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Pressemitteilung 28/2026

Gleich und gleich gesellt sich gern

Rund 60 % der Paare haben das gleiche Bildungsniveau

Gegensätze ziehen sich an – heißt es. Doch wenn es um Partnerschaften geht, zeigt sich oft das Gegenteil. Wie das Statistische Landesamt in Fellbach anlässlich des Valentinstages mitteilt, hatten laut Mikrozensus 2024 von den rund 2,6 Millionen Paaren im Südwesten knapp 59 % das gleiche Bildungsniveau. Rund 41 % der Paare unterschieden sich hinsichtlich des Bildungsniveaus. Bei etwa jedem elften Paar (knapp 9 %) verfügte sowohl der Mann als auch die Frau über ein formal niedriges Bildungsniveau. Etwas mehr als 28 % der Paare wiesen bei beiden Partnern einen mittleren Bildungsabschluss auf, während gut 21 % der Paare aus zwei höher gebildeten Personen bestanden.

 

Laut weiterer Ergebnisse des Mikrozensus zeigten sich bei Paaren mit unterschiedlichen Bildungsniveaus merkliche Geschlechterunterschiede: Knapp 30 % der Paare hatten einen höher gebildeten Mann. In jedem achten Paarverhältnis (fast 12 %) besaß die Frau eine formal höhere Bildung als ihr Partner.

Neben dem Geschlecht spielte insbesondere das Alter eine Rolle: Jüngere Paare zwischen 18 und unter 45 Jahren hatten häufiger das gleiche Bildungsniveau (rund 64 %) als ältere Paare ab 45 Jahren (56 %). Bei jungen Paaren zeigte sich die größere Bildungshomogenität besonders bei höherer Bildung. Etwa 31 % hatten ein höheres, knapp 25 % ein mittleres und nahezu 8 % ein niedriges Bildungsniveau. Ältere Paare hatten bei gleichem Bildungsniveau meist eine mittlere Bildung (gut 30 %). Niedrige und höhere Bildungsniveaus (knapp 10 % bzw. etwa 16 %) waren bei Paaren mit gleicher Bildung entsprechend seltener.

Eine besonders interessante Entwicklung zeigte sich bei Paaren unterschiedlicher Bildungsniveaus. Höher gebildete Frauen waren unter älteren Paaren mit knapp 10 % eine seltene Ausnahme, während ihr Anteil bei jüngeren Paaren mit rund 17 % deutlich höher lag. Umgekehrt verfügte der Mann bei knapp 20 % der jüngeren Paare über ein höheres Bildungsniveau; bei älteren Paaren traf dies auf etwas mehr als 34 % zu. Daraus ergab sich bei Paaren mit ungleichem Bildungsniveau ein deutlicher Vorsprung zugunsten des Mannes von rund 25 Prozentpunkten bei älteren Paaren, während dieser Abstand bei jüngeren Paaren mit 3 Prozentpunkten kaum ins Gewicht fiel.

Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklungen ist die Nivellierung der Unterschiede beim Bildungsniveau jüngerer Frauen und Männer. Während mehr als ein Drittel der Frauen zwischen 18 und unter 45 Jahren ein hohes Bildungsniveau hatte (etwa 35 %), betrug der Anteil bei den Frauen ab 45 Jahren gut 20 %. Entsprechend war der Anteil der Frauen mit niedrigem Bildungsniveau in der jüngeren Altersgruppe mit fast 19 % deutlich niedriger als bei den Älteren (knapp 26 %). Bei Männern verhielt sich diese Dynamik umgekehrt. Der Anteil mit hohem Bildungsniveau lag bei den Jüngeren mit 34 % niedriger als bei den älteren Geschlechtsgenossen (rund 39 %). Jüngere Männer wiesen mit knapp 22 % sogar einen höheren Anteil mit niedriger Bildung auf als die älteren Männer (gut 15 %).

Diagramm 1

Weitere Informationen

In den Auswertungen werden gleichgeschlechtliche Paare, Paare unter 18 Jahren sowie Partnerinnen und Partner unterschiedlicher Altersgruppen nicht betrachtet.

Das Bildungsniveau wird gemäß ISCED (International Standard Classification of Education) vorgenommen. In der Gliederung nach ISCED 2011 wird der höchste erreichte Bildungsstand kombiniert aus den Merkmalen allgemeiner Schulabschluss und beruflicher Bildungsabschluss nachgewiesen:

Niedrig

  • ohne allgemeinen Schulabschluss und ohne beruflichen Abschluss, Abschluss nach höchstens 7 Jahren und ohne beruflichen Schulabschluss
  • Hauptschul-/Realschulabschluss/POS und Anlernausbildung, Berufliches Praktikum oder Berufsvorbereitungsjahr
  • Anlernausbildung, Berufliches Praktikum oder Berufsvorbereitung und ohne Hauptschulabschluss

Mittel (Abschlüsse im Sekundarbereich II und Postsekundärer nicht-tertiärer Bereich)

  • Fachhochschulreife/Hochschulreife und ohne beruflichen Abschluss
  • Fachhochschulreife/Hochschulreife und/oder eines der folgenden Abschlüsse: Lehrausbildung, Abschluss an Berufsfachschulen, Abschluss eines kurzen Bildungsgangs an Ausbildungsstätte oder Abschluss des Vorbereitungsdienstes für den mittleren Dienst
  • Abschluss eines 2- oder 3‑jährigen Bildungsganges an einer Ausbildungsstätte und ohne Fachhochschulreife/Hochschulreife

Hoch (Abschlüsse im Tertiärbereich)

  • Meisterausbildung, Technikerausbildung, Abschluss an Ausbildungsstätte/Schule für Erzieher, Dualer Hochschulabschluss, Abschluss an Verwaltungsfachhochschulen, Bachelor-, Masterabschluss oder Promotion

 

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