Juni 2026: Erste Ertragsschätzungen teils unterdurchschnittlich
Starke Trockenheit und Hitze lassen kleinere Ernte erwarten
Nach der ersten Hitzeperiode im Mai 2026 hielten sich die erwartbaren Ertragseinbußen noch in Grenzen. Die langanhaltenden extrem heißen Tage und fehlender Niederschlag der letzten Wochen spiegeln sich nun jedoch zumindest teilweise schon in den ersten Ertragsschätzungen der Ernteberichterstatter des Statistischen Landesamtes wider.
Mit insgesamt 2,58 Millionen Tonnen (Mio. t) Getreide ohne Körnermais fällt die Ernte 2026 voraussichtlich deutlich kleiner als im Vorjahr (2,93 Mio. t) und auch im Schnitt der letzten sechs Jahre (2,73 Mio. t) aus. Grund dafür ist die extreme Trockenheit und Hitze der letzten Wochen, die sich zum Teil in kleinen Körnern oder notreifen Beständen zeigt. Außerdem kam es Mitte Juli zu regionalem Starkregen und Hagel, die die Ernte teilweise stark bis komplett zerstörten.
Wintergerste blieb durch ihre frühe Abreife von negativen Auswirkungen der Hitzewelle weitgehend verschont. Die Ertragsschätzung liegt mit 7,1 t/ha im Durchschnitt der letzten sechs Jahre (6,9 t/ha), aber deutlich unter den 7,5 t/ha aus dem Vorjahr.
Die Ertragsschätzung für Winterweizen beläuft sich laut den Juniberichten auf 6,8 t/ha und damit 7,1 % unter dem Sechsjahresmittel und 12,4 % unter dem Vorjahresertrag. Erstmalig wurde Dinkel separat erfasst und auf 5,4 t/ha beziffert. Für Triticale liegen die Schätzungen noch bei leicht überdurchschnittliche 6,9 t/ha.
Sommergerste liegt mit geschätzten 5,4 t/ha deutlich unter dem Vorjahreswert (6,2 t/ha), bewegt sich aber ebenfalls noch nahe des sechsjährigen Mittels von 5,5 t/ha. Bei Hafer fallen die Schätzungen mit 4,4 t/ha jetzt schon deutlich schlechter aus als im Mittel der letzten sechs Jahre (4,8 t/ha).
Der Ertrag der wichtigsten Ölfrucht Winterraps leidet besonders stark. So liegt die Schätzung bei unterdurchschnittlichen 3,6 t/ha.
Derzeit läuft im Statistischen Landesamt bereits der nächste Befragungsmonat über die Ernte. Hier zeichnen sich durch die fortgeschrittene Ernte bereits niedrigere Erträge als bei der Junischätzung ab.
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