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Pressemitteilung 224/2026

Cannabis, Alkohol und sonstige Rauschmittel als Unfallursache: Halbjahresbilanz 2026

Alkohol bleibt die häufigste Unfallursache unter den berauschenden Substanzen.

Seit dem 1. April 2024 ist der Besitz und Konsum von Cannabis für Erwachsene unter bestimmten Auflagen legal. Seit Juli 2025 wird der Einfluss von THC (Cannabis) als Unfallursache bundesweit einheitlich von der Polizei in der Statistik der Straßenverkehrsunfälle erfasst. Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg hat die Zahlen für das erste Kalenderhalbjahr 2026 ausgewertet und analysiert darin das Unfallgeschehen in Zusammenhang mit Cannabiskonsum und anderen berauschenden Mitteln.

In der ersten Jahreshälfte 2026 ereigneten sich 92 Unfälle, bei denen Personen verletzt wurden und mindestens ein Unfallbeteiligter nachweislich unter dem Einfluss von THC stand. Dabei kam es zu 20 Schwer- und 104 Leichtverletzten. Gut die Hälfte der Unfallbeteiligten war mit einem Pkw unterwegs (52,2 %), etwa jeder Fünfte mit einem Elektrokleinstfahrzeug wie beispielsweise einem E-Roller (19,6 %). Unfallbeteiligte mit Pedelecs oder Krafträdern (mit Versicherungskennzeichen) machten mit 7,6 % einen wesentlich geringeren Anteil aus. Die Beteiligten waren im Durchschnitt 32 Jahre alt und mehr als 90 % waren männlich. Von den Unfällen mit Personenschaden und Cannabiseinfluss waren 39 % Alleinunfälle, es gab demnach keine weiteren Beteiligten.

Zum Vergleich: Im selben Zeitraum kam es zu 815 Unfällen mit Personenschaden, bei denen Alkoholeinfluss eine Rolle spielte. Dabei kamen neun Personen ums Leben, 188 wurden schwer und 794 leicht verletzt. Bei diesen Unfällen waren am häufigsten Pkw (38,4 %) beteiligt, gefolgt von Fahrrädern (21,5 %), Pedelecs (16,6 %) und Elektrokleinstfahrzeugen (10,8 %). Das durchschnittliche Alter der Beteiligten lag bei 42 Jahren und auch in diesem Fall waren fast 90 % männlich. Der Anteil der Alleinunfälle lag bei 62 %.

Sonstige berauschende Mittel, wie zum Beispiel Medikamente oder Rauschgift, stellten in 67 Fällen eine Ursache bei Unfällen mit Personenschaden dar – mit insgesamt 13 Schwer- und 78 Leichtverletzten. Die häufigste Verkehrsbeteiligungsart war erneut der Pkw (64,2 %), auf Elektrokleinstfahrzeuge entfielen 11,9 %. Das durchschnittliche Alter der Beteiligten lag bei rund 37 Jahren und 87 % waren männlich. In 49 % der Unfälle mit Personenschaden war keine weitere Person am Unfall beteiligt.

Bei der Ortslage zeigt sich ein homogenes Bild zwischen allen berauschenden Substanzen: Bei Cannabis und Alkohol ereigneten sich rund zwei Drittel der Unfälle innerorts, ein Drittel außerorts. Bei sonstigen berauschenden Mitteln waren es 61 % innerorts und 39 % außerorts.
In 39 Fällen waren sowohl Cannabis als auch Alkohol gemeinsam als Unfallursache festzustellen.

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