Exporte von Januar bis März 2026: +4,6 % zum Vorjahreszeitraum
Baden-Württembergs Exportgeschäft im 1. Quartal 2026 mit positiver Entwicklung.
Im 1. Quartal 2026 exportierte die Südwestwirtschaft Waren im Gesamtwert von fast 64,2 Milliarden Euro ins Ausland. Wie das Statistische Landesamt nach vorläufigen Ergebnissen der Außenhandelsstatistik mitteilt, lag der Ausfuhrwert somit nominal um 4,6 % höher als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Baden-Württembergs Export übertraf den Vorjahresquartalswert nach den neun vorhergehenden Quartalen mit rückläufiger Entwicklung zum Vorjahreszeitraum nun zum dritten Mal in Folge (4. Quartal 2025: +3,9 %; 3. Quartal 2025: +0,8 %). Das Wachstum der baden-württembergischen Einfuhr belief sich parallel auf 4,0 %. Von Januar bis März 2026 wurden ausländische Waren im Wert von knapp 56,5 Milliarden Euro in den Südwesten importiert.
Exporte in die Schweiz und in das Vereinigte Königreich stark gestiegen, Ausfuhren in die USA und China weiterhin rückläufig
Nachdem die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten 2025 bereits das dritte Jahr in Folge gesunken waren, hat sich Baden-Württembergs Export in das nach wie vor wichtigste Zielland auch im 1. Quartal 2026 reduziert, um 7,2 % auf 8,1 Milliarden Euro. Im Zeitraum Januar bis März 2026 rangierte die Schweiz nur noch knapp dahinter auf Platz 2. Das Ausfuhrgeschäft mit dem Nachbarstaat entwickelte sich weiterhin enorm dynamisch und steigerte sich um über ein Fünftel zum Vorjahresquartalswert auf 7,7 Milliarden Euro (+27,0 %). Auf den Plätzen 3 und 4 landeten Frankreich mit 4,8 Milliarden Euro (+6,2 %) und die Niederlande mit 4,2 Milliarden Euro (+3,5 %). Die prozentual höchste Zuwachsrate in den Top 10 verzeichnete der Südwesten im Exporthandel mit dem Vereinigten Königreich, das mit einem Wert von 4,0 Milliarden Euro auf Platz 5 vorrückte (+49,4 %). Neben den USA gab es unter den zehn wichtigsten Zielländern im 1. Quartal nur ein weiteres Land, in das weniger exportiert wurde als im Vorjahreszeitraum. Mit einem Minus von 22,3 % auf 2,8 Milliarden Euro setzte das Ausfuhrgeschäft mit China die Negativentwicklung aus dem Vorjahr fort. Der Rückgang fiel dabei im Verhältnis zum Exportwert weit höher aus als beim US-amerikanischen Absatzmarkt, was für die Volksrepublik nur noch Platz 8 im Ranking bedeutete (Gesamtjahr 2025: Platz 5).
Export von Metallen mit rasantem Wachstum
Unter den zehn wichtigsten Exportgütern Baden-Württembergs stach im Zeitraum Januar bis März 2026 die Abteilung „Metalle“ mit einem nominalen Zuwachs von 81,2 % hervor: Davon wurde im Wert von 5,6 Milliarden Euro ins Ausland exportiert. Das war der vierthöchste Ausfuhrwert hinter den drei Hauptexportgütern „Kraftwagen und Kraftwagenteile“ (12,1 Milliarden Euro; −6,3 %), „Maschinen“ (11,2 Milliarden Euro; −2,5 %) und „Pharmazeutische Erzeugnisse“ (7,3 Milliarden Euro; −1,6 %), die wie bereits im Gesamtjahr 2025 allesamt niedrigere Ausfuhrwerte als im Vorjahreszeitraum verzeichneten.
Weitere Informationen
Die Außenhandelsstatistik wird zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben. Gegenstand ist der grenzüberschreitende Warenverkehr Deutschlands mit dem Ausland. Meldepflichtig im Intrahandel (Handel mit EU-Ländern) ab dem Jahr 2025 sind umsatzsteuerpflichtige Unternehmen deren Versendungen in andere EU-Mitgliedstaaten den statistischen Wert von 1 Million Euro bzw. deren Eingänge aus anderen EU-Mitgliedstaaten den statistischen Wert von 3 Millionen Euro im Vorjahr überschritten haben. Bis 2024 betrug die Meldeschwelle in der Versendung 500.000 Euro und im Eingang 800.000 Euro. Nicht inbegriffen in der Außenhandelsstatistik ist der grenzüberschreitende Handel mit Dienstleistungen. Dieser wird von der Deutschen Bundesbank erhoben.
Ausgewertet wurden die Ergebnisse auf Basis des Güterverzeichnisses für Produktionsstatistiken. Ab dem Berichtsmonat Januar 2026 löst die neue Fassung des Güterverzeichnisses, Ausgabe 2026 (GP 2026), die bisher gültige Ausgabe 2019 (GP 2019) ab. Die Umstellung betrifft die Ebene der GP-4-Steller und darunter. Die hier betrachteten Ergebnisse auf höher aggregierter Ebene (GP-2-Steller) bleiben mit den Zahlen vorheriger Berichtsjahre vergleichbar.
Die dargestellten Veränderungen zum Vorjahr bzw. Vorjahreszeitraum beziehen sich auf nominale Originärwerte und berücksichtigen keine Kalender-, Saison- oder Preiseffekte.
Auf Bundesländerebene kommt es bei den Außenhandelsergebnissen aus erhebungstechnischen Gründen zu unterschiedlichen Darstellungsarten: Die Ausfuhren werden nach dem Konzept des Spezialhandels nachgewiesen, die Einfuhren nach dem Konzept des Generalhandels. Der Spezialhandel umfasst im Wesentlichen nur die Waren, die aus der Erzeugung und der Be- oder Verarbeitung in Baden-Württemberg stammen und ins Ausland ausgehen. Im Unterschied zum Generalhandel sind Ausfuhren von Waren aus bzw. Einfuhren auf Lager im Spezialhandel nicht enthalten. Im Generalhandel werden alle nach Baden-Württemberg direkt aus dem Ausland eingehenden Waren erfasst (ausgenommen Durchfuhren, die lediglich aus Transportgründen eingehen). Für die Ausfuhr wird als Ursprungsregion daher das Bundesland nachgewiesen, in dem die Ware vollständig gewonnen oder hergestellt worden ist oder ihre letzte wesentliche und wirtschaftlich gerechtfertigte Be- oder Verarbeitung erhalten hat. Bei der Einfuhr wird die Zielregion nachgewiesen, also das Bundesland, in dem die eingehenden Waren voraussichtlich verbleiben sollen. Die Saldierung der Aus- und Einfuhrergebnisse, d. h. die Berechnung einer Handelsbilanz, ist für Bundesländer aufgrund der unterschiedlichen Abgrenzung methodisch nicht sinnvoll.
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