Südwestindustrie im März 2026: Steigende Aufträge treffen auf rückläufige Produktions- und Umsatzentwicklung
Auftragseingang +10,2 %, Produktion −1,5 %, Umsatz −2,2 %, Beschäftigung −2,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat.
Die Südwestindustrie zeigt auch im März 2026 ein durchwachsenes Bild. Einer deutlichen Zunahme der Auftragseingänge standen laut dem Statistischen Landesamt eine rückläufige Produktions- und Umsatzentwicklung gegenüber. Bei der Betrachtung der positiven Auftragssituation ist zu berücksichtigen, dass die Entwicklung der Auftragseingänge durch das Vorliegen von Großaufträgen stark beeinflusst sein kann. Darüber hinaus besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass Aufträge storniert werden, was bedeutet, dass nicht alle Auftragseingänge zu einer tatsächlichen Produktion oder Umsatzrealisierung führen. Eine Überzeichnung der Auftragseingänge wurde in der Vergangenheit insbesondere auch dann beobachtet, wenn es zu Schwierigkeiten im internationalen Handel kam. Auch in den kommenden Monaten dürfte insbesondere die Situation im Nahen Osten und die daraus resultierenden Störungen wichtiger Transportwege die Südwestindustrie vor Herausforderungen stellen. Die konjunkturell nachlaufende Industriebeschäftigung lag im März 2026 unter dem Wert des Vorjahres und auch des Vormonats.
Nach vorläufiger Feststellung des Statistischen Landesamtes erhielt die Südwestindustrie im März 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat März 2025 preis- und arbeitstäglich bereinigt deutlich mehr Aufträge (+10,2 %). Die positive Entwicklung war im Inlandsgeschäft (+14,0 %) ausgeprägter als im Auslandsgeschäft (+7,9 %). Auch gegenüber dem Vormonat Februar 2026 nahm der Auftragseingang preis-, saison- und arbeitstäglich zu (+5,6 %). Im Zeitraum von Januar bis März 2026 verbuchte die Südwestindustrie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum preis- und arbeitstäglich bereinigt ein Auftragsplus (+3,9 %). Das Auslandsgeschäft (+3,7 %) und Inlandsgeschäft (+4,2 %) stützten vergleichbar die positive Entwicklung.
Die Produktion der Südwestindustrie ging nach vorläufigen Angaben im März 2026 im Vergleich zu dem Produktionsergebnis des Vorjahresmonats März 2025 preis- und arbeitstäglich bereinigt zurück (-1,5 %). Gegenüber dem Vormonat Februar 2026 war der Produktionsausstoß preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigt leicht positiv (+0,6 %). Insgesamt lag im Zeitraum Januar bis März 2026 die Industrieproduktion im Südwesten preis- und arbeitstäglich bereinigt über dem Vorjahresniveau (+0,8 %).
Der reale (d.h. preisbereinigte) Umsatz der Südwestindustrie nahm nach vorläufigen Angaben im März 2026 preis- und arbeitstäglich bereinigt gegenüber dem Vorjahresmonat ab (-2,2 %). Rückläufige Umsätze waren sowohl im Inlandsgeschäft (-1,6 %) als auch im Auslandsgeschäft (-2,6 %) zu beobachten. Gegenüber dem Vormonat Februar 2026 nahm der Umsatz preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigt leicht ab (-0,5 %). Im Zeitraum Januar bis März 2026 verzeichnete die Südwestindustrie preis- und arbeitstäglich bereinigt ein marginales Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (+0,2 %). Die rückläufigen Zahlen kamen ausschließlich aus dem Inlandsgeschäft (-0,3 %). Das Auslandsgeschäft (+0,6 %) nahm leicht zu.
Die Industriebetriebe Baden-Württembergs beschäftigten nach vorläufigen Angaben im März 2026 rund 1.126 Millionen Personen und somit 30.400 Personen (-2,6 %) weniger als im März des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat Februar 2026 ging die Zahl der Industriebeschäftigten um 1.400 Personen (-0,1 %) zurück. Insgesamt waren im Zeitraum Januar bis März 2026 durchschnittlich etwa 1.128 Mill. Personen in der Südwestindustrie beschäftigt und damit rund 30.000 Personen (-2,6 %) weniger als im entsprechenden Vergleichszeitraum 2025.
Weitere Information
Produktionsstatistik: Mit der bundesweiten Einführung einer neuen Güterklassifikation zum Berichtsmonat Januar 2026 (das neue „Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken, Ausgabe 2026“ (GP 2026) löst das bisher gültige GP 2019 ab) sind fachseitig umfangreiche Anpassungen und Neuberechnungen beim Produktionsindex erforderlich. Aus diesem Grund fehlt die in dieser Pressemitteilung ansonsten übliche Darstellung der Produktionsentwicklung. Sobald wie möglich werden Daten zum auf das neue GP 2026 umgestellten Produktionsindex wieder veröffentlicht.
Industriebetriebe: Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes (einschließlich Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) mit mindestens 50 Beschäftigten
Bundesergebnisse: Die korrespondierenden Bundesergebnisse werden vom Statistischen Bundesamt am 7.5. 2026 (Auftragseingangs- und Umsatzindex) und 15.5. 2026 (Beschäftigte) veröffentlicht.
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- Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe (Hauptgr. und Aggregate): Tabelle 42151_0001
- Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe (2-Steller): Tabelle 42151_0002
- Produktion im Verarbeitenden Gewerbe (Hauptgr. und Aggregate): Tabelle 42153_0001
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- Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe (2-Steller): Tabelle 42152_0002
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