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Pressemitteilung 176/2022

Baden-Württemberg: Preisindex legt im Juni 2022 um 7,1 % zu

Verteuerung von Energieprodukten um 34,4 %

Die Verbraucherpreise in Baden-Württemberg sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes im Juni 2022 gegenüber den Vorjahresmonat um 7,1 % gestiegen und erreichten damit zum vierten Mal in Folge eine Höhe, die seit der Ölkrise 1973 in Baden-Württemberg unbekannt war. Ohne Berücksichtigung der Preise für Energie und Nahrungsmittel, betrug die Gesamtteuerungsrate 3,2 % und war damit nur etwa halb so hoch wie die Gesamtinflationsrate. Hier zeigt sich wie stark aktuell Energie- und Nahrungsmittelpreise die Gesamtteuerungsrate beeinflussen.

Die Preise für Energieprodukte lagen im Juni 2022 um 34,4 % über dem Niveau des Vorjahresmonats, nach +34,9 % im Mai 2022. Dabei haben sich die Preise für Heizöl (+80,4 %) und Erdgas (+53,9 %) massiv verteuert. Auch Kraftstoffe legten gegenüber dem Vorjahresmonat (+30,1 %) deutlich zu. Die Preiserhöhungen für die anderen Energieprodukte lagen ebenfalls deutlich über der Gesamtteuerung, zum Beispiel für feste Brennstoffe (+64,0 %) und Strom (+21,8 %). Der Preisauftrieb bei den Energieprodukten wurde von mehreren Faktoren beeinflusst: Neben den kriegs- und krisenbedingten Effekten wirkte sich unter anderem die zu Jahresbeginn gestiegene CO2-Abgabe von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne CO2 aus. Das von der Bundesregierung beschlossene Entlastungspaket zur Abfederung der hohen Energiepreise mildert die Teuerungsrate etwas ab. So zeigte der Bereich Verkehr gegenüber Mai 2022 ein Minus von 6,0 %, während gegenüber Juni 2021 ein Plus von 7,1 % zu verzeichnen war. Seit dem 1. Juni 2022 gibt es das 9 Euro-Ticket sowie den Tankrabatt, die hier ihre Wirkung zeigen.

Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich im Juni 2022 für die privaten Haushalte spürbar um 10,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit hat sich der Preisauftrieb weiter verstärkt (Mai 2022: +9,3 %). Preiserhöhungen wurden bei allen Nahrungsmittelgruppen ermittelt. Erheblich teurer wurden Speisefette und Speiseöle (+42,3 %), Fleisch und Fleischwaren (+16,8 %), ebenso Molkereiprodukte und Eier (+13,3 %) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (+11,0 %). Gemüse verteuerte sich gegenüber Juni 2021 um 6,4 % und Obst um 2,1 %.

Weitere Informationen

Revision des Verbraucherpreisindex

Der Verbraucherpreisindex wird deutschlandweit in regelmäßigen Abständen einer Revision unterzogen und auf ein neues Basisjahr umgestellt. Dabei werden die Wägungschemata aktualisiert und methodische Änderungen eingearbeitet. Mit dem Berichtsmonat Januar 2019 erfolgte die Umstellung von der bisherigen Basis 2010 auf das nun gültige Basisjahr 2015. Das bedeutet, dass der Verbraucherpreisindex im Jahresdurchschnitt 2015 auf den Wert 100 gesetzt ist.

Im Zuge der Revision des Verbraucherpreisindex werden die Ergebnisse bis zurück zum Januar 2015 neu berechnet. Weiter zurückliegende Zeiträume werden nicht neu berechnet, sondern lediglich auf das neue Basisjahr 2015 rechnerisch umbasiert.

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