Höchster prozentualer Anteil weiblicher Promovierender an Hochschulen in Baden-Württemberg
Rückläufige Promovierendenzahl der Männer, Anzahl der Frauen bleibt unverändert.
Im Jahr 2025 befanden sich 32.700 Personen in einem laufenden Promotionsverfahren an den Hochschulen in Baden-Württemberg. Das waren gut 700 weniger als im Vorjahr (−2 %). Nach Angaben des Statistischen Landesamtes lag das vor allem an den rückläufigen Promovierendenzahlen der Männer (−4 %). Die Anzahl der Frauen blieb nahezu unverändert. Dadurch erhöhte sich der prozentuale Anteil der Frauen auf 49 %, den höchsten Wert seit Einführung der Statistik.
Von den weiblichen Promovierenden strebten knapp 44 % eine Promotion in der Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften an, 19 % in Mathematik, Naturwissenschaften und 11 % in den Geisteswissenschaften. Nur 9 % der Frauen promovierte in einem ingenieurwissenschaftlichen Fach. Bei den männlichen Promovierenden stand die Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften zwar ebenfalls an erster Stelle, der prozentuale Anteil dieser Fächergruppe lag allerdings nur bei 28 %. Gut 26 % der Männer strebten eine Promotion in den Ingenieurwissenschaften und 22 % in Mathematik, Naturwissenschaften an. 8 % promovierten in den Geisteswissenschaften.
In der größten Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften lag der Frauenanteil bei gut 59 %. Frauen waren außerdem in den Sozial- und Verhaltenswissenschaften (65 %), der Fächergruppe Kunst, Kunstwissenschaft (64 %), den Geisteswissenschaften (57 %) und in der Fächergruppe Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, Veterinärmedizin (53 %) in der Mehrheit. In den übrigen vier Fächergruppen waren Männer in der Überzahl. Ihr Anteil lag in den Ingenieurwissenschaften bei 75 %, in den Rechts- und Verwaltungswissenschaften bei 62 %, in den Wirtschaftswissenschaften bei 59 % und in der Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften bei 55 %.
Die überwiegende Mehrheit der Doktorandinnen und Doktoranden war an einer der neun staatlichen Universitäten des Landes registriert (96 %). An den Pädagogischen Hochschulen waren es 683 und an den Kunst- und Musikhochschulen 193 Personen. Der Promotionsverband Baden-Württemberg zählte 273 Promovierende. Deren Zahl hatte sich damit innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.
Weiter Informationen
Die Promovierendenstatistik wird jährlich zum Stichtag 1. Dezember erhoben. Nach Art. 1 § 5 Abs. 1 Hochschulstatistikgesetz (HStatG) werden Promovierende definiert als Personen, die von einer zur Promotion berechtigten Einrichtung eine schriftliche Bestätigung über die Annahme als Doktorandin oder Doktorand in dieser Einrichtung erhalten haben.
Der Promotionsverband Baden-Württemberg wurde 2022 als Zusammenschluss der 21 staatlichen Hochschulen für angewandte Wissenschaften und drei Hochschulen in kirchlicher Trägerschaft gegründet. Damit wurden die Voraussetzungen erfüllt, damit nach § 76 Abs. 2 Landeshochschulgesetz (LHG) Promotionen eigenständig von den Hochschulen für angewandte Wissenschaften durchgeführt werden können. Zuvor waren Promotionen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften nur im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen mit Universitäten möglich. Für die Meldungen zur Hochschulstatistik ergeben sich aus dieser Konstellation folgende Besonderheiten. Daten zur Promovierenden- und zur Prüfungsstatistik werden vom Promotionsverband geliefert, Daten zur Studierendenstatistik von den einzelnen Hochschulen für angewandte Wissenschaften, an denen die Promovierenden eingeschrieben sind.
- Themenseite „Hochschulen“
- Monatsheftbeitrag: „Datenqualität und Analysepotenzial der Promovierendenstatistik“
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