Unterdurchschnittliche Getreide- und Rapsernte in Baden-Württemberg 2026 erwartet
Extreme Trockenheit und Hitze führen zu früher Ernte und niedrigeren Erträgen.
Nach den ersten vorläufigen Ergebnissen der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung wird in Baden-Württemberg eine unterdurchschnittliche Getreideernte für das Jahr 2026 erwartet. Bis zur Ergebniserstellung lagen im Schnitt über alle erhobenen Getreidearten (außer Körnermais) 88,5 % der Daten vor. Durch die Trockenheit und Hitze startete die Ernte früh und konnte in einem relativ kurzen Zeitfenster abgeschlossen werden.
Insgesamt erwartet das Statistische Landesamt zum jetzigen Stand eine Getreideernte (ohne Körnermais) von 2,54 Millionen Tonnen. Damit läge die Ernte mit einem Minus von 13 % deutlich unter der guten Vorjahresernte, aber auch 7 % unter dem Mittel der letzten sechs Jahre (2020-2025).
Bei Wintergerste wurde ein Ertrag von 7,2 Tonnen je Hektar (t/ha) ermittelt. Dank ihrer früheren Abreife konnte sie der langen Hitzeperiode rechtzeitig entkommen, was sich in einem leicht überdurchschnittlichen Ertrag (2020-2025: 6,9 t/ha) widerspiegelt. Trotzdem wird der Vorjahreswert von 7,5 t/ha unterschritten. Die Erntemenge 2026 beläuft sich somit auf rund 590.000 t (2025: 593.000 t).
Bei der wichtigsten Feldfrucht, Winterweizen (erstmalig ohne Dinkel erhoben), zeigt sich bislang ein schwächerer Ertrag von 7,0 t/ha. Winterweizen einschließlich Dinkel liegt Stand August 2026 bei 6,7 t/ha und damit 14 % unter den 7,8 t/ha im Vorjahr sowie 8 % unter dem Sechsjahresmittel von 7,3 t/ha. Die zusammengerechnete Erntemenge von Winterweizen einschließlich Dinkel liegt 2026 voraussichtlich bei 1,39 Millionen Tonnen und damit ebenfalls 8 % unter dem Sechsjahresmittel.
Die Sommergetreidearten litten ebenfalls stark unter der Dürre und weisen unterdurchschnittliche Erträge auf. Der vorläufig ermittelte Ertrag von Sommergerste liegt mit 5,4 t/ha um 3 % unter dem Ertrag der letzten sechs Jahre (5,5 t/ha). Durch den starken Flächenrückgang beläuft sich die Erntemenge lediglich auf 258.000 t (2020-2025: 312.000 t). Bei Hafer konnten merklich geringere Erträge als im Vorjahr sowie dem langjährigen Mittel festgestellt werden. Bislang wird der Ertrag auf 4,1 t/ha beziffert, das würde fast ein Viertel unter dem starken Vorjahreswert (5,4 t/ha) liegen und auch das sechsjährige Mittel (4,8 t/ha) mit -14 % klar verfehlen.
Beim Winterraps befindet sich der Ertrag momentan auf einem Niveau von 3,6 t/ha. Damit liegt er 13 % unter dem Vorjahreswert (4,1 t/ha), und 10 % unter dem Sechsjahresmittel (4,0 t/ha). Zuletzt war der Winterrapsertrag im Jahr 2021 auf einem ähnlich niedrigen Niveau.
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