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Pressemitteilung 314/2022

Jetzt neu: Baden-Württemberg – ein Standort im Vergleich

Wo steht das Land im nationalen und internationalen Vergleich? 36 Strukturindikatoren geben Antworten

Zum Jahresende 2022 legt das Statistische Landesamt in nunmehr 19. Auflage die Broschüre »Baden-Württemberg – Ein Standort im Vergleich« vor und bietet damit einen aktuellen Überblick zu wirtschaftlich, sozial, kulturell und ökologisch wichtigen Themenfeldern anhand von 36 Strukturindikatoren auf rund 90 Seiten. Gradmesser für das Land sind die Vergleichsergebnisse mit den anderen Bundesländern und 27 EU-Mitgliedstaaten. Soweit verfügbar, werden auch Vergleichsdaten für das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten, Japan, die Schweiz und die BRIC-Staaten, das sind Brasilien, Russland, Indien und China, in die Betrachtung einbezogen.

Nachdem die Corona-Pandemie im Jahr 2020 tiefgreifende Spuren auch in der hiesigen Wirtschaft hinterlassen hatte, konnte sich diese 2021 etwas erholen. So zählte Baden-Württemberg 2021 mit einer Wirtschaftsleistung von 536 Milliarden (Mrd.) Euro, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), zu den zehn wirtschaftsstärksten Regionen Europas. Pro Kopf wurden im Südwesten somit 48 250 Euro erwirtschaftet. Das sind rund 12 % mehr als im Bundesdurchschnitt und 49 % mehr als im EU-Durchschnitt. Die Exporte Baden-Württembergs erlitten im Corona-Jahr 2020 einen starken Rückgang, konnten aber 2021 das Niveau vor der Corona-Krise übertreffen und erreichten – mit einem Anstieg von 16,7 % im Vergleich zum Vorjahr – einen neuen Rekordwert von 221,2 Mrd. Euro.

Auch die Situation am baden-württembergischen Arbeitsmarkt hat sich 2021 nach den Folgen der Corona-Maßnahmen im Jahr 2020 deutlich gebessert. Der Südwesten lag mit einer Erwerbstätigenquote von 77,9 % EU-weit auf dem zweiten Platz und wies gleichzeitig die niedrigste Jugenderwerbslosigkeit im Vergleich zu den EU-Ländern aus, indem lediglich 5,7 % aller jungen Menschen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren erwerbslos waren. Die guten Chancen junger Menschen für den Einstieg ins Erwerbsleben in Baden-Württemberg bezeugt auch die niedrige NEET-Rate (Neither in Education nor Employment or Training). Der Anteil junger Erwachsener, die weder in Aus- und Weiterbildung noch erwerbstätig sind, an der altersgleichen Bevölkerung lag in Baden-Württemberg 2021 bei 7,5 %. Damit liegt der Südwesten um 1,9 Prozentpunkte unter dem bundesweiten Durchschnitt. EU-weit betrug die NEET-Rate 13,7 % und übertraf den baden-württembergischen Anteil um 6,2 Prozentpunkte.

Positive Signale setzten während der Corona-Pandemie die Umweltindikatoren. Aufgrund der ergriffenen Corona-Maßnahmen gingen die CO2-Emissionen 2020 in allen EU-Mitgliedstaaten spürbar zurück. Die 27 EU-Mitgliedstaaten verursachten insgesamt 2 638 Tonnen CO2-Emissionen, das sind 10 % weniger als im Vorjahr, während in Baden-Württemberg diese um 7,9 % zurückgingen. Aus den Gesamtemissionen der EU-27 entfielen lediglich etwa 2 % auf den Südwesten. Zudem stieg der Anteil erneuerbarer Energieträger an der Bruttostromerzeugung um 10 Prozentpunkte auf rund 41 %. Bundesweit lag der Anteil sogar bei 44 %.

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