Gender Education Gap 2025
Frauen machen häufiger höhere Bildungsabschlüsse als Männer.
Im Bereich der schulischen und beruflichen Bildung zeigen sich oft Unterschiede in den Bildungserfolgen zwischen den Geschlechtern. Hierbei erzielen junge Frauen tendenziell bessere Ergebnisse als junge Männer, sowohl bei Schulabschlüssen als auch bei Abschlüssen an Hochschulen.
Frauen erwerben häufiger die Hochschulreife als Männer
Im Jahr 2025 erhielten 28.519 Schülerinnen und Schüler der allgemeinbildenden Schulen in Baden-Württemberg die Allgemeine Hochschulreife, wie das Statistische Landesamt mitteilt. Davon waren 54,8 % Frauen und 45,2 % Männer. Der mittlere Abschluss wurde von insgesamt 47.900 Schülerinnen und Schülern erworben. Die Verteilung zwischen Frauen und Männern war bei diesem Abschluss nahezu ausgeglichen. Bei den Hauptschulabschlüssen wurden 16.833 Abschlüsse vergeben, davon 58,1 % an Männer und 41,9 % an Frauen. Von den 3.108 Jugendlichen, die ohne Hauptschulabschluss die allgemeinbildende Schule verließen, waren 60,4 % Männer und 39,6 % Frauen. Unter den 3.770 Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss aber mit einem Abschluss in den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung und Lernen waren ebenfalls 60,0 % männlich und 40,0 % weiblich. Weitere 584 Schülerinnen und Schüler verließen die allgemeinbildende Schule aus einer Vorbereitungsklasse ohne Hauptschulabschluss. Davon waren 61,8 % männlich und 38,2 % weiblich.
An den beruflichen Schulen zeigte sich im Jahr 2025 eine ähnliche Verteilung. So waren unter den insgesamt 13.460 Absolventinnen und Absolventen mit Hochschulreife 7.495 bzw. 55,7 % weiblich. Im Gegensatz dazu lag der Männeranteil unter den rund 12.000 Schülerinnen und Schülern, die die Fachhochschulreife erworben haben, mit 57,6 % über dem Anteil der Frauen. Bei den rund 6.500 erworbenen mittleren Abschlüssen gab es auch an den beruflichen Schulen nahezu keine Geschlechterunterschiede. Von den gut 7.900 Hauptschulabschlüssen wurden gut 4.800 bzw. 60,6 % von Männern und gut 3.100 bzw. 39,4 % von Frauen erworben.
Mehr Hochschulabschlüsse von Frauen als von Männern
Frauen sind auch im Hochschulbereich erfolgreicher als Männer. Während das Geschlechterverhältnis bei den 45.248 Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen des Prüfungsjahres 2025 nahezu ausgeglichen war, schlossen etwas mehr Frauen als Männer ein Masterstudium erfolgreich ab. Von den insgesamt 24.868 Master-Absolventinnen und -Absolventen handelte es sich in 50,8 % der Fälle um Frauen und in 49,2 % der Fälle um Männer. Größer war die Diskrepanz beim Staatsexamen. 61,2 % der 3.164 erfolgreichen Abschlüsse wurden von Frauen erlangt, nur 38,8 % von Männern. Unter den genannten Abschlüssen befanden sich auch 8.253 Lehramtsabschlüsse, darunter jeweils rund 4.100 Bachelor- und 4.100 Master-Abschlüsse. Mit 75,5 % war der Frauenanteil in den Lehramtsabschlüssen besonders hoch (Männer: 24,5 %). Nur bei den Promotionen waren Männer noch in der Überzahl. Von den insgesamt 4.445 Promotionen des Prüfungsjahres 2025 wurden 55,8 % von Männern und 44,2 % von Frauen abgeschlossen.
Männer brechen ihr Studium häufiger ab als Frauen
Das bessere Abschneiden von Frauen im Hochschulsektor lässt sich dabei nicht einfach auf eine stärkere Neigung der Frauen zum Studieren zurückführen. Noch bis einschließlich des Wintersemesters 2024/25 studierten mehr Männer als Frauen an den Hochschulen in Baden-Württemberg. Erst mit dem Wintersemester 2025/26 waren Frauen zum ersten Mal in der Mehrheit. Dass dennoch mehr Frauen als Männer ihr Studium erfolgreich abschlossen, lag unter anderem daran, dass Männer ihr Studium häufiger vorzeitig abbrachen als Frauen. Von den männlichen Studienanfängern des Jahres 2021 brachen das Bachelorstudium 11,9 % und das Masterstudium 5,6 % innerhalb der ersten drei Semester ab. Bei den weiblichen Studienanfängerinnen brachen nur 9,1 % ihr Bachelor- und 4,8 % ihr Masterstudium frühzeitig ab. Gleichzeitig war auch die Abschlussquote der Frauen höher als die der Männer. Innerhalb von acht Semestern hatten bereits 48,2 % der weiblichen Studienanfängerinnen des Jahres 2020 ihr Bachelorstudium erfolgreich abgeschlossen. Von ihren männlichen Kommilitonen schafften das nur 35,3 %. Beim Masterstudium war der Unterschied nicht ganz so groß. Hier schlossen 63,7 % der Frauen und 59,6 % der Männer das Studium innerhalb von sechs Semestern erfolgreich ab.
Weitere Informationen
Methodische Hinweise:
Die Fachhochschulreife kann als vollständiger Abschluss ausschließlich an Freien Waldorfschulen erlangt werden. Der schulische Teil der Fachhochschulreife führt nicht automatisch zum Abschluss der Fachhochschulreife. Da die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die ihre Fachhochschulreife an einer Freien Waldorfschule erwerben, relativ gering ist, wird diese spezifische Zahl im Text nicht erwähnt. Sie wurde jedoch in den bereitgestellten Schaubildern berücksichtigt, um eine umfassende Übersicht zu bieten.
Die Studienabbruchquoten bezeichnen den Anteil derjenigen Studierenden im ersten Fachsemester eines Studienjahres, die sich während des Beobachtungszeitraums BZR innerhalb der ersten drei Semester ohne Abschluss exmatrikulieren oder für die eine endgültig nicht bestandene Prüfung vorliegt und ohne Neueinschreibung/Rückmeldung oder erfolgreiche Abschlussprüfung innerhalb des Karenzzeitraums KZR von drei weiteren Semestern bleibt. Die Berechnung erfolgt separat für Studienanfänger/-innen (1. Fachsemester) in Bachelorstudiengängen und Masterstudiengängen.
Die Studienabschlussquoten bezeichnen den Anteil derjenigen Studierenden im ersten Fachsemester eines Studienjahres s, die während eines festgelegten Beobachtungszeitraums das Fachstudium erfolgreich beenden. Die Berechnung erfolgt separat für Studienanfänger/-innen (1. Fachsemester) in Bachelorstudiengängen und Masterstudiengängen. Der Beobachtungszeitraum für Bachelorstudiengänge beträgt 8 Semester, für Masterstudiengänge 6 Semester.
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