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Pressemitteilung 47/2019

Ein Drittel der Frauen mit Migrationshintergrund hat Fachhochschulreife oder Abitur – Ein Fünftel ohne Schulabschluss

Zum Weltfrauentag am 8. März

In Baden-Württemberg lebten 2017 knapp 5,5 Millionen (Mill.) Frauen. Rund 1,6 Mill. (30 %) haben einen Migrationshintergrund, stellt das Statistische Landesamt Baden-Württemberg anlässlich des Weltfrauentages auf Basis der Ergebnisse des Mikrozensus fest.

Die Herkunft der meisten Frauen mit Migrationshintergrund liegt im europäischen Ausland (1,2 Mill., 73 % der Frauen mit Migrationshintergrund). Besonders stark vertreten ist die Türkei (238 000, 15 %) und die Länder des ehemaligen Jugoslawien (220 000, 13 %). Aus der ehemaligen Sowjetunion leben (303 000, 19 %) Frauen in Baden-Württemberg, darunter sind viele Spätaussiedler mit deutschen Wurzeln. Das größte einzelne Herkunftsland darunter ist Kasachstan mit 124 000 Frauen (8 %), knapp vor Russland (106 000, 7 %). Aus Afghanistan, Irak, Iran und Syrien stammen zusammen nur 58 000 Frauen (4 %).

Viele Frauen mit Migrationshintergrund haben hohe allgemeinbildende Schulabschlüsse. Ein Drittel der Frauen mit Migrationshintergrund hat die Schule mit der Fachhochschulreife oder dem Abitur beendet, rund 13 % haben überhaupt keinen Abschluss erworben. Von den Frauen ohne Migrationshintergrund haben gut 1 % keinen Schulabschluss.

Die Fachhochschulreife oder das Abitur haben 30 % der Frauen ohne Migrationshintergrund und damit rund 3 Prozentpunkte weniger als Frauen mit Migrationshintergrund. Dies liegt daran, dass Frauen ohne Migrationshintergrund im Durchschnitt deutlich älter sind und das Bildungsniveau älterer Menschen im Durchschnitt niedriger ist. Wie stark das erreichte schulische Bildungsniveau vom Alter der befragten Frauen abhängt, wird bei der Betrachtung einzelner Altersgruppen deutlich.

Bei Frauen mit Migrationshintergrund ist das erreichte Bildungsniveau in jüngeren Altersgruppen sehr viel höher als bei den Älteren. Gegenüber älteren Frauen mit Migrationshintergrund sind es bei den unter 35-Jährigen nur noch sehr wenige (rund 5 %) die keinen schulischen Abschluss nachweisen können und sich auch nicht mehr in schulischer Ausbildung befinden. Unter den Frauen mit Migrationshintergrund ab 65 Jahren sind es noch knapp 28 %, die in ihrem Leben keinen Schulabschluss erworben haben. Entsprechend ist der Anteil der Frauen mit Migrationshintergrund unter 25 Jahren, die eine Fachhochschulreife oder das Abitur erlangt haben, mit über 45 % sehr viel höher als bei Frauen mit Migrationshintergrund ab 65 Jahren (18 %).

Das erreichte Schulabschlussniveau von Frauen mit Migrationshintergrund liegt auch bei den jüngeren Altersgruppen noch deutlich hinter dem von Frauen ohne ausländische Wurzeln. Von den Frauen ohne Migrationshintergrund zwischen 18 und unter 25 Jahren haben 60 % die Fachhochschulreife oder das Abitur. Frauen ohne Schulabschluss gibt es unter den Frauen ohne Migrationshintergrund kaum. Bei den jüngeren Altersgruppen ist der Anteil auf unter 1 % gesunken.

Tabelle 1

Bevölkerung in Privathaushalten in Baden-Württemberg 2017
nach allgemeinbildendem Schulabschluss, Geschlecht, Migrationshintergrund und Altersgruppen
Geschlecht
Migrationshintergrund
Altersgruppen
Insgesamt1) Nicht in schulischer Ausbildung2) Darunter
ohne Schulabschluss3) Hauptschulabschluss mittlerer Schulabschluss4) Fachhochschulreife Abitur
1.000 1.000 % 1.000 % 1.000 % 1.000 % 1.000 %

1) Einschließlich noch in Ausbildung und ohne Angabe zur Art des Schulabschlusses.

2) Fälle mit Angabe zur Art des Schulabschlusses.

3) Einschließlich Fälle mit maximal 7 Jahre Schulbesuch.

4) Einschließlich polytechnischer Oberschule der DDR.

Datenquelle: Ergebnisse des Mikrozensus [MZ].

Frauen 5.459 4.534,0 100,0 201 4,4 1.526 33,7 1.395 30,8 1.411 31,1
ohne Migrationshintergrund 3.824 3.304,0 100,0 43 1,3 1.165 35,3 1.091 33,0 1.005 30,4
18 Jahre und älter 3.315 3.283,0 100,0 42 1,3 1.160 35,3 1.076 32,8 1.005 30,6
18 bis unter 25 296 271,0 100,0 / / 22 8,1 85 31,2 163 60,0
25 bis unter 35 449 448,0 100,0 / / 56 12,4 143 31,8 246 54,8
35 bis unter 45 385 384,0 100,0 (5) (1,3) 57 14,8 157 40,9 165 43,0
45 bis unter 65 1.217 1.215,0 100,0 13 1,1 377 31,1 494 40,6 331 27,3
65 und mehr 968 965,0 100,0 18 1,9 649 67,2 198 20,5 100 10,4
mit Migrationshintergrund 1.635 1.230,0 100,0 158 12,8 362 29,4 304 24,7 407 33,1
18 Jahre und älter 1.243 1.219,0 100,0 156 12,8 358 29,4 298 24,5 407 33,4
18 bis unter 25 139 125,0 100,0 (6) (5,1) 21 16,7 41 33,1 56 45,0
25 bis unter 35 246 243,0 100,0 14 5,6 56 22,9 58 23,8 116 47,6
35 bis unter 45 278 276,0 100,0 24 8,7 75 27,2 83 29,9 94 34,1
45 bis unter 65 384 381,0 100,0 58 15,1 125 32,7 92 24,1 107 28,0
65 und mehr 196 194,0 100,0 54 27,7 82 42,0 25 12,7 34 17,5
Männer 5.443 4.467,0 100,0 182 4,1 1.609 36,0 1.034 23,2 1.642 36,8
ohne Migrationshintergrund 3.712 3.180,0 100,0 39 1,2 1.154 36,3 755 23,7 1.232 38,7
18 Jahre und älter 3.181 3.150,0 100,0 36 1,1 1.146 36,4 737 23,4 1.231 39,1
18 bis unter 25 316 291,0 100,0 / / 46 16,0 94 32,3 147 50,4
25 bis unter 35 471 470,0 100,0 (6) (1,3) 89 19,0 119 25,4 255 54,3
35 bis unter 45 403 403,0 100,0 / / 101 25,0 109 27,2 189 47,0
45 bis unter 65 1.201 1.200,0 100,0 15 1,2 442 36,9 304 25,4 439 36,6
65 und mehr 789 787,0 100,0 (8) (1) 467 59,4 110 14,0 201 25,6
mit Migrationshintergrund 1.731 1.288,0 100,0 143 11,1 454 35,3 280 21,7 411 31,9
18 Jahre und älter 1.300 1.270,0 100,0 141 11,1 448 35,2 271 21,4 410 32,3
18 bis unter 25 176 157,0 100,0 12 7,6 36 23,1 45 28,6 64 40,7
25 bis unter 35 276 271,0 100,0 19 7,0 78 28,7 55 20,5 119 43,8
35 bis unter 45 282 279,0 100,0 25 9,1 104 37,2 63 22,7 87 31,0
45 bis unter 65 396 393,0 100,0 47 12,0 155 39,5 86 22,0 104 26,5
65 und mehr 171 169,0 100,0 37 21,9 74 43,9 21 12,5 37 21,7
Insgesamt 10.902 9.001,0 100,0 383 4,3 3.135 34,8 2.430 27,0 3.054 33,9
ohne Migrationshintergrund 7.536 6.483,0 100,0 82 1,3 2.319 35,8 1.846 28,5 2.236 34,5
18 Jahre und älter 6.495 6.433,0 100,0 78 1,2 2.306 35,9 1.813 28,2 2.236 34,8
18 bis unter 25 612 563,0 100,0 (6) (1,1) 68 12,2 179 31,7 310 55,0
25 bis unter 35 920 917,0 100,0 (10) (1,1) 145 15,8 262 28,5 501 54,6
35 bis unter 45 788 787,0 100,0 (9) (1,1) 157 20,0 266 33,9 354 45,0
45 bis unter 65 2.418 2.415,0 100,0 27 1,1 819 33,9 798 33,0 770 31,9
65 und mehr 1.757 1.751,0 100,0 25 1,5 1.116 63,7 308 17,6 302 17,2
mit Migrationshintergrund 3.366 2.518,0 100,0 301 11,9 816 32,4 584 23,2 817 32,5
18 Jahre und älter 2.543 2.489,0 100,0 296 11,9 806 32,4 570 22,9 817 32,8
18 bis unter 25 315 283,0 100,0 18 6,5 57 20,3 87 30,6 120 42,6
25 bis unter 35 522 514,0 100,0 33 6,4 133 26,0 113 22,0 235 45,6
35 bis unter 45 560 555,0 100,0 50 8,9 179 32,2 146 26,3 181 32,6
45 bis unter 65 779 774,0 100,0 105 13,5 280 36,2 178 23,0 211 27,2
65 und mehr 367 364,0 100,0 91 25,0 156 42,9 46 12,6 71 19,5

Weitere Informationen

Zum Migrationshintergrund

Insgesamt lebten 2017 in Baden-Württemberg in Privathaushalten knapp 3,4 Millionen Männer und Frauen mit Migrationshintergrund. Als Mensch mit Migrationshintergrund gilt eine Person im Mikrozensus, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde.

Zum Mikrozensus

Der Mikrozensus ist die größte Haushaltsbefragung in Deutschland, mit der seit 1957 wichtige Daten über die wirtschaftliche und soziale Lage der Bevölkerung ermittelt werden. Befragt wird 1 % der Bevölkerung, das sind in Baden-Württemberg jährlich rund 50 000 Haushalte. Die Ergebnisse des Mikrozensus dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen in Bund und Ländern, stehen aber auch der Wissenschaft, der Presse und den interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Zu allen Themen der Befragung können Ergebnistabellen beim Statistischen Landesamt angefordert werden.

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