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Pressemitteilung 68/2026

Gebäudereport 2025 liefert ausführliche Daten zu Gebäuden und deren Wärmeversorgung

Die durchschnittliche Wohnfläche hat innerhalb der letzten rund 20 Jahre um knapp 9 % zugenommen.

Maßnahmen im Gebäudesektor sind ein wesentlicher Baustein der Energiewende. Durch Wärmedämmmaßnahmen und die Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärmeerzeugung kann der Ausstoß von CO2-Emissionen im Bereich Wohnen deutlich gesenkt werden. 

„Der Gebäudesektor hinkt unseren Klimazielen noch deutlich hinterher. Es gibt aber Anzeichen für eine positive Entwicklung: In diesem Jahr überholten die Wärmepumpen Öl- und Gasheizungen und wurden damit erstmals zur meistverkauften Heizungsart. Dabei etablieren sich Wärmepumpen nicht nur im Neubau, sondern auch zunehmend im Gebäudebestand. Die hohen Preissteigerungen bei Gas- und Ölheizungen sind für uns alle spürbar. Deshalb setzen immer mehr Menschen auf die Erneuerbaren Energien. Damit sind sie der Politik in Berlin einen Schritt voraus“, meint Energieministerin Thekla Walker. 

Da es zum Thema Gebäude und Energie die verschiedensten Veröffentlichungen, Studien und Datenquellen gibt, hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg das Statistische Landesamt beauftragt, diese zu analysieren und valide Informationen in einem Bericht zusammenzufassen. „Verlässliche und stetige Daten sind die Grundvoraussetzung, um die energie- und klimapolitischen Ziele zu bewerten und geeignete Maßnahmen festzulegen. Im Bereich der Gebäudeenergie gibt es eine breite Datengrundlage aber auch durchaus Datenlücken wie beispielsweise bei der energetischen Qualität oder der Sanierung von Bestandsgebäuden“, erklärt die Präsidentin des Statistischen Landesamtes Dr. Anke Rigbers. Die Daten im Gebäudereport 2025 stammen größtenteils aus der amtlichen Statistik, wie beispielsweise dem Zensus und den Baustatistiken, wobei dieses Grundgerüst durch weitere Quellen ergänzt wird. Die Veröffentlichung beinhaltet Informationen zu den in Gebäuden zur Beheizung genutzten Energieträgern und Heizungsarten. Zudem sind Daten zu Entwicklungen im Gebäudebestand als auch im Neubau sowie zum Energieträgermix in Baden-Württemberg Teil des neuen Gebäudereports.

10 Fakten aus dem Gebäudereport 2025

  1. Von den 2,5 Millionen Wohngebäuden in Baden-Württemberg sind 61 % Einfamilienhäuser, 21 % Zweifamilienhäuser und 18 % Mehrfamilienhäuser.
  2. Nicht nur die Anzahl, sondern auch die durchschnittliche Größe der Wohnungen nimmt nach wie vor stetig zu. Betrug die durchschnittliche Wohnfläche pro Wohnung im Gebäudebestand im Jahr 2000 rund 90 Quadratmeter, so waren es im Jahr 2023 knapp 98 Quadratmeter. Damit hat die durchschnittliche Wohnfläche innerhalb der letzten rund 20 Jahre um knapp 9 % zugenommen.
  3. Knapp drei Viertel der Wohngebäude in Baden-Württemberg nutzen klassische Heizsysteme (Öl- und Gasheizungen) zur Beheizung.
  4. Der Anteil an erneuerbaren Energien zur Beheizung im Wohngebäudebestand liegt in Baden-Württemberg bei rund 16 %, in Deutschland bei gut 10 %.
  5. Im Jahr 2022 haben in Baden-Württemberg gut 144.400 beziehungsweise knapp 6 % der Gebäude mit Wohnraum eine Wärmepumpe zur Beheizung genutzt. Das ist neben Bayern (6 %) bundesweit der höchste Anteil.
  6. Im Neubau von Wohngebäuden liegen Wärmepumpen als Heizquelle an erster Stelle (2023: 73 %); im Gegenzug sind Gasheizungen im Neubau 2023 auf rund 13 % abgesunken.
  7. Knapp 60 % der Wohngebäude in Baden-Württemberg wurden vor 1980 errichtet und damit vor der 1. Wärmeschutzverordnung; Dämmen und Energiesparen waren bis zu diesem Zeitpunkt kein Thema.
  8. Gebäude mit einem Baujahr ab 2010 nutzen in Baden-Württemberg nur noch selten Heizöl, sondern werden häufig mit Umweltwärme beheizt.
  9. Der Energieträgermix zur Beheizung in Baden-Württemberg unterscheidet sich deutlich von dem Mix in Deutschland. Der Anteil von Öl ist in Baden-Württemberg rund 9 Prozentpunkte höher, der Anteil von Gas sogar 14 Prozentpunkte niedriger als im Bundesdurchschnitt.
  10. Infolge von Dämmung, besserer Technik und erneuerbarer Energien wurde insgesamt eine Reduktion der temperaturbereinigten CO2-Emissionen für Wohnen von 1995 bis 2022 um 22 % erreicht. Zielwert für ein klimaneutrales Baden-Württemberg im Sektor Gebäude ist eine Senkung der Treibhausgasemissionen um 49 % bis 2030 gegenüber 1990.

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