Baden‑Württemberg mit drei Regierungsbezirken unter den wirtschaftsstärksten EU-Regionen
Regierungsbezirk Stuttgart zählt beim Bruttoinlandsprodukt je Einwohner 2015 zu den 15 führenden EU-Regionen
Nach Angaben des Statistischen Landesamtes zählen mit Stuttgart, Karlsruhe und Tübingen drei Regierungsbezirke im Land zu den Regionen Europas mit der höchsten Wirtschaftskraft. Hierzu rechnet das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) jene Regionen, deren Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner unter Berücksichtigung der jeweiligen Kaufkraft, d.h. gemessen in Kaufkraftstandards (KKS, siehe Erläuterungen) den EU-Durchschnitt um mindestens 25 Prozent überschreitet.
Insgesamt 43 der zusammen 276 so genannten NUTS 2-Regionen der 28 EU-Mitgliedstaaten – in Baden‑Württemberg sind dies die vier Regierungsbezirke – erreichten 2015 ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf, das 25 Prozent oder mehr über dem EU-Durchschnitt von 28 900 Euro bzw. KKS (Kaufkraftstandards) lag. Davon befanden sich allein 12 Regionen in Deutschland. Unter den baden‑württembergischen Regierungsbezirken liegt Stuttgart mit 46 700 KKS (Rang 14) erneut im Spitzenfeld der 15 führenden EU-Regionen mit dem höchsten BIP je Einwohner. Die Regierungsbezirke Karlsruhe und Tübingen belegten mit 40 200 KKS bzw. 38 700 KKS die Ränge 25 und 30. Der Regierungsbezirk Freiburg lag mit 34 800 KKS bzw. 120 Prozent des EU-Durchschnitts auf Platz 51. Nach den von Eurostat veröffentlichten regionalen BIP-Daten 2015, reichte die Spannweite des BIP je Einwohner von lediglich knapp 30 Prozent (8 400 KKS) des Durchschnitts der Europäischen Union (EU) in der Region Severozapaden in Bulgarien, dem Schlusslicht des EU-weiten Rankings, bis zu 580 Prozent bzw. 167 500 KKS in der erstplatzierten britischen Hauptstadtregion Inner London – West. Dem Spitzenreiter folgten mit großem Abstand auf den Rängen zwei bis fünf das Großherzogtum Luxemburg (264 Prozent), Hamburg und Brüssel (206 bzw. 205 Prozent) sowie Bratislava in der Slowakei (188 Prozent). Die Auswertung zeigt weiter: Die Region Île-de-France mit der Hauptstadt Paris ist mit Abstand der größte Wirtschaftsstandort (NUTS 2) in Europa mit einer Wirtschaftsleistung (BIP in jeweiligen Preisen) in Höhe von knapp 660 Milliarden (Mrd.) Euro, gefolgt von der Lombardei mit gut 357 Mrd. Euro und etwa gleichauf an dritter Position Inner London – West (243 Mrd. Euro) sowie dem Regierungsbezirk Oberbayern mit gut 242 Mrd. Euro. Stuttgart liegt hier mit gut 195 Mrd. Euro auf Rang 9 knapp hinter Madrid (203 Mrd. Euro).
Tabelle 1
| Regionales Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner in der EU28 im Jahr 2015 Wirtschaftskraft*) der baden-württembergischen Regierungsbezirke im Ranking der 276 NUTS2-Regionen der EU28 – Vergleich der Regionen mit dem höchsten und niedrigsten BIP je Einwohner |
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|---|---|---|---|---|---|---|
| NUTS2-Region | BIP | BIP je Einwohner | Rang | Rang +/- 2015/ 2014 | ||
| Mill. EUR | EUR | KKS1) | KKS, EU28=100 | |||
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*) Bruttoinlandsprodukt je Einwohner in Kaufkraftstandards (KKS). 1) Kaufkraftbereinigt: nationale Währung in Kaufkraftstandards (KKS) konvertiert. Datenquelle: Eurostat. © Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2017 |
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| EU28 | 14.714.029 | 28.900 | 28.900 | 100 | – | – |
| Inner London -West (Vereinigtes Königreich) | 243.454 | 212.800 | 167.500 | 580 | 1 | – |
| Luxemburg | 51.216 | 89.900 | 76.200 | 264 | 2 | – |
| Hamburg | 109.520 | 61.700 | 59.500 | 206 | 3 | +1 |
| Bruxelles-Capitale (Belgien) | 74.599 | 63.300 | 59.200 | 205 | 4 | −1 |
| Bratislavský kraj (Slowakei) | 22.238 | 35.400 | 54.400 | 188 | 5 | +1 |
| Praha (Tschechische Republik) | 40.789 | 32.300 | 51.400 | 178 | 6 | +3 |
| Oberbayern | 242.406 | 53.200 | 51.400 | 178 | 6 | +1 |
| Île de France (Frankreich) | 659.796 | 54.600 | 50.900 | 176 | 8 | – |
| Inner London -East (Vereinigtes Königreich) | 149.625 | 64.300 | 50.600 | 175 | 9 | −4 |
| Stockholm (Schweden) | 142.329 | 64.300 | 50.300 | 174 | 10 | – |
| Noord-Holland (Niederlande) | 141.784 | 51.100 | 47.400 | 164 | 11 | +4 |
| Hovedstaden (Dänemark) | 109.559 | 61.600 | 47.100 | 163 | 12 | +6 |
| Darmstadt | 190.178 | 48.800 | 47.100 | 163 | 12 | +1 |
| Stuttgart | 195.394 | 48.400 | 46.700 | 162 | 14 | – |
| Bremen | 31.662 | 47.500 | 45.800 | 159 | 15 | +1 |
| North Eastern Scotland (Vereinigtes Königreich) | 27.987 | 56.900 | 44.800 | 155 | 16 | −5 |
| Wien | 86.537 | 47.700 | 44.700 | 155 | 17 | – |
| Karlsruhe | 114.169 | 41.600 | 40.200 | 139 | 25 | – |
| Tübingen | 72.611 | 40.100 | 38.700 | 134 | 30 | +1 |
| Freiburg | 79.567 | 36.000 | 34.800 | 120 | 51 | −2 |
| Severen tsentralen (Bulgarien) | 3.619 | 4.400 | 9.500 | 33 | 274 | +1 |
| Mayotte (Frankreich Überseedepartement) | 2.250 | 9.800 | 9.100 | 32 | 275 | +2 |
| Severozapaden (Bulgarien) | 3.074 | 3.900 | 8.400 | 29 | 276 | +2 |
Weitere Informationen
Erläuterungen
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) misst die insgesamt erbrachte wirtschaftliche Leistung eines Landes bzw. einer Region. Zum Vergleich des Entwicklungsstandes unterschiedlich großer Regionen kann das auf die Einwohnerzahl bezogene BIP verwendet werden. Dabei ist in wirtschaftlichen Zentren wie Inner London – West, Luxemburg oder auch in Hamburg das hier gemessene vergleichsweise hohe BIP pro Kopf zu einem Großteil auf den hohen Anteil von Berufseinpendlern zurückzuführen. Sie tragen zwar zur regionalen Wirtschaftsleistung bei, sind aber nicht bei der Wohnbevölkerung der Region berücksichtigt, auf die das BIP je Einwohner bezogen wird. Dies führt dazu, dass das BIP je Einwohner hier tendenziell zu hoch ausgewiesen und in Regionen mit einem negativen Pendlersaldo unterschätzt wird. Das BIP ist keine Messgröße für das Einkommen, das den privaten Haushalten einer Region letztlich zur Verfügung steht. Der KKS (Kaufkraftstandard) ist eine Kunstwährung, die die Unterschiede zwischen den nationalen Preisniveaus berücksichtigt und somit aussagekräftige Volumenvergleiche der Wirtschaftsindikatoren verschiedener Länder ermöglicht. Aggregate in KKS werden berechnet, indem man das Aggregat in laufenden Preisen und nationaler Währung durch die entsprechende Kaufkraftparität (KKP) teilt.
Hinweis
Weitere Informationen zu regionalen Wirtschaftsindikatoren der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen stehen im Internetangebot des Arbeitskreises »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder« zur Verfügung.