Außenhandel der baden-württembergischen Ernährungswirtschaft stark von Nahrungsmitteln pflanzlichen Ursprungs geprägt
Kakao und Kakaoerzeugnisse waren 2025 in Aus- und Einfuhr wertmäßig wichtigste Warenuntergruppe.
Im Jahr 2025 exportierte die baden-württembergische Ernährungswirtschaft Waren im Gesamtwert von rund 8,3 Milliarden Euro über die Landesgrenzen hinweg ins Ausland, wie das Statistische Landesamt nach vorläufigen Ergebnissen der Außenhandelsstatistik mitteilt. Dabei dominierten Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs, die mit einem nominalen Ausfuhrwert von 6,2 Milliarden Euro fast drei Viertel der Gesamtsumme ausmachten. Die Nahrungsmittelexporte tierischen Ursprungs beliefen sich auf einen Wert von über 1,7 Milliarden Euro (Anteil: 20,7 %), während die übrigen Ausfuhren der Ernährungswirtschaft auf Genussmittel (309 Millionen Euro beziehungsweise 3,7 %) und lebende Tiere (58 Millionen Euro beziehungsweise 0,7 %) entfielen.
Importseitig wurden im Jahr 2025 ernährungswirtschaftliche Waren im Wert von insgesamt 14,4 Milliarden Euro aus dem Ausland in den Südwesten eingeführt. Mit einem Einfuhrwert von 10,2 Milliarden Euro (70,6 %) stellten Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs wie bei der Ausfuhr die wichtigste Warengruppe dar. Die Importe von Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs beliefen sich auf einen Wert von 3,2 Milliarden Euro (21,9 %), jene im Bereich Genussmittel lagen bei 1,1 Milliarden Euro (7,3 %). Einen sehr geringen Einfuhranteil von 0,2 % (28 Millionen Euro) machten lebende Tiere aus.
Kakao und Kakaoerzeugnisse mit höchstem Export- und Importwert
Mit einem Ausfuhrwert von 2,7 Milliarden Euro und einem Einfuhrwert von 1,3 Milliarden Euro waren Kakao und Kakaoerzeugnisse wertmäßig in beide Verkehrsrichtungen die jeweils wichtigste Warenuntergruppe im Außenhandel der baden-württembergischen Ernährungswirtschaft.
Europa als Schlüsselmarkt für die Ernährungswirtschaft im Südwesten
Die zehn wichtigsten Zielländer der ernährungswirtschaftlichen Exporte Baden-Württembergs 2025 lagen allesamt in Europa und vereinten 73,5 % des Gesamtausfuhrwertes auf sich. Allein 14,5 % davon und dementsprechend der höchste Exportwert ging mit 1,2 Milliarden Euro auf Frankreich zurück. Dahinter folgten die Niederlande mit 739 Millionen Euro (8,9 %) und Polen mit 705 Millionen Euro (8,5 %). Auch die zehn wichtigsten Herkunftsländer ernährungswirtschaftlicher Waren aus dem Ausland waren europäische Staaten – mit Ausnahme der Vereinigten Staaten auf Platz 8. Gemessen am Einfuhrwert waren die Niederlande mit 2,8 Milliarden Euro (19,6 %) hier das wichtigste Bezugsland für den Südwesten. Italien mit 1,9 Milliarden Euro (13,2 %) und Spanien mit 1,5 Milliarden (10,4 %) belegten die nachfolgenden Plätze.
Weitere Informationen
Die Außenhandelsstatistik wird zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben. Gegenstand ist der grenzüberschreitende Warenverkehr Deutschlands mit dem Ausland. Meldepflichtig im Intrahandel (Handel mit EU-Ländern) ab dem Jahr 2025 sind umsatzsteuerpflichtige Unternehmen deren Versendungen in andere EU-Mitgliedstaaten den statistischen Wert von 1 Million Euro bzw. deren Eingänge aus anderen EU-Mitgliedstaaten den statistischen Wert von 3 Millionen Euro im Vorjahr überschritten haben. Bis 2024 betrug die Meldeschwelle in der Versendung 500.000 Euro und im Eingang 800.000 Euro. Nicht inbegriffen in der Außenhandelsstatistik ist der grenzüberschreitende Handel mit Dienstleistungen. Dieser wird von der Deutschen Bundesbank erhoben.
Ausgewertet wurden die Ergebnisse auf Basis der Gliederung nach Warengruppen und Warenuntergruppen der Ernährungswirtschaft und der gewerblichen Wirtschaft (EGW 2002, Ausgabe 2023). Im Fokus der Auswertung stand die Ernährungswirtschaft, bestehend aus den vier Warengruppen „Lebende Tiere“, „Nahrungsmittel tierischen Ursprungs“, „Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs“ und „Genussmittel“ sowie den jeweils dazugehörigen Warenuntergruppen. Es handelt sich um vorläufige Ergebnisse des Jahres 2025 zum Stand August 2026.
Die dargestellten Ergebnisse sind nominale Originärwerte.
Die Ausfuhr aus Baden-Württemberg wird nach dem Konzept des Spezialhandels dargestellt. Dieser umfasst ausgeführte Waren, die aus der Erzeugung, der Be- und Verarbeitung in Baden-Württemberg stammen. Die Einfuhr lässt sich aus erhebungstechnischen Gründen nur nach dem Konzept des Generalhandels nachweisen. Dieser enthält neben den zum Gebrauch, Verbrauch, zur Be- oder Verarbeitung in Baden-Württemberg eingehenden Waren zusätzlich Einfuhren von Waren auf Lager, die ggf. im Anschluss in andere Bundesländer weitergeleitet werden. Umgekehrt sind Waren, die zunächst in anderen Bundesländern auf Lager genommen werden und danach zum Gebrauch, Verbrauch, zur Be- oder Verarbeitung nach Baden-Württemberg transportiert werden, nicht enthalten. Die Saldierung der Aus- und Einfuhrergebnisse, d. h. die Berechnung einer Handelsbilanz, ist für Bundesländer aufgrund der unterschiedlichen Abgrenzung methodisch nicht sinnvoll.
Fachbereich
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