Skip to main content Skip to page footer
Pressemitteilung 166/2023

Baden-Württemberg: Höchste Lebenserwartung in Deutschland

Frauen in Heidelberg und Männer in Tübingen werden im Land am ältesten

Ein neugeborener Junge kann heute in Baden-Württemberg auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von 79,7 Jahren hoffen, ein neugeborenes Mädchen sogar auf 84,1 Jahre. Dies geht aus den jüngsten Sterbetafelberechnungen für den Zeitraum 2020 bis 2022 hervor. Damit liegt die Lebenserwartung Neugeborener nach Angaben des Statistischen Landesamtes um knapp 10 Jahre bei den Frauen bzw. um gut elf Jahre bei den Männern höher als Anfang der 1970er-Jahre. Seinerzeit betrug die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt 68,5 Jahre für Jungen und 74,5 Jahre für Mädchent. Gegenüber den »Vor-Corona-Jahren« 2017 bis 2019 ist die Lebenserwartung sowohl der Männer als auch der Frauen geringfügig um 0,1 Jahre gesunken.

Die fast stetig gestiegene Lebenserwartung in den vergangenen Jahrzehnten ist vor allem auf eine deutlich verringerte Säuglingssterblichkeit zurückzuführen. Diese ist nunmehr auf etwa ein Siebtel des Standes von 1970/72 zurückgegangen. Während Anfang der 1970er-Jahre etwa 20 von jeweils 1 000 Lebendgeborenen im ersten Lebensjahr starben, sind es gegenwärtig nur ca. 3 von 1 000 Neugeborenen. Aber auch im höheren Alter hat die Sterblichkeit aufgrund der verbesserten gesundheitlichen Vorsorge und Gesundheitsversorgung beträchtlich abgenommen. So können beispielsweise 75-jährige Männer nach den aktuellen Sterblichkeitsverhältnissen eine weitere Lebensdauer von durchschnittlich 11 Jahren erwarten; Anfang der 1970er-Jahre waren es lediglich etwa 7 Jahre. Bei den 75-jährigen Frauen sind es derzeit sogar 13 Jahre, 1970/72 waren es dagegen nur ca. 8 Jahre.

Baden-Württemberg hat seit Beginn der 1970er-Jahre im bundesweiten Vergleich regelmäßig die höchste Lebenserwartung Neugeborener. Im Zeitraum 2020 bis 2022 lag die Lebenserwartung neugeborener Mädchen in Deutschland bei 83,2 Jahren, die der Jungen bei 78,3 Jahren. Damit haben baden-württembergische Knaben bei der Geburt die Aussicht auf eine um 17 Monate höhere Lebenserwartung als im Bundesdurchschnitt, bei den Mädchen sind es immerhin 11 Monate mehr. Verglichen mit den Bundesländern mit der geringsten Lebenserwartung leben Baden-Württembergerinnen im Schnitt 2 Jahre länger, bei den Baden-Württembergern sind es sogar knapp 4 Jahre.

Innerhalb des Landes weist derzeit die weibliche Bevölkerung in Heidelberg die höchste Lebenserwartung auf, gefolgt von den Landkreisen Tübingen, dem Bodenseekreis und Breisgau-Hochschwarzwald. Am geringsten ist die derzeitige Lebenserwartung der Frauen in Pforzheim. Am ältesten wird momentan die männliche Bevölkerung im Landkreis Tübingen, gefolgt von Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Böblingen sowie den Stadtkreisen Freiburg im Breisgau, Heidelberg und Stuttgart. Am geringsten ist derzeit die Lebenserwartung der Männer in Pforzheim.

Die Gründe für die regional unterschiedliche Lebenserwartung sind vielfältig. Entscheidend hierfür dürften nicht zuletzt das Bildungsniveau und die daraus resultierende Einkommenssituation sein: Je besser der Bildungsstand und die Einkommensverhältnisse, desto niedriger fällt tendenziell die Sterblichkeit aus.

Die höhere Lebenserwartung der Frauen gegenüber der der Männer ist teilweise genetisch bedingt, vor allem aber auch auf unterschiedliche Verhaltensweisen zurückzuführen: Frauen ernähren sich im Schnitt gesünder; sie setzen sich im Alltag weniger Gefahren aus, verüben deutlich seltener Suizid und nehmen häufiger Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen in Anspruch.

Berechnungen des Statistischen Bundesamtes.

Frauen im Saarland: 82,1 Jahre; Männer in Sachsen-Anhalt: 75,8 Jahre. Berechnungen des Statistischen Bundesamtes.

Tabelle 1

Die Entwicklung der durchschnittlichen Lebenserwartung Neugeborener in Baden-Württemberg seit 1970/72
Zeitraum1) Lebenserwartung Neugeborener
Jungen Mädchen
Alter

1) Sterbetafelberechnungen für den jeweiligen Zeitraum.

Datenquelle: Sterbetafelberechnungen.

1970/72 68,5 74,5
1995/97 75,0 81,0
2020/22 79,7 84,1

Tabelle 2

Durchschnittliche Lebenserwartung Neugeborener in den Bundesländern Deutschlands
Bundesland Lebenserwartung Neugeborener*)
Jungen Mädchen

*) Sterbetafelberechnungen für den Zeitraum 2020/22; Bayern für 2019/21

Datenquelle: Statistisches Bundesamt.

Baden-Württemberg 79,7 84,1
Bayern 79,3 83,8
Berlin 78,1 83,3
Brandenburg 77,2 83,2
Bremen 76,9 82,3
Hamburg 78,6 83,2
Hessen 78,9 83,3
Mecklenburg-Vorpommern 76,7 82,8
Niedersachsen 78,1 82,9
Nordrhein-Westfalen 78,1 82,7
Rheinland-Pfalz 78,5 83,0
Saarland 77,2 82,1
Sachsen 77,3 83,5
Sachsen-Anhalt 75,8 82,3
Schleswig-Holstein 78,4 82,9
Thüringen 76,9 82,7
Deutschland 78,3 83,2

Tabelle 3

Die durchschnittliche Lebenserwartung Neugeborener in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs
StadtKreis (SKR),
Landkreis (LKR)
Land
Lebenserwartung Neugeborener*)
Jungen Mädchen

*) Zeitraum: 2020 - 2022.

Datenquelle: Sterbetafelberechnungen.

Stuttgart (SKR) 80,7 84,7
Böblingen LKR) 80,7 84,7
Esslingen (LKR) 80,6 84,2
Göppingen (LKR) 79,2 84,2
Ludwigsburg (LKR) 80,1 84,4
Rems-Murr-Kreis (LKR) 79,7 84,2
Heilbronn (SKR) 77,9 83,4
Heilbronn (LKR) 79,5 83,8
Hohenlohekreis (LKR) 79,1 83,7
Schwäbisch Hall (LKR) 78,3 83,5
Main-Tauber-Kreis (LKR) 79,2 84,0
Heidenheim (LKR) 79,3 83,8
Ostalbkreis (LKR) 79,2 83,9
Baden-Baden (SKR) 80,3 84,4
Karlsruhe (SKR) 79,7 84,0
Karlsruhe (LKR) 79,6 84,0
Rastatt (LKR) 79,3 83,5
Heidelberg (SKR) 80,7 85,4
Mannheim (SKR) 77,6 82,9
Neckar-Odenwald-Kreis (LKR) 78,4 83,3
Rhein-Neckar-Kreis (LKR) 79,8 84,1
Pforzheim (SKR) 77,4 82,6
Calw (LKR) 79,5 83,7
Enzkreis (LKR) 79,8 84,0
Freudenstadt (LKR) 78,5 83,9
Freiburg im Breisgau (SKR) 80,7 84,8
Breisgau-Hochschwarzwald (LKR) 81,1 85,0
Emmendingen (LKR) 80,4 84,4
Ortenaukreis (LKR) 79,2 83,7
Rottweil (LKR) 78,8 84,0
Schwarzwald-Baar-Kreis (LKR) 79,4 84,3
Tuttlingen (LKR) 79,3 83,5
Konstanz (LKR) 79,9 84,3
Lörrach (LKR) 80,0 83,6
Waldshut (LKR) 79,2 83,6
Reutlingen (LKR) 80,0 84,4
Tübingen (LKR) 81,6 85,0
Zollernalbkreis (LKR) 78,9 83,6
Ulm (SKR) 79,8 83,9
Alb-Donau-Kreis (LKR) 80,4 84,1
Biberach (LKR) 79,8 84,4
Bodenseekreis (LKR) 80,5 85,0
Ravensburg (LKR) 79,9 84,4
Sigmaringen (LKR) 79,3 84,0
Baden-Württemberg 79,7 84,1

Weitere Informationen

Die dargestellten Ergebnisse bilden die Sterblichkeitsverhältnisse der gesamten Bevölkerung im Zeitraum der Jahre 2020 bis 2022 ab. Die in dieser so genannten Periodensterbetafel ausgewiesene Lebenserwartung entspricht deshalb der durchschnittlichen Zahl an Jahren, die Personen nach den in diesem Zeitraum geltenden Sterblichkeitsverhältnissen leben könnten.

Die hier vorgestellten Ergebnisse stellen (nur) eine Momentaufnahme bezüglich der Lebenserwartung der Bevölkerung in den Stadt- und Landkreisen dar. Das Muster mit den regionalen Unterschieden in der Lebenserwartung war und ist im Zeitablauf zwar relativ stabil. Dennoch sind zufällige Schwankungen bei den Ergebnissen – aufgrund der zum Teil geringen Einwohnerzahlen in den Kreisen und trotz des gebildeten Durchschnitts aus drei Jahren – nicht auszuschließen.

Bei der Interpretation der Ergebnisse ist schließlich zu bedenken, dass die zur Ermittlung der Lebenserwartung erforderlichen Angaben zur Bevölkerung und zu den Gestorbenen immer an deren Wohnort während des Betrachtungszeitraums gezählt werden. Das kann beispielsweise dazu führen, dass eine verstorbene Person, die in einem bestimmten Kreis ihren letzten Wohnsitz hatte, dort bei der Berechnung der Lebenserwartung berücksichtigt wird, obwohl sie fast ihr ganzes Leben bis kurz vor ihrem Tod außerhalb dieses Kreises verbracht hat. Alles in allem bedeutet das, dass die Ergebnisse zur Lebenserwartung der Bevölkerung in den Stadt- und Landkreisen nicht überinterpretiert werden sollten.

Sie wollen keine Neuigkeiten verpassen? Melden Sie sich für unsere Newsletter an!