Vorläufige Ergebnisse der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg
Die GRÜNEN erneut stärkste Kraft in Baden-Württemberg
Bei der Wahl zum 18. Landtag von Baden-Württemberg am 8. März 2026 wurden die GRÜNEN mit 30,2 % der gültigen Zweitstimmen erneut stärkste Kraft. Damit liegen sie etwas unter ihren Ergebnissen der beiden vergangenen Landtagswahlen (2021: 32,6 %, 2016: 30,3 %). Die CDU erreichte mit 29,7 % den zweithöchsten Zweitstimmenanteil (+5,6 Prozentpunkte). Auch wenn sie sich deutlich verbesserte, liegt sie damit 0,5 Prozentpunkte hinter den GRÜNEN. Die AfD erzielte mit 18,8 % den dritten Platz. Gegenüber der vorangegangenen Wahl konnte sie ihr Ergebnis fast verdoppeln und verzeichnet damit den höchsten Zugewinn bei dieser Wahl (+9,1 Prozentpunkte). Die SPD konnte 5,5 % der Zweitstimmen auf sich vereinigen und bleibt damit erstmals einstellig in Baden-Württemberg (−5,5 Prozentpunkte). Sie schaffte es nur noch knapp über die Fünfprozenthürde. Sowohl Die Linke als auch die FDP verpassten den Einzug ins Landesparlament. Sie erzielten beide jeweils 4,4 % der gültigen Zweitstimmen. Die Linke konnte sich im Vergleich zur Landtagswahl 2021 um 0,8 Prozentpunkte verbessern, die FDP musste dagegen deutliche Verluste hinnehmen (−6,1 Prozentpunkte). Sie wird damit erstmalig seit 1952 nicht im baden-württembergischen Landtag vertreten sein. Auf die sonstigen Parteien entfallen insgesamt 7,0 % der gültigen Zweitstimmen, darunter sind die FREIEN WÄHLER (1,9 %) und das BSW (1,4 %) am stärksten.
Wirft man einen Blick auf die abgegebenen Erststimmen in den Wahlkreisen, so erzielte die CDU in 56 der insgesamt 70 Wahlkreise in Baden-Württemberg den jeweils höchsten Erststimmenanteil und konnte damit die meisten Direktmandate gewinnen. Gegenüber der Landtagswahl 2021 gewann die Partei 44 zusätzliche Wahlkreise. Die GRÜNEN konnten in 13 Wahlkreisen die Mehrheit erreichen (2021: 58 Erstmandate); damit verloren sie 44 Wahlkreise an die CDU und einen an die AfD. Im Wahlkreis 35 Mannheim I gewann die AfD.
Insgesamt werden dem 18. Landtag somit vier Parteien angehören. Mit 157 Sitzen ist das Landesparlament drei Plätze größer als der vorangegangene Landtag. Auf die CDU entfallen alles in allem 56 Sitze (+14 Sitze) – ausschließlich Wahlkreissitze. Die GRÜNEN erhalten ebenfalls 56 Sitze (13 Wahlkreissitze, 43 Landeslistensitze). Die AfD erhält 35 Sitze (1 Wahlkreissitz, 34 Landeslistensitze) und die SPD wird mit 10 Sitzen im neuen Landtag vertreten sein (10 Landeslistensitze). Unter den 157 Abgeordneten des neuen Landtags befinden sich 53 Frauen. Damit steigt der Frauenanteil auf 33,8 % (2021: 29,2 %). Den höchsten Frauenanteil weisen die GRÜNEN und die SPD mit jeweils 50,0 % auf, den niedrigsten die AfD mit 11,4 %. Die CDU hat einen Frauenanteil von 28,6 %. Der Altersdurchschnitt des neuen Landtags beläuft sich auf 48,5 Jahre. Der jüngste Abgeordnete ist 23 Jahre alt und von der CDU, der älteste 75 Jahre alt und von der AfD.
An der Wahl zum 18. baden-württembergischen Landtag beteiligten sich insgesamt 69,6 % der Wahlberechtigten. Die Wahlbeteiligung ist damit gegenüber der Landtagswahl 2021 um 5,8 Prozentpunkte gestiegen und liegt damit ähnlich hoch wie zuletzt 2016 (70,4 %). Die höchste Beteiligungsquoten wurde mit 76,2 % in den Wahlkreisen 46 Freiburg I und 62 Tübingen erreicht, die niedrigste Wahlbeteiligung kam im Wahlkreis 35 Mannheim I mit 54,3 % zustande.
Der Anteil der Wählerinnen und Wähler, die ihre Stimme per Brief abgaben, lag bei dieser Landtagswahl bei 35,8 %. Damit lag der Briefwahlanteil wieder deutlich niedriger als bei der letzten Landtagswahl 2021, die während der Coronapandemie stattfand und bei der über die Hälfte der Wahlberechtigten per Brief wählte (51,3 %). Dennoch stellt dieser Wert den zweithöchsten Briefwahlanteil, den es je bei einer Landtagswahl gab, dar.
Die vorläufigen Ergebnisse der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg stehen auf einer Wahlsonderseite des Statistischen Landesamtes zur Verfügung. Die Ergebnisse sind dort in Tabellen und Schaubildern aufbereitet und auf verschiedenen regionalen Ebenen einsehbar. Eine Liste der gewählten Abgeordneten ist dort ebenfalls verfügbar. Noch in der Nacht zum Montag wird zusätzlich ein Wahlnachtbericht erstellt. Der Bericht bietet eine aktuelle und umfassende Darstellung der vorläufigen Ergebnisse der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg. Neben einem allgemeinen Blick auf die Ergebnisse auf Landesebene wird zusätzlich auf die Ergebnisse auf Wahlkreis- und Gemeindeebene eingegangen. Dabei werden die Wahlergebnisse in Form analytischer Texte, Schaubilder, Karten und Tabellen anschaulich aufbereitet.
Weitere Informationen
Das Statistische Landesamt unterstützt die Landeswahlleitung bei der technischen Ermittlung der Wahlergebnisse und der Veröffentlichung der amtlichen vorläufigen und endgültigen Ergebnisse. Es übernimmt außerdem den elektronischen Datentransfer an die Bundeswahlleitung bei Bundestags- und Europawahlen, und führt die repräsentative Wahlstatistik (Stichprobenerhebung) durch, welche eine Analyse des Wahlverhaltens nach Geschlecht und Alter ermöglicht.
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