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Pressemitteilung 43/2026

Der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg wird immer weiblicher

Zum Internationalen Frauentag: In sieben der 44 Stadt- und Landkreise sind inzwischen mehr Frauen als Männer beschäftigt.

Mit der zunehmenden Erwerbsbeteiligung der Frauen und der wachsenden Bedeutung der Dienstleistungsbranchen hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmerinnen in den letzten 40 Jahren sehr dynamisch entwickelt. Wie das Statistische Landesamt nach Auswertung der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit mitteilt, standen zur Jahresmitte 2025 knapp 2,26 Millionen Frauen in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis. Das waren fast 864.000 oder 62 % mehr als 40 Jahre zuvor. Zeitgleich war der Anstieg bei ihren rund 2,68 Millionen männlichen Kollegen mit 32 % im Verhältnis nur etwa halb so groß (+652.000). 

Hat die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen von 1985 bis 2025 in allen 44 Stadt- und Landkreisen zugenommen, war dies bei den Männern in 42 Kreisen der Fall. Das prozentual größte Plus an Arbeitnehmerinnen gab es im genannten Zeitraum in den Landkreisen Heilbronn (+135 %), Hohenlohekreis (+117 %), Biberach (+106 %) und Tübingen (+104 %). Auch im Stadtkreis Freiburg (+103 %) und im Landkreis Ravensburg (+102 %) haben sich die weiblichen Belegschaften mehr als verdoppelt. Die geringsten Zuwächse gab es im Zollernalbkreis mit lediglich 2 % und in Pforzheim mit 4 %.

Der Frauenanteil unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg in Baden-Württemberg von 41 % im Jahr 1985 auf 46 % im Jahr 2025. Die stärkere Beteiligung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt spiegelt sich dabei regional ganz unterschiedlich in den Belegschaften wider. So reichte die Spannweite der Frauenanteile im Jahr 2025 von 54 % im Stadtkreis Baden-Baden bis 39 % in den Landkreisen Böblingen, Rastatt und Hohenlohekreis. Neben Baden-Baden liegen die Anteile der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmerinnen inzwischen auch in den Stadtkreisen Heidelberg, Freiburg und Pforzheim sowie in den Landkreisen Tübingen, Calw und Konstanz über der 50-Prozent-Marke. Vor 40 Jahren hatte es dagegen noch keinen einzigen Stadt- oder Landkreis gegeben, in dem mehr als die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiblich war. Die höchsten Frauenanteile hatten 1985 mit 49 % der Stadtkreis Pforzheim und der Landkreis Tübingen vorzuweisen. 

Vor allem die Wirtschaftsstruktur in den Stadt- und Landkreisen ist für die Höhe der Frauenanteile ausschlaggebend. Die Kreise mit weiblichen Beschäftigten in der Überzahl zeichnen sich in der Regel durch einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Dienstleistungsarbeitsplätzen aus, die eine Domäne der Frauen sind. Darüber hinaus spielt es auch eine Rolle, welche Dienstleistungssparten stark vertreten sind. So arbeiteten beispielsweise die meisten Frauen im Gesundheits- und Sozialwesen. Zur Jahresmitte 2025 waren landesweit rund 523.000 Frauen dort beschäftigt, das heißt fast jede vierte sozialversicherungspflichtig tätige Arbeitnehmerin (23 %).

Diagramm 1

Weitere Informationen

Die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit liefert vierteljährlich tief gegliederte Strukturdaten über die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland. Sie beruht auf den Meldungen der Betriebe zur Kranken-, Renten-, Pflege- und/oder Arbeitslosenversicherung und erfasst in Baden-Württemberg rund drei Viertel aller Erwerbstätigen. Die Statistik der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten berücksichtigt keine Beamtinnen und Beamten, Selbstständigen, unbezahlt mithelfenden Familienangehörigen und Personen, die ausschließlich in sogenannten Mini-Jobs tätig sind, also einer geringfügig entlohnten Beschäftigung nachgehen. Die Jahresmitte, also der Stichtag 30. Juni, gilt in der Beschäftigungsstatistik als repräsentativer Jahreswert.

 

 

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