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Pressemitteilung 177/2026

Exporte im 1. Halbjahr 2026: +3,8 % zum Vorjahreszeitraum

Gesamtausfuhrentwicklung in Baden-Württemberg bleibt aufwärtsgerichtet.

Im 1. Halbjahr 2026 wurden Waren im Gesamtwert von fast 126,5 Milliarden Euro aus Baden-Württemberg ins Ausland exportiert. Wie das Statistische Landesamt nach vorläufigen Ergebnissen der Außenhandelsstatistik mitteilt, bleibt die Ausfuhrentwicklung mit einem Plus von nominal 3,8 % somit gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum positiv. Im 2. Quartal verlor der Zuwachs des Ausfuhrwertes mit 3,2 % gegenüber 4,5 % im 1. Quartal leicht an Dynamik. Einfuhrseitig ergab sich im 1. Halbjahr ein Importwert von knapp 114,8 Milliarden Euro (+5,4 % zum Vorjahreszeitraum).

Ausfuhrgeschäft mit den USA und China dämpft den Zuwachs 

Nach drei rückläufigen Jahren liegt die Ausfuhr in die Vereinigten Staaten auch im bisherigen Jahr 2026 im Minus: Bei verlangsamter Dynamik hat sich Baden-Württembergs Export in das nach wie vor wichtigste Zielland von Januar bis Juni 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,7 % auf 15,5 Milliarden Euro weiter reduziert. Ausschlaggebend hierfür waren gesunkene Exporte in den Bereichen Kfz und Pharmazie. Der Vergleichszeitraum ist von den ab April 2025 verhängten US-Importzöllen auf EU-Waren nur teilweise betroffen. Hinter den USA auf Platz 2 verbleibt die Schweiz mit 14,4 Milliarden Euro (+18,2 %), gefolgt von Frankreich mit 9,7 Milliarden Euro (+6,2 %) und den Niederlanden mit 8,3 Milliarden Euro (+1,9 %). Das Vereinigte Königreich belegte Platz 5 der wichtigsten Zielländer (6,9 Milliarden Euro; +28,2 %) und erreichte damit die höchste Platzierung seit Platz 3 im Jahr 2015. Hauptgrund hierfür ist die Positiventwicklung des Ausfuhrwertes von Metallen. Der Rückgang des baden-württembergischen Exporthandels mit China hält an. Gemessen am Exportwert, der um 19,2 % auf 5,7 Milliarden Euro abnahm, war die Volksrepublik damit im Zeitraum Januar bis Juni 2026 nur noch das achtwichtigste Zielland (2025: Platz 5). Baden-Württembergs Einfuhr aus China nahm derweil um 13,9 % auf rund 11,5 Milliarden Euro zu, womit die Volksrepublik hierzulande das wichtigste Herkunftsland ausländischer Waren darstellte.

Ausfuhrplus im Bereich Metalle kompensiert Verluste der Schlüsselbranchen

Einen großen Anteil an der insgesamt positiven Ausfuhrentwicklung im 1. Halbjahr 2026 hatte die Wertsteigerung im Bereich der Metall-Exporte: Die Ausfuhr belief sich dort auf 9,7 Milliarden Euro, ein nominaler Zuwachs von über 3 Milliarden Euro bzw. 46,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Höhere Ausfuhrwerte gab es trotz anhaltender Verluste lediglich in den Hauptexportbranchen: Kraftwagen und Kraftwagenteile (24,7 Milliarden Euro; −4,2 %), Maschinen (22,8 Milliarden Euro; −1,4 %) und Pharmazeutische Erzeugnisse (13,4 Milliarden Euro; −6,5 %).

Weitere Informationen

Die Außenhandelsstatistik wird zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben. Gegenstand ist der grenzüberschreitende Warenverkehr Deutschlands mit dem Ausland. Meldepflichtig im Intrahandel (Handel mit EU-Ländern) ab dem Jahr 2025 sind umsatzsteuerpflichtige Unternehmen, deren Versendungen in andere EU-Mitgliedstaaten den statistischen Wert von 1 Million Euro bzw. deren Eingänge aus anderen EU-Mitgliedstaaten den statistischen Wert von 3 Millionen Euro im Vorjahr überschritten haben. Bis 2024 betrug die Meldeschwelle in der Versendung 500.000 Euro und im Eingang 800.000 Euro. Nicht inbegriffen in der Außenhandelsstatistik ist der grenzüberschreitende Handel mit Dienstleistungen. Dieser wird von der Deutschen Bundesbank erhoben.

Ausgewertet wurden die Ergebnisse auf Basis des Güterverzeichnisses für Produktionsstatistiken. Ab dem Berichtsmonat Januar 2026 löst die neue Fassung des Güterverzeichnisses, Ausgabe 2026 (GP 2026), die bisher gültige Ausgabe 2019 (GP 2019) ab. Die Umstellung betrifft die Ebene der GP-4-Steller und darunter. Die hier betrachteten Ergebnisse auf höher aggregierter Ebene (GP-2-Steller) bleiben mit den Zahlen vorheriger Berichtsjahre vergleichbar.

Die dargestellten Veränderungen zum Vorjahr bzw. Vorjahreszeitraum beziehen sich auf nominale Originärwerte und berücksichtigen keine Kalender-, Saison- oder Preiseffekte. 

Auf Bundesländerebene kommt es bei den Außenhandelsergebnissen aus erhebungstechnischen Gründen zu unterschiedlichen Darstellungsarten: Die Ausfuhren werden nach dem Konzept des Spezialhandels nachgewiesen, die Einfuhren nach dem Konzept des Generalhandels. Der Spezialhandel umfasst im Wesentlichen nur die Waren, die aus der Erzeugung und der Be- oder Verarbeitung in Baden-Württemberg stammen und ins Ausland ausgehen. Im Unterschied zum Generalhandel sind Ausfuhren von Waren aus bzw. Einfuhren auf Lager im Spezialhandel nicht enthalten. Im Generalhandel werden alle nach Baden-Württemberg direkt aus dem Ausland eingehenden Waren erfasst (ausgenommen Durchfuhren, die lediglich aus Transportgründen eingehen). Für die Ausfuhr wird als Ursprungsregion daher das Bundesland nachgewiesen, in dem die Ware vollständig gewonnen oder hergestellt worden ist oder ihre letzte wesentliche und wirtschaftlich gerechtfertigte Be- oder Verarbeitung erhalten hat. Bei der Einfuhr wird die Zielregion nachgewiesen, also das Bundesland, in dem die eingehenden Waren voraussichtlich verbleiben sollen. Die Saldierung der Aus- und Einfuhrergebnisse, d. h. die Berechnung einer Handelsbilanz, ist für Bundesländer aufgrund der unterschiedlichen Abgrenzung methodisch nicht sinnvoll. 

 

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