Rückläufiger Außenhandel im Bereich Photovoltaik
Während die Einfuhr von PV-Anlagen abnimmt, schreitet der Solarausbau in Baden-Württemberg weiter voran.
In der Debatte um kostengünstige und umweltfreundliche Energiegewinnung spielt die Photovoltaik eine immer größere Rolle. Solarzellen können Sonnenlicht unmittelbar in elektrischen Strom umwandeln, der dann genutzt, gespeichert oder ins Stromnetz eingespeist werden kann. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, waren zum Jahresende 2025 auf Dächern und Grundstücken im Südwesten knapp 764.400 Photovoltaikanlagen mit einer Nettonennleistung von insgesamt rund 11.400 Megawatt installiert. Auch wenn sich der Zuwachs 2025 etwas abgeschwächt hat, erhöhte sich die Anzahl der Anlagen gegenüber dem Vorjahr um 14,8 % und die Nennleistung um 14,2 % (2024: +22,4 % bzw. +18,8 %).
Aus dem Ausland importierten Baden-Württembergs Unternehmen im Jahr 2025 nach vorläufigen Ergebnissen der Außenhandelsstatistik Photovoltaikanlagen im Wert von gut 318,3 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahresniveau von 329,6 Millionen Euro hat sich der Einfuhrwert damit nominal um 3,4 % verringert. Trotz des kontinuierlichen Ausbaus von Photovoltaik im Südwesten wurde bereits 2024 (−43,4 % zum Vorjahr) und 2023 (−13,9 %) jeweils weniger direkt aus dem Ausland importiert. 2022, als PV-Anlagen in der Außenhandelsstatistik erstmals in der Form erfasst wurden, lag der Warenwert der eingeführten Photovoltaikanlagen mit rund 676,8 Millionen Euro noch mehr als doppelt so hoch wie 2025. Zwar hat die rückläufige Dynamik 2026 bis dato etwas abgenommen, allerdings hat sich der Import von ausländischen PV-Anlagen gegenüber dem Vorjahreszeitraum auch im aktuellsten Berichtszeitraum Januar bis April 2026 wertmäßig reduziert (−1,7 %).
Das aus baden-württembergischer Sicht wichtigste Herkunftsland für Photovoltaikanlagen war im Jahr 2025 die Volksrepublik China, die mit einem Anteil von 82,7 % (263,3 Millionen Euro) den Großteil des gesamten baden-württembergischen Einfuhrwertes ausmachte. Die Niederlande (7,5 %) und Taiwan (4,6 %) folgten mit großem Abstand dahinter.
Aus baden-württembergischer Herstellung wurden im Jahr 2025 Photovoltaikanlagen im Wert von 84,3 Millionen Euro über die Landesgrenzen hinweg ins Ausland bewegt. Exportseitig stellten sich die Rückgänge noch erheblicher dar als importseitig (2025: −19,1 % zum Vorjahr; 2024: −57,9 %; 2023: −33,2 %). Österreich war 2025 für die hiesige Industrie der wichtigste Zielmarkt für PV-Anlagen (21,2 Millionen Euro bzw. 25,2 %), gefolgt von den USA (20,1 %) und Griechenland (13,3 %). In den ersten vier Monaten 2026 ist die Ausfuhrentwicklung mit einem Minus von 32,6 % zum Vorjahreszeitraum ähnlich negativ ausgefallen wie im vergangenen Gesamtjahr.
Weitere Informationen
Angaben zur Anzahl und Nennleistung der installierten Photovoltaikanlagen sind den Energiestatistiken nach EnStatG (Energiestatistikgesetz) entnommen. Diese beziehen sich auf PV-Anlagen, die in die Netze der öffentlichen Versorgung einspeisen und über einen Stromzähler verfügen, der die eingespeisten Strommengen misst.
Für die Betrachtung des Sammelbegriffs Photovoltaikanlagen wurden folgende Warenummern des Warenverzeichnisses für die Außenhandelsstatistik zusammengefasst: WA85017100, WA85017200, WA85018000 und WA85414300. Es handelt sich um vorläufige Ergebnisse zum Stand Juni 2026.
Die Außenhandelsstatistik wird zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben. Gegenstand ist der grenzüberschreitende Warenverkehr Deutschlands mit dem Ausland. Meldepflichtig im Intrahandel (Handel mit EU-Ländern) ab dem Jahr 2025 sind umsatzsteuerpflichtige Unternehmen deren Versendungen in andere EU-Mitgliedstaaten den statistischen Wert von 1 Million Euro bzw. deren Eingänge aus anderen EU-Mitgliedstaaten den statistischen Wert von 3 Millionen Euro im Vorjahr überschritten haben. Bis 2024 betrug die Meldeschwelle in der Versendung 500.000 Euro und im Eingang 800.000 Euro.
Die hier dargestellten Veränderungen zu Vorjahren bzw. Vorjahreszeiträumen beziehen sich auf nominale Originärwerte und berücksichtigen keine Kalender-, Saison- oder Preiseffekte.
Auf Ebene der Bundesländer kann die Einfuhr aus erhebungstechnischen Gründen lediglich über den Generalhandel erfasst werden kann und nicht wie bei den Exporten zusätzlich über den Spezialhandel. Im Falle des Südwestens umfasst der Spezialhandel im Wesentlichen nur die Waren, die aus der Erzeugung und der Be- oder Verarbeitung in Baden-Württemberg stammen und ins Ausland ausgehen. Im Unterschied zum Generalhandel sind Ausfuhren von Waren aus bzw. Einfuhren auf Lager im Spezialhandel nicht enthalten. Im Generalhandel werden alle nach Baden-Württemberg direkt aus dem Ausland eingehenden Waren erfasst (ausgenommen Durchfuhren, die lediglich aus Transportgründen eingehen). Für die Ausfuhr wird als Ursprungsregion daher das Bundesland nachgewiesen, in dem die Ware vollständig gewonnen oder hergestellt worden ist oder ihre letzte wesentliche und wirtschaftlich gerechtfertigte Be- oder Verarbeitung erhalten hat. Bei der Einfuhr wird hingegen die Zielregion nachgewiesen, d. h. das Bundesland, in dem die eingehenden Waren voraussichtlich verbleiben sollen. Mögliche indirekte Importe aus dem Ausland über innerdeutsche Warenbewegungen werden nicht nachgewiesen. Aufgrund der unterschiedlichen Abgrenzung ist eine Saldierung der Aus- und Einfuhrergebnisse, also die Berechnung einer Handelsbilanz (bspw. ein Export- oder Importüberschuss), für Baden-Württemberg methodisch nicht sinnvoll.
- Warenverzeichnis für die Außenhandelsstatistik 2025
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