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Pressemitteilung 260/2021

Die Hälfte der deutschlandweiten FuE-Investitionen kommen aus Baden-Württemberg und Bayern

Automobilbranche in Baden-Württemberg investiert 13,3 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung (FuE)

Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden sowohl von privatwirtschaftlichen Einrichtungen (Wirtschaftssektor), im Wesentlichen sind das die Unternehmen, als auch von öffentlichen Stellen (Staats- und Hochschulsektor) durchgeführt und finanziert. In Baden-Württemberg und auch in Deutschland wird der Hauptanteil der Investitionen in Forschung und Entwicklung von den Unternehmen getätigt. 2019 waren dies im Südwesten gut 83,5 %, der höchste Anteil unter den Bundesländern. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes stiegen diese Ausgaben für FuE in den Unternehmen in Baden-Württemberg im Jahr 2019 auf ein neues Rekordniveau von insgesamt rund 25,3 Milliarden (Mrd.) Euro. Gegenüber dem Jahr 2017 entspricht dies einem nominalen Zuwachs von rund 1,9 Mrd. Euro bzw. einer Steigerung der FuE-Ausgaben um gut 8 %. 2019 leisteten damit die Unternehmen in den beiden süddeutschen Ländern Baden-Württemberg (33 %) und Bayern (22 %) zusammen 55 % der bundesweiten FuE-Investitionen des Wirtschaftssektors in Höhe von 75,8 Mrd. Euro.

Die Dominanz des Wirtschaftssektors bei den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Baden-Württemberg ist insbesondere auf den Kraftfahrzeugbau zurückzuführen. Von baden-württembergischen Unternehmen wurden 2019 in dieser Branche rund 13,3 Mrd. Euro (2017: 12,7 Mrd. Euro) für FuE aufgewendet. Nachdem von 2015 auf 2017 die FuE-Aufwendungen um beachtliche 39 % stiegen, fiel der aktuelle Zweijahreszuwachs von 2017 auf 2019 mit 5,1 % jedoch deutlich moderater aus. 2019 entfielen somit gut 53 % der im Wirtschaftssektor in Baden-Württemberg investierten FuE-Aufwendungen allein auf diese Branche. Deutschlandweit wurden 47 % der FuE-Aufwendungen im Kraftfahrzeugbau von Unternehmen aus Baden-Württemberg getätigt. Hier zeigt sich die enorme FuE-Kapazität der weltweit agierenden Kfz-Hersteller und Zulieferfirmen im Land.

Zwei weitere bedeutende Branchen des industriellen Forschungsstandorts im Südwesten sind die Elektrotechnik und der Maschinenbau. In diesen Branchen fielen im Jahr 2019 FuE-Aufwendungen in Höhe von über 2,9 Mrd. Euro bzw. gut 2,5 Mrd. Euro an. Deutschlandweit entfielen 26 bzw. 34 % der gesamten getätigten FuE-Aufwendungen der Elektrotechnik bzw. des Maschinenbaus auf baden-württembergische Unternehmen.

Auch in den Dienstleistungssparten Information und Kommunikation werden hierzulande beachtliche FuE-Ressourcen investiert. Die FuE-Aufwendungen dieser Branchen lagen 2019 in Baden-Württemberg bei 2,2 Mrd. Euro, 30 % mehr als noch 2017 (2017: 1,7 Mrd. Euro), und der Anteil dieser FuE-Aufwendungen an den gesamten FuE-Aufwendungen in Baden-Württemberg betrug 8,6 %, 1,4 Prozentpunkte mehr als noch 2017. Inzwischen entfallen damit knapp 51 % aller deutschlandweit getätigten FuE-Aufwendungen der Informations- und Kommunikationsdienstleister auf Unternehmen aus Baden-Württemberg.

Tabelle 1

FuE-Aufwendungen des Wirtschaftssektors in Baden-Württemberg 2019 nach Branchen*)
Wirtschaftsgliederung Anteil FuE-Aufwendungen
% Mio EUR

*) Klassifikation der Wirtschaftszweige in Klammern.

Datenquelle: Stifterverband Wissenschaftsstatistik.

Pharmazeutische Erzeugnisse (21) 5,2 1.304
Elektrotechnik (26+27) 11,6 2.938
Maschinenbau (28) 10,0 2.526
Kraftwagen und Kraftwagenteile (29) 52,7 13.316
Information und Kommunikation (58 - 63) 8,6 2.171
Sonstige 11,9 3.016
Insgesamt 100 25.272

Tabelle 2

FuE-Aufwendungen und FuE-Personal im Wirtschaftssektor*) in Deutschland und Baden-Württemberg 2015, 2017 und 2019**)
 Wirtschaftszweige1) FuE-Aufwendungen FuE-Personal in Vollzeitäquivalenten
Deutschland Baden-Württemberg Deutschland Baden-Württemberg
2015 2017 2019 2015 2017 2019 2015 2017 2019 2015 2017 2019
Mio EUR Anzahl

*) Die Angaben beziehen sich auf die in Baden-Württemberg liegenden FuE-Stätten.

**) Die Vollerhebung der FuE-Daten erfolgt im zweijähigen Turnus.

1) Klassifikation der Wirtschaftszweige in Klammern.

Datenquelle: Stifterverband Wissenschaftsstatistik.

Insgesamt 60.952 68.787 75.830 18.511 23.330 25.272 404.767 436.571 475.676 114.018 131.871 141.679
darunter
Verarbeitendes Gewerbe (C) 51.913 58.494 64.361 16.035 20.237 21.794 324.061 346.443 375.006 94.773 108.853 116.054
darunter
H. v. chemischen Erzeugnissen (20) 3.786 4.065 4.411 228 246 273 23.618 21.969 23.088 1.977 1.888 1.928
H. v. pharmazeutischen Erzeugnissen (21) 3.956 4.631 5.434 1.063 1.134 1.304 18.357 20.071 21.800 4.355 4.790 5.043
H. v. DV-Geräten, elektronischen u. opt. Erzeugnissen (26) 7.541 7.739 8.721 1.911 2.047 2.114 60.351 54.573 59.840 15.990 13.987 14.379
H. v. elektrischen Ausrüstungen (27) 2.249 2.692 2.695 611 700 824 20.623 23.998 22.985 5.446 6.139 6.879
Maschinenbau (28) 5.459 7.117 7.450 1.855 2.204 2.526 43.292 49.323 52.856 14.176 15.804 18.162
H. v. Kraftwagen und Kraftwagenteilen (29) 21.466 25.656 28.253 9.117 12.676 13.316 108.134 126.413 139.331 43.675 57.176 59.502
Information und Kommunikation (58 - 63) 3.185 3.380 4.295 1.518 1.671 2.171 23.307 25.991 31.161 8.500 10.116 12.106
Freiberufliche, wissenschaftl. u. techn. Dienstleistungen (69 - 75) 4.685 5.594 5.547 856 1.297 1.132 47.829 53.359 55.799 9.699 11.697 11.976

Weitere Informationen

Nachfolgend wird die Bezeichnung Wirtschaftssektor und Wirtschaft synonym zu der Bezeichnung Unternehmen verwendet.

Die Daten des Wirtschaftssektors werden im zweijährigen Turnus von der Wissenschaftsstatistik GmbH im Stifterverband auf Bundesländerebene erhoben. Aus diesem Grund werden die aktuell vorliegenden Daten aus dem Jahr 2019 mit den Daten des Jahres 2017 verglichen.

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