Spanien wichtigste Bezugsquelle für ausländisches Obst und Gemüse
Erstaunliches Statistikwissen: Baden-Württembergs Pro-Kopf-Import lag 2025 insgesamt bei 139,2 Kilogramm
Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen bleibt die Küche in vielen Haushalten immer öfter kalt und es werden bevorzugt frisches Obst oder Salate mit Gemüse aller Art serviert. Damit verschiedenste Obst- und Gemüsesorten auch in unseren Breitengraden über das ganze Jahr ausreichend verfügbar sein können, wird ein Großteil aus dem Ausland importiert. Wie das Statistische Landesamt nach vorläufigen Ergebnissen der Außenhandelsstatistik mitteilt, importierte Baden-Württemberg im Jahr 2025 insgesamt rund 1,6 Millionen Tonnen Obst und Gemüse im Wert von fast 3,5 Milliarden Euro aus dem Ausland, darunter mehr als 891.600 Tonnen Obst im Wert von 2,3 Milliarden Euro sowie 672.300 Tonnen Gemüse im Wert von gut 1,1 Milliarden Euro. Unter der Annahme, dass die eingeführte Gesamtmenge gleichmäßig auf die baden-württembergische Bevölkerung aufgeteilt wurde, waren das 139,2 Kilogramm Obst und Gemüse pro Kopf. Gegenüber dem Vorjahr ist die Einfuhrmenge von Obst und Gemüse insgesamt um rund 60.800 Tonnen bzw. 3,7 % gesunken. So hatte der Südwesten im Jahr 2024 noch 909.400 Tonnen Obst und gut 715.400 Tonnen Gemüse importiert, zusammengenommen also 144,5 Kilogramm pro Kopf.
Das meiste Obst und Gemüse kam im Jahr 2025 mit einem Anteil von 41,2 % aus Spanien. Weit dahinter folgten Lieferungen aus Italien (10,2 %) und den Niederlanden (9,2 %). Somit stammten 2025 mit 60,6 % nicht ganz zwei Drittel des nach Baden-Württemberg importierten Obsts und Gemüses aus diesen drei EU-Staaten. Zählt man die Einfuhren aus den anderen Mitgliedstaaten ebenfalls hinzu, wird die Bedeutung des EU-Binnenmarktes für den baden-württembergischen Obst- und Gemüsebezug noch eindrücklicher: Fast drei Viertel (74,3 %) der importierten Obst- und Gemüsewaren kamen aus der Europäischen Union.
Exportseitig war die Entwicklung wie bei den Importen rückläufig. Im Jahr 2025 verringerte sich die Menge der baden-württembergischen Obst- und Gemüseausfuhren ins Ausland im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 % auf rund 63.257 Tonnen (138,7 Millionen Euro). Zu den wichtigsten Zielländern gehörten im Jahr 2025 neben Österreich (17,4 %) auch Polen (11,3 %) und Frankreich (10,3 %).
Weitere Informationen
Ausgewertet wurden hier die Kapitel 7 „Gemüse, Pflanzen für Ernährung“ und 8 „Genießbare Früchte und Nüsse“ gemäß des Warenverzeichnisses für die Außenhandelsstatistik 2025. Darin enthalten sind überwiegend frisches oder gekühltes Obst und Gemüse, aber auch solches in verarbeiteter Form wie etwa getrocknete, gekochte und gefrorene sowie vorläufig haltbar gemachte Nahrungsmittel. Die Außenhandelsstatistik wird zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben. Gegenstand ist der grenzüberschreitende Warenverkehr Deutschlands mit dem Ausland. Meldepflichtig im Intrahandel (Handel mit EU-Ländern) ab dem Jahr 2025 sind umsatzsteuerpflichtige Unternehmen deren Versendungen in andere EU-Mitgliedstaaten den statistischen Wert von 1 Million Euro bzw. deren Eingänge aus anderen EU-Mitgliedstaaten den statistischen Wert von 3 Millionen Euro im Vorjahr überschritten haben. Bis 2024 betrug die Meldeschwelle in der Versendung 500.000 Euro und im Eingang 800.000 Euro.
Die Berechnungen der Importe pro Kopf basieren auf den Bevölkerungszahlen nach den Ergebnissen des Zensus 2022 zum jeweiligen Stichtag 31.12.
Auf Ebene der Bundesländer kann die Einfuhr aus erhebungstechnischen Gründen lediglich über den Generalhandel erfasst werden kann und nicht wie bei den Exporten zusätzlich über den Spezialhandel. Im Falle des Südwestens umfasst der Spezialhandel im Wesentlichen nur die Waren, die aus der Erzeugung und der Be- oder Verarbeitung in Baden-Württemberg stammen und ins Ausland ausgehen. Im Unterschied zum Generalhandel sind Ausfuhren von Waren aus bzw. Einfuhren auf Lager im Spezialhandel nicht enthalten. Im Generalhandel werden alle nach Baden-Württemberg direkt aus dem Ausland eingehenden Waren erfasst (ausgenommen Durchfuhren, die lediglich aus Transportgründen eingehen). Für die Ausfuhr wird als Ursprungsregion daher das Bundesland nachgewiesen, in dem die Ware vollständig gewonnen oder hergestellt worden ist oder ihre letzte wesentliche und wirtschaftlich gerechtfertigte Be- oder Verarbeitung erhalten hat. Bei der Einfuhr wird hingegen die Zielregion nachgewiesen, d. h. das Bundesland, in dem die eingehenden Waren voraussichtlich verbleiben sollen. Mögliche indirekte Importe aus dem Ausland über innerdeutsche Warenbewegungen werden nicht nachgewiesen. Aufgrund der unterschiedlichen Abgrenzung ist eine Saldierung der Aus- und Einfuhrergebnisse, also die Berechnung einer Handelsbilanz (bspw. ein Export- oder Importüberschuss), für Baden-Württemberg methodisch nicht sinnvoll.
- Warenverzeichnis für die Außenhandelsstatistik 2025
- Statistik-Datenbank Baden-Württemberg: 51000 Außenhandel
- Themenseite: Außenhandel
- Qualitätsbericht: Außenhandelsstatistik (Destatis)
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