„Späte“ Mutterschaft: Mehr als jede vierte Frau ist bei der Geburt ihres Kindes mindestens 35 Jahre alt
Höchste Anteile in Heidelberg, Freiburg im Breisgau, Stuttgart und Karlsruhe.
Das durchschnittliche Alter von Müttern bei der Geburt ihres ersten Kindes lag nach Angaben des Statistischen Landesamtes im Jahr 2024 bei 30,7 Jahren. Vor 10 Jahren waren die Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes durchschnittlich gut ein halbes Jahr jünger (2014: 30,1 Jahre).
Das durchschnittliche Alter der Mütter bei allen Geburten – also unabhängig davon, ob sie zum ersten Mal Mutter wurden oder bereits Kinder hatten – ist seit Ende der 1970er Jahre stetig angestiegen: 1980 lag dieses Durchschnittsalter in Baden-Württemberg bei 27 Jahren, im vergangenen Jahr bereits bei 32 Jahren. Der Trend zur „späten Mutterschaft“ zeigt sich vor allem darin, dass bei annähernd 28 % aller Geburten die Mütter bereits 35 Jahre oder älter waren – im Jahr 2000 waren es erst gut 17 %.
Innerhalb des Landes gibt es deutliche Unterschiede bezüglich des Anteils Neugeborener von Frauen im Alter von 35 Jahren und älter an allen Geburten: Am höchsten war der Anteil »später Mütter« im Jahr 2024 in den Stadtkreisen Heidelberg (39 %), Freiburg im Breisgau (37 %), Stuttgart und Karlsruhe (jeweils 34 %). Am niedrigsten lag dieser Anteil im Stadtkreis Pforzheim. In diesem Kreis wurde nur etwa jedes fünfte Kind (19 %) von einer 35-jährigen oder älteren Frau zur Welt gebracht.
Die Hauptursache für den langjährigen Trend zur „späten Mutterschaft“ wird in der zunehmenden Erwerbsbeteiligung und Ausbildungsdauer von Frauen gesehen, wodurch die Familiengründung in ein immer höheres Alter verschoben wird. Dieser Trend wird insbesondere mit dem Familiengründungsmuster hoch qualifizierter Frauen in Zusammenhang gebracht. Tatsächlich zeigt sich, dass dort, wo viele Akademikerinnen leben, die Mütter bei der Geburt ihrer Kinder tendenziell älter sind. So haben die vier Stadtkreise Heidelberg, Freiburg im Breisgau, Stuttgart und Karlsruhe mit den meisten Spätgebärenden auch den höchsten Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen mit einem akademischen Abschluss unter den 44 Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs.
Weitere Informationen
Seit 2008 wird die Geburtenfolge unabhängig vom Familienstand erfasst. Bis 2008 wurde die Geburtenfolge ausschließlich bei verheirateten Müttern erfasst.
„Altersspezifische Geburtenhäufigkeiten“: Tabelle 12612_0001
„Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt“: Tabelle 12612_0006
Themenseite „Geburten und Sterbefälle“
Veröffentlichung: „A II 1 – j/24 Eheschließungen, Geborene und Gestorbene in Baden-Württemberg 2024“