Teilzeit bleibt auch 2025 eine Domäne der Frauen
Teilzeitquote der Männer steigt im Südwesten auf 11 %.
Zur Jahresmitte 2025 arbeiteten von den knapp 4,94 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Baden-Württemberg rund 3,52 Millionen und damit 71,4 % in Vollzeit, während 1,41 Millionen bzw. 28,6 % teilzeitbeschäftigt waren. Wie das Statistische Landesamt nach Auswertung der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit mitteilt, ist die Beschäftigtenzahl insgesamt seit 2015 um 576.600 bzw. 13,2 % gestiegen. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten wuchs im gleichen Zeitraum um 240.900 bzw. 7,3 %, wohingegen sich die Zahl der Teilzeitbeschäftigten mit 336.400 bzw. 31,3 % im Verhältnis mehr als vier Mal so stark erhöht hat.
Dass die Teilzeitbeschäftigung vor allem weiblich geprägt ist, zeigt sich auch im Südwesten: Im Jahr 2025 betrug der Frauenanteil hier 79,2 %, während nur jeder fünfte Teilzeitbeschäftigte ein Mann war. Allerdings ist die Zahl der männlichen Teilzeitbeschäftigten binnen 10 Jahren um 112.000 bzw. 61,5 % auf 294.200 gestiegen. Damit ging bei den Männern auch eine Erhöhung des Teilzeitanteils von 7,6 % um 3,4 Prozentpunkte auf 11,0 % einher. Die Zahl der weiblichen Teilzeitbeschäftigten wuchs dagegen im gleichen Zeitraum um 224.400 bzw. 25,1 %. Die Teilzeitquote der Frauen steigerte sich somit seit 2015 um 4,2 Prozentpunkte auf 49,5 %.
Bundesweit lag die Teilzeitquote insgesamt mit einem Anteil von 31,1 % um 2,5 Prozentpunkte über dem baden-württembergischen Landeswert. Fiel der Abstand bei den Männern mit einem Plus von 3 Prozentpunkten etwas höher aus, war der Teilzeitanteil bei den Frauen lediglich 1,3 Prozentpunkte über dem entsprechenden Wert des Südwestens.
Im Hinblick auf den beruflichen Abschluss sind Akademikerinnen und Akademiker seltener teilzeitbeschäftigt. Von den gut 1,41 Millionen Teilzeitbeschäftigten in Baden-Württemberg, für die eine Angabe zum Berufsabschluss vorlag, hatten 2025 fast zwei Drittel (832.600 bzw. 63,6 %) einen anerkannten Berufsabschluss, während fast ein Viertel (298.400 bzw. 22,8 %) einen akademischen Abschluss vorweisen konnte.
Betrachtet man die Wirtschaftszweige, ist die Teilzeit gerade im Dienstleistungssektor vorherrschend. In Baden-Württemberg lag die Teilzeitquote 2025 hier mit 36,9 % fast drei Mal so hoch wie im Produzierenden Gewerbe (12,5 %). Im Gesundheits- und Sozialwesen arbeiteten mit 329.500 fast die Hälfte der Beschäftigten in Teilzeit (48,6 %), wobei sich in diesem Wirtschaftszweig auch quantitativ die meisten Personen in Teilzeit befanden. Im Handel, wo 207.000 Personen in Teilzeit arbeiteten, betrug die Teilzeitquote 33,7 %. Von den 162.800 Industriebeschäftigten im für den Südwesten besonders bedeutenden Verarbeitenden Gewerbe waren nur 1,9 % teilzeitbeschäftigt.
Die höchste Teilzeitquote unter den Wirtschaftsabschnitten gab es mit 68,8 % in den Privaten Haushalten, gefolgt vom Bereich Erziehung und Unterricht, wo mit 54,8 % mehr als die Hälfte teilzeitbeschäftigt war. Im Bereich der sonstigen Dienstleistungen, zu denen z. B. Friseursalons, Kosmetiksalons, Bestattungsinstitute sowie Wäschereien und chemische Reinigungen gezählt werden, waren Voll- und Teilzeit bei einer Teilzeitquote von 49,6 % ebenfalls nahezu gleichverteilt. Überdurchschnittlich hoch waren die Teilzeitquoten neben dem Gastgewerbe (44,9 %) auch in der öffentlichen Verwaltung (43,1 %).
Weitere Informationen
Die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit liefert vierteljährlich tief gegliederte Strukturdaten über die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland. Sie beruht auf den Meldungen der Betriebe zur Kranken-, Renten-, Pflege- und/oder Arbeitslosenversicherung und erfasst in Baden-Württemberg rund drei Viertel aller Erwerbstätigen. Die Statistik der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten berücksichtigt keine Beamtinnen und Beamten, Selbstständigen, unbezahlt mithelfenden Familienangehörigen und Personen, die ausschließlich in sogenannten Mini-Jobs tätig sind, also einer geringfügig entlohnten Beschäftigung nachgehen. Die Jahresmitte, also der Stichtag 30. Juni, gilt in der Beschäftigungsstatistik als repräsentativer Jahreswert.
- Statistik-Datenbank Baden-Württemberg: 13111 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
- Themenseite: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
- Pressemitteilung 241/2025: Zuwachs an ausländischen Beschäftigten verhindert Stellenabbau
- Monatsheftbeitrag: „9/2025: Beschäftigung im Zeitverlauf: Zunehmende Bedeutung ausländischer Staatsangehöriger“
- Internetangebot der Bundesagentur für Arbeit (BA)
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Qualitätsbericht: Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA)