden), geringfügig Beschäftigten, Personen in Arbeitsgelegenheiten (Mehraufwandvariante), Beamten (ohne Soldaten) und Grenzpendlern.
- Pressemitteilung 13/2026: Arbeitslosigkeit 2025 erneut gestiegen
- Themenseite: Arbeitslose
- Statistikdatenbank Baden-Württemberg: 13211 Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit
- Statistisches Monatsheft 1/2026: Beschäftigung im Zeitverlauf
- Internetangebot der Bundesagentur für Arbeit (BA)
- Qualitätsbericht: Statistik der Arbeitslosen, Arbeitsuchenden und gemeldeten erwerbsfähigen Personen (BA)